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24 Konzerte, zwölf OrteDas Klavierfestival Lindlar wächst weiter

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Das Foto zeigt die Organisatoren des Lindlarer Klaverfestivals.

In Vorfreude  der musikalische Leiter Falko Steinbach (sitzend), Bürgermeister Sven Engelmann (Mitte) und die anderen Organisatoren des Festivals.

Das Internationale Klaverfestival Lindlar findet Mitte bis Ende Juli statt. Drei neue Konzertorte kommen hinzu, erstmals gibt es auch eiuen Meisterkurs und unen Workshop zum Gesang.

Sommerzeit ist Festivalzeit – das gilt auch für das Internationale Klavierfestival Lindlar. Vom 19. bis zu 31. Juli finden 24 Konzerte statt, vor allem mit Klaviermusik. In diesem Jahr sind im Programm aber außerdem Violine, Cello und Gesang vertreten.

Was 2009 in Lindlar als ein Meisterkurs für begabte Nachwuchspianisten unter Anleitung von Falko Steinbach, Professor für Klavier an der University of New Mexico in Albuquerque, begann, hat sich seitdem zu einem einzigartigen Festival entwickelt, das in die ganze Region ausstrahlt – bis nach Köln.

Nümbrecht, Bielstein und Dieringhausen sind neu dabei

24 Konzerte an zwölf Spielstätten sind geplant, mit dem Parkhotel in Nümbrecht, der evangelischen Christuskirche Dieringhausen und dem Burghaus in Wiehl-Bielstein sind drei Neulinge dabei. Weitere Konzertorte sind die Halle 32 in Gummersbach, die Gesamtschule Marienheide, die katholischen Kirchen St. Gertrud in Morsbach, St. Nikolaus in Wipperfürth, St. Severin in Lindlar, die Culturkirche in Osberghausen sowie das Pfarrheim der Herz-Jesu-Kirche in Bergisch Gladbach-Schildgen sowie die Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Die meisten Konzerte finden wie gewohnt im Lindlarer Kulturzentrum statt. Doch das Festival wächst nicht nur in die Breite, auch programmatisch gibt es neue Akzente. „Die Liedbegleitung – ein wichtiger Teil der Klaviermusik – war bislang immer ein bisschen das Stiefkind“, sagt Festivalleiter Steinbach.

Gesang und Liedbegleitung

Das Eröffnungskonzert bestreitet er mit der Sopranistin Marlene Mild. Robert Schumanns Eichendorff-Zyklus und das Hollywooder Liederbuch von Hans Eisler stehen auf dem Programm. Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr erstmals einen Meisterkurs und einen Workshop für Gesang, der von der international erfolgreichen Sopranistin Janet Williams angeboten wird. Der Workshop richtet sich auch an Laien, mit Rücksicht auf Berufstätige soll er abends ab 18 Uhr stattfinden.

Außerdem finden zwei Meisterkurse für Klavier sowie je ein Meisterkurs für Violine und für Cello statt. Die Dozenten sind die Professoren Koh Gabriel Kameda, Cármelo des los Santos und Elisabeth Fürniss. Auch in diesem Jahr rechnen die Organisatoren mit vielen Schülern aus dem In- und Ausland.

Bis heute haben Studierende aus über 30 Ländern am Festival teilgenommen
Falko Steinbach, Festivalleiter

„Bis heute haben Studierende aus über 30 Ländern am Festival teilgenommen“, freut sich Falko Steinbach. „Das spricht sich herum.“ Für Lindlar sei das eine fantastische weltweite Werbung, die bis nach Südkorea und Brasilien reiche.

Das freut auch den neuen Lindlarer Bürgermeister Sven Engelmann. „Für Lindlar und die ganze Region ist das Festival ein unfassbar wertvolles Highlight, es gibt nichts Vergleichbares.“ Der Gedanke der Völkerverständigung, untrennbar mit dem Festival verbunden, sei enorm wichtig.

Viele Ehrenamtler engagieren sich

Möglich ist dieses Festival nur, weil es so viele Ehrenamtler gibt, die bei der Organisation helfen, und dank der Sponsoren. Dazu zählen die Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, die Rheinenergie-Kulturstiftung, die Hans-Hermann-Voss-Stiftung, das Katholische Bildungswerk, Abteilung Oberberg, und der Förderverein für Musik in Lindlar. Bürgermeister Engelmann bedauert, dass der Gemeinde selbst finanziell die Hände gebunden seien, aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung.

Stammbesucher des Lindlarer Festivals – und das sind nicht wenige – können sich auf ein Wiedersehen und -hören mit alten Bekannten freuen, wie Joshua Rupley, Gabriel Landstedt, Yuri Chayama, Colin Pütz und Jeongwon Ham.

An fast jeden Abend finden zudem Konzerte der Meisterkursteilnehmer statt, meist bei freiem Eintritt. Dirk von Betteray, Stephan Barde und Martin Außem zeichnen für mehrerer Konzerte mit Kirchenmusik verantwortlich. Auch eine Neuauflage von „Classic meets Rock“ darf nicht fehlen. Organisator Andreas Jansen hofft, dass sich dafür noch mehr Einzelmusiker interessieren.

Fast alle Teilnehmer des Festivals werden privat untergebracht. Lindlarer, die einen Gast aufnehmen möchten, werden gebeten, sich bei Lindlar-Kultur unter der E-Mail-Adresse lindlarkultur@lindlar.de zu melden. Das gilt auch für alle, die einen finanziellen Beitrag zum Stipendien-Programm für Studierende aus dem Ausland beitragen können. klavierfestival-lindlar.de