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Urlaubsmitbringsel
Nashorn aus Holz erinnert Karl-Manfred Valentin an eine besondere Safari

4 min
Im Auto von Karl-Manfred Valentin steht ein kleines Nashorn aus Holz auf dem Amaturenbrett. Er sitzt hinter dem Steuer und hält ein Foto von einer Safari in Namibia in der Hand.

Im Auto hat Karl-Manfred Valentin mit einem kleinen Nashorn aus Holz stets einen Schutzengel mit an Bord. Ein Foto erinnert an Safaris in Namibia, bei dem der Gummersbacher und seine Familie die gigantischen Wildtiere aus nächster Nähe live erlebten.

Als er mit seiner Familie in Namibia auf Safari ist, kommt aus dem Nichts ein Nashorn aus dem Gebüsch und rammt den Bus der Gruppe.

An den Knall erinnert sich Karl-Manfred Valentin noch, als wäre es gestern gewesen. Als der Gummersbacher vor 20 Jahren mit seiner Familie auf Safari im Waterberg-Plateau-Park in Namibia unterwegs ist, taucht plötzlich aus dem Nichts ein Nashorn auf und rammt den grünen Jeep, in dem die Gruppe sitzt. „Wir wurden kräftig durchgeschüttelt, und für einen Moment stockte uns der Atem“, erzählt der 79-Jährige.

Während Ranger Peter am Steuer ganz gelassen bleibt, hat sich das Erlebnis bei Valentin und seiner Familie bis heute eingebrannt und wird immer wieder gerne erzählt. So schnell wie das Nashorn aufgetaucht ist, verschwindet es auch wieder, erinnert sich Karl-Manfred Valentin und sagt: „Für uns war dieser Augenblick dennoch ein riesiger Schreck. Noch lange haben wir das Adrenalin gespürt. Dieses unerwartete Zusammentreffen mit einem der mächtigsten Tiere Afrikas werden wir niemals vergessen.“

Ein Holznashorn erinnert an den Zuammenstoß bei der Safari

Dass dieses Erlebnis nicht in Vergessenheit gerät, dafür sorgt auch ein aus Holz geschnitztes Nashorn, das der Gummersbacher von seiner Frau als Erinnerung geschenkt bekommen hat. Seitdem sitzt das kleine Nashorn als Glücksbringer auf dem Amaturenbrett im Auto, hat ihn bereits zahlreiche Kilometer begleitet und sorgt mittlerweile seit 20 Jahren zuverlässig dafür, dass er unfallfrei unterwegs ist, berichtet der 79-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „Das Nashorn ist für uns so etwas wie der Heilige Christopherus als Schutzpatron der Reisenden.“

Ein aus holz geschnitztes Nashorn.

Ein aus holz geschnitztes Nashorn erinnert an die besondere Safari.

Die erlebnisreiche Reise nach Afrika ist eine von vielen, die Karl-Manfred Valentin dorthin unternommen hat, denn er hat einen engen Bezug zu dem Kontinent. Er erzählt: „Meine zwei Jahre jüngere Schwester Vera ist nach dem Abitur nach Afrika gereist. Dort hat sie ihren Mann kennengelernt und ist 1969 dorthin ausgewandert. Erst hat sie in Windhoek gewohnt und lebt heute in Kapstadt.“

Regelmäßige Besuche bei der Schwester in Afrika

Weil er ein gutes Verhältnis zu seiner Schwester hat, besucht Karl-Manfred Valentin sie regelmäßig in der Ferne. Dabei lernt er die Landschaft, Tierwelt und Kultur Afrikas lieben. Auf Postkarten beschreibt er damals die für ihn neuen Eindrücke. So heißt es: „Die Autos fahren hier auf der falschen Seite; die Kinder tragen Schuluniform; in Namibia leben mehr Tiere als Menschen; wir fahren heute in den sonnigen Norden.“ Bei den ersten Reisen hilft er seiner Schwester ab und zu in einem deutschsprachigen Kindergarten, den sie lange geleitet hat.

Heute ist sie als Reiseleiterin im Einsatz und hat auch ihrem Bruder und dessen Familie bei ihren Besuchen schon viel Wissenswertes weitergegeben. „Ich habe mein Herz in Südafrika gelassen“, sagt Valentin. Zuletzt hat er vor acht Jahren die lange Reise auf sich genommen, um seine Schwester und deren Mann in Kapstadt zu besuchen.

Neben zahlreichen schönen Urlaubserinnerungen hat der Gummersbacher vor Ort aber auch die andere Seite Afrikas kennengelernt. Von der Apartheid bis Mitte der 90er Jahre über eine eher „behutsame Industrialisierung“, wie er es empfunden hat, bis hin zur sichtbaren Armut vieler Menschen, die in Townships leben. „60 Prozent der Menschen in Südafrika leben unter der Armutsgrenze, das sind 40 Millionen“, weiß Valentin.

Neben dem hölzernen Nashorn hält der 79-Jährige übrigens noch einem anderen Wildtier Afrikas die Treue: „Mein Sternzeichen ist Löwe, das passt doch irgendwie. Manchmal nennt mich meine Schwester auch so“, erzählt er lachend und fasst mit Blick auf sein „liebstes Urlaubsmitbringsel“ zusammen: „Ob Zufall oder Glück – für mich ist dieses kleine Nashorn weit mehr als nur ein Souvenir. Es erinnert mich jeden Tag daran, wie schnell sich ein unvergesslicher Schreck in eine wertvolle Erinnerung verwandeln kann.“


Urlaubsmitbringsel

Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen.

Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmenden es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten schließlich in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt.