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SommerwettbewerbJurymitglied hat ein Urlaubsmitbringsel für das ganze Leben

4 min
Alex Pesch mit ihren Potter-Büchern.

Heute liest Alex Pesch lieber die Bücher englischsprachiger Autoren im Original.

Vier Harry-Potter-Bände aus Kanada wurden für Jurymitglied Alex Pesch zum Beginn einer Leidenschaft.

Beim Thema „Mein liebstes Urlaubsmitbringsel“ musste Alex Pesch kurz überlegen. „Zuerst habe ich gedacht: Was erzählst du denn, du bringst immer nur Muscheln mit“, sagt die Chefredakteurin von Radio Berg lachend. Doch dann kam die Erinnerung an einen Kanada-Urlaub im Jahr 2000 – und an vier Harry-Potter-Bücher, die für sie weit mehr wurden als ein Souvenir.

Damals war Pesch vier Wochen lang mit dem Mietwagen unterwegs. Die Reise führte sie von Calgary durch die Rocky Mountains bis nach Vancouver. In einer Buchhandlung in Calgary griff sie eher zufällig zu einem Harry-Potter-Band. Begeistert war sie zunächst nicht. „Ich wollte eigentlich nichts mit Harry Potter zu tun haben. Ich habe mich immer gefragt, wie ein Kinderbuch so einen Hype auslösen kann.“ Trotzdem kaufte sie das Buch – und wagte damit zugleich ihren ersten Versuch, einen Roman auf Englisch zu lesen. „Ich hatte vorher noch nie ein englisches Buch gelesen. Mein Englisch war eher mittelmäßig und ich habe gedacht: Mit einem Kinderbuch kannst du nichts falsch machen.“

Zu gut, um aufzuhören

Der Plan ging auf. Noch während der Reise verschlang sie die Geschichte um den Zauberlehrling und kaufte nach und nach die weiteren damals erschienenen Bände dazu. Die ersten drei Bücher stammen aus Kanada, den vierten Teil, „Harry Potter und der Feuerkelch“, kaufte sie bei einem Abstecher nach Seattle in den USA.

„Dann fand ich das so cool, dass ich nicht mehr aufhören konnte“, erinnert sich Pesch. Die ersten drei Bücher las sie noch im selben Urlaub aus. Den vierten Band begann sie auf dem Rückflug nach Deutschland und beendete ihn wenig später zu Hause. Bis heute stehen die vier Bücher in ihrem Regal. Inzwischen besitzt Pesch nach eigenen Angaben rund 1500 Bücher. Die Harry-Potter-Ausgaben aus Kanada gehören jedoch zu den wenigen, die einen ganz besonderen Platz haben.

Angst vor englischen Büchern verloren

Dabei sind die Bücher für sie eigentlich nur der sichtbare Teil ihres Urlaubsmitbringsels. „Das eigentliche Urlaubsmitbringsel ist die Liebe zu englischen Büchern, die ich dort entdeckt habe“, sagt sie. Seitdem liest sie regelmäßig englischsprachige Autoren im Original. „Ich habe überhaupt keine Angst mehr, englische Bücher zu lesen. Man muss nicht jedes Wort verstehen. Den Zusammenhang zu verstehen, reicht oft schon.“

Neben den Büchern selbst sind es vor allem die Erinnerungen an die Reise, die geblieben sind. Besonders beeindruckt haben Pesch die Natur und die Tierwelt Kanadas. Sie erinnert sich an Orcas vor Vancouver Island, an neugierige Erdhörnchen in den Nationalparks und an einen jungen Bären, den sie fotografieren wollte. „Ich bin tatsächlich aus dem Auto ausgestiegen und wollte den Bären fotografieren. Der ist aber vor mir abgehauen“, erzählt sie lachend.

Bis heute zählt die Kanada-Reise zu ihren schönsten Urlauben. Vielleicht auch, weil sie dafür lange sparen musste. „Eigentlich konnte ich mir die Reise gar nicht leisten. Das Konto war danach auch rappelleer“, erinnert sich Pesch. Und vielleicht wird es irgendwann eine Rückkehr geben. Gemeinsam mit ihrer inzwischen 14-jährigen Tochter träumt sie davon, noch einmal dorthin zu reisen. „Ich habe so viel von Kanada erzählt, dass meine Tochter unbedingt mit möchte. Dafür müssen wir aber noch ein paar Euro sparen.“ Bereut hat sie die Reise aber nie. Schließlich brachte sie von dort weit mehr mit als nur vier Bücher mit.


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Lokalredaktion
Stichwort: „Mitbringsel“
Kaiserstraße 1
51643 Gummersbach
E-Mail: redaktion.oberberg@ksta-kr.de

Einsendeschluss ist der 11. Juli.

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