Fragen und Antworten nach der Schließung des Hotels in Gummersbach und der Situation der Kurzzeitpflege
Nach der SchließungWas wird aus den Senioren im Victors?

Das Victors ist seit dieser Woche geschlossen.
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Die Schließung des Gummersbacher Victors Hotel und die im Raum stehende Räumung der Kurzzeitpflege in dem angrenzenden Gebäudekomplex sorgt in der Kreisstadt für Besorgnis. Und die geht vor allem dahin, was aus den alten Menschen wird, die dort versorgt werden. Wo die Reise hingeht, ist aktuell nicht zu erkennen. Nachstehend einige Fragen und Antworten , was Eigentümer und Betreiber zu der Situation in Gummersbach sagen.
Was sagt Victors zu den Mietausständen?
Die Faktenlage ist laut Pressesprecher Peter Müller „etwas komplizierter und stellt sich im Grunde etwas anders dar“, heißt in seiner schriftlichen Antwort. Zusammengefasst steht dort drin, dass die Eigentümer ihrer Pflicht, zu renovieren, nicht nachgekommen seien. Und weil Victors ein wettbewerbsfähigen Zustand des Hotels hätte haben wollen, sei man in Vorleistung getreten und habe bereits zwei Etagen so saniert, dass eine qualitativ angemessene Belegung durch Hotelgäste wieder möglich sei, schreibt Müller. Die Investitionskosten seien über die Mieten verrechnet worden.
Kam Victors einer Räumung zuvor?
Peter Müller betont, das Victors das Hotels „aus eigenem Antrieb“ zum 15. Juni räume, da der Mietvertrag ausgelaufen und nicht verlängert worden sei. Und das unabhängig vom Ausgang der juristischen Auseinandersetzung. Marc Grümer, Vorsitzender des Beirates der Eigentümerversammlung, sagt, dass es ein Urteil gebe, nachdem Victors die Immobilie zu räumen hat.
Wie sieht es mit der Versorgung der Senioren aus?
Müller sagt, dass der ehemalige Empfangsbereich im Erdgeschoss mit angrenzender Küche von der Räumung ausgenommen sei. Hier sei vor zwei Jahren ein langfristiger Mietvertrag (20 Jahre) mit dem zuständigen, einzelnen Eigentümer geschlossen worden. „Die Versorgung des angrenzenden Seniorenbereiches ist daher sichergestellt und definitiv nicht in Gefahr. Auch für die Seniorenwohnungen besteht kein Anlass zur Sorge. Wir werden diese in der bewährten Qualität weiter betreiben.“
Und was ist mit der Kurzzeitpflege?
In dem Pflegehaus innerhalb des Ensembles bestehen laut Müller „besondere Mietverträge“, über die im Moment, anders als bei den Seniorenwohnungen, „gestritten“ werde. Eine Räumung stehe für Victors nicht zur Debatte und werde in absehbarer Zeit „definitiv auch nicht erfolgen“. Müller: „Wir erfüllen weiterhin unsere Betreuungsverpflichtung gegenüber unseren hilfsbedürftigen Senioren, die sich sicher sein können, dass wir sie nicht im Stich lassen werden und sie im gewohnten Umfeld verbleiben können“.
Was sagen die Eigentümer zu der Darstellung von Victors?
Marc Grümer widerspricht an mehreren Stellen den Schilderungen Müllers. Es könne nicht die Rede sein von einer „permanenten Weigerung“ zu investieren. Im Gegenteil: Bereits im Jahr 2021 sei die Bereitschaft der Eigentümer signalisiert worden, zwei Millionen Euro zu investieren. Was die Verrechnung mit einer angeblichen Sanierung angeht, sagt Grümer, dass Victors diese Arbeiten „eigenmächtig ausgeführt“ habe, „ohne die für eine gemeinsame Finanzierung erforderliche und von der Eigentümerseite ausdrücklich erbetene Konkretisierung sowie Beschlussgrundlage zu liefern“. Für die Verrechnung gebe es keine von den Eigentümern getragene Grundlage. „Eine eigenmächtige Vorleistung begründet keinen Anspruch auf nachträgliche Verrechnung gegen die Miete.“ Und zu der Räumung der Immobilie aus freien Stücken, wie Müller es für Victors darstellt, sagt Grümer: „Die Räumung geschieht einzig und allein nach dem gefällten Urteil des OLG Köln.“
Was sagt der Gummersbacher Bürgermeister?
Raoul Halding-Hoppenheit sagte, dass er aus dieser Zeitung von der Entwicklung erfahren habe. In einer Stellungnahme von ihm heißt es dann: „Die Ereignisse um die Victors Residenz hat uns – wie alle anderen – überrascht. Da wir feststellen, dass Gummersbach im kulturellen, sportlichen und Businessbereich auch für Übernachtungsgäste an Attraktivität gewinnt, werden die wegfallenden Hotelzimmer fehlen. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Verlust kompensiert werden kann. Was die Seniorenresidenz betrifft, sind wir dabei mit der Geschäftsführung Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob und inwieweit wir als Stadt Gummersbach unterstützen können.“
