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BandenkriminalitätSpur der Drogen führt nach Gummersbach

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Eine Cannabispflanze.

Bei den Razzien wurden mehr als 100 Kilogramm geerntetes Cannabis und 11.000 Pflanzen sichergestellt.

Den sieben Angeklagten wird vorgeworfen, mit dem illegalen Anbau von Cannabis und dem Handel mit der Droge Millionen verdient zu haben. 

Sechs Männer und eine Frau im Alter zwischen 22 und 72 Jahren müssen sich seit Montag in einem Prozess, der auch einen Bezug zu Gummersbach hat, vor dem Landgericht in Trier verantworten. Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Art und in unterschiedlichem Umfang am professionellen Anbau von Cannabis und dem Handel mit der Droge beteiligt gewesen zu sein. Bei Razzien wurden mehr als 100 Kilogramm geerntetes Cannabis, 11.000 Pflanzen, Bargeld und Autos in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen von den Behörden sichergestellt. Rund 900 Einsatzkräfte waren an den Durchsuchungen von insgesamt 27 Objekten beteiligt – neben Wüschheim unter anderem auch in  Troisdorf, Werne, Windeck  –  und Gummersbach.

Im Rahmen der Ermittlungen hatte sich die Polizei im Sommer 2025  Zutritt zu einem Gebäude an der L194 in der Nähe von Wüschheim im Hunsrück verschafft und war dort auf eine illegale Indoor-Plantage gestoßen, in der 670 Cannabis-Pflanzen in unterschiedlichen Größen sichergestellt werden konnten.

Indoor-Anlagen auch in NRW

Die sieben Angeklagten, die nun in Trier vor Gericht stehen, sind laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Trier Mitglieder einer größeren Gruppierung, die den Cannabisanbau und -handel im großen Stil betrieben haben soll: Dazu sollen sie in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen leerstehende Liegenschaften angemietet und darin insgesamt 23 professionelle Indoor-Cannabisplantagen betrieben und Umsätze in Millionenhöhe erzielt haben. Die Entdeckung einer illegalen Cannabis-Plantage in einem ehemaligen Schlachterei-Gebäude im Eifel-Dörfchen Mannebach im Landkreis Vulkaneifel hatte die umfangreichen Ermittlungen im Herbst 2024 ins Rollen gebracht – deshalb übernahm die Staatsanwaltschaft Trier die Federführung. In der Folge kam es zu insgesamt 33 Festnahmen.

Innerhalb der Gruppierung habe es ein hierarchisches Organisationsmodell gegeben. Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Mitglieder der Gruppierung seien teilweise familiär miteinander verbunden, teilweise untereinander befreundet gewesen, glaubt die Anklage.

Sechs der sieben Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft und sollen zum Teil Beträge in sechsstelliger Höhe aufgrund ihrer Beteiligung an den Drogendeals erzielt haben. Einer der Angeklagten ist laut Auskunft des Landgerichts Trier in der Vergangenheit bereits einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten. „Ein weiterer Angeklagter ist in einem Fall wegen Handels mit Betäubungsmitteln im europäischen Ausland auffällig geworden; die übrigen Angeklagten sind nicht vorbestraft“, so der Gerichtssprecher weiter.

Zum Prozessauftakt habe das Gericht mit allen Angeklagten sogenannte Rechtsgespräche geführt, so der Gerichtssprecher. Ziel solcher Verständigungen sei die Abkürzung des Verfahrens: Sollten die Angeklagten ein umfassendes Geständnis ablegen, wird ihnen im Gegenzug eine bestimmte Strafhöhe in Aussicht gestellt.