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Fußball-MittelrheinligaSV Eintracht Hohkeppel ist noch in der Rolle des Jägers

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Trainer Apo Keseroglu steht am Spielfeldrand, klatscht in die Hände und feuert sein Team an.

Es hat ein bisschen gedauert, doch mittlerweile sind Hohkeppels Trainer Apo Keseroglu und seine Mannschaft in der Mittelrheinliga auf Kurs. 

Die zu Saisonbeginn neu zusammengestellte Mannschaft von Eintracht Hohkeppel wächst zu einem Team zusammen.

„Elf Freunde müsst ihr sein, um Spiele zu gewinnen“, sagte 1954 Fußball-Nationaltrainer Sepp Herberger vor dem legendären Spiel gegen die Ungarn im WM-Finale, das Deutschland bekanntlich 3:2 gewann. Dass aus einer Vielzahl neu verpflichteter Spieler in nur 15 Meisterschaftsspielen ein Freundeskreis wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. Aber ein Team sollte es durchaus sein, der eine für den anderen eintreten.

Der SV Eintracht Hohkeppel ist nach seinem Abstieg in die Mittelrheinliga auf einem guten Weg dahin, aber noch nicht am Ziel. Zur Winterpause belegen die Hohkeppeler Platz zwei in der Mittelrheinliga-Tabelle . Fünf Punkte trennen die Mannschaft von Tabellenführer SV Bergisch Gladbach 09.

Schon vor dem Saisonstart gab es Unruhe beim Regionalliga-Absteiger Hohkeppel

Ob der sofortige Rückzug der Hohkeppeler Landesliga-Reserve am Mittwoch dieser Woche Einfluss auf die Zusammensetzung seiner   Mannschaft haben werde, dazu konnte sich Eintracht-Trainer Apo Keseroglu noch nicht äußern. Am Wochenende würden dazu Gespräche geführt. Man könne sicher nicht alle Spieler der 2. Mannschaft aufnehmen und vielleicht würden ja auch noch Spieler seiner Mannschaft den Verein verlassen. In der bisherigen Saison gab es   einen Austausch mit der Reserve, in der auch immer Fußballer aus dem Mittelrheinliga-Team Spielpraxis sammelten.

Schon vor dem Saisonstart gab es Ungewöhnliches in der Schaltzentrale von Eintracht Hohkeppel: Der erst im Sommer gekommene Coach Pablo Gonzalez-Huerta, der zuvor die U19 von Rot-Weiß Frankfurt trainierte, verließ den Verein aus privaten Gründen. Mit Apo Keseroglu kehrte ein Altbekannter ins Achim-Lammers-Waldstadion zurück.

Wir hatten ein komplett neues Team, das sich erst einmal finden musste
Apo Keseroglu, Trainer des SV Eintracht Hohkeppel

„Ich bin erst seit dem dritten Spieltag zurück bei meinem Herzensverein“, so Keseroglu: „Und wir hatten ein komplett neues Team, das sich erst einmal finden musste. Und das ist uns partiell auch zu Beginn gelungen. Immerhin haben wir in Wegberg-Beeck gewonnen und gegen die Top-Teams Vichttal und Bergisch Gladbach jeweils Remis gespielt.“

Aus der Mannschaft der vergangenen Saison, die in der Fußball-Regionalliga West an den Start ging, sind mit Kevin Jackmuth, Firat Tuncer, Cenk Durgun, Jannes Hoffman und Mike Owusu nur noch wenige Spieler geblieben. Firat Tuncer hat mit 13 von 15 Partien eine Vielzahl Spiele bestritten und ist derzeit Kapitän anstelle von Cenk Durgun, der bereits seit etlichen Wochen nicht mehr in Hohkeppel anzutreffen ist. Mehrfach nur eine Rolle als Einwechselspieler hatten zuletzt Jannes Hoffman, der vom FC Hürth zurückgekehrt ist und Mike Owusu, eine Stammkraft der letzten Saison. Seit seiner Roten Karte hat auch Keeper Kevin Jackmuth seinen Stammplatz zwischen den Pfosten an Justin Strauch verloren.

Finn Bauens, der von Fortuna Köln kam, erhält von Sportdirektor Kevin Theisen ein großes Lob

Mit Finn Bauens, der vor der Saison von Fortuna Köln zur Eintracht wechselte und Arian Amyn, der von der U19 von Alemannia Aachen gekommen ist, haben lediglich zwei neue Spieler alle 15 Partien der Hinrunde für die Eintracht bestritten. „Finn Bauens ist der einzige Spieler, der in jedem seiner Spiele ausnahmslos performt hat“, gibt es großes Lob von Sportdirektor Kevin Theisen für den Rechtsverteidiger und auch für Innenverteidiger Firat Tuncer, der „zuverlässig einen guten Job macht“.

Alexander Guiddir war bis zu seinem verletzungsbedingten Fehlen der Senkrechtstarter der Hinrunde, ist vor dem Tor kaum zu verteidigen, hat in nur elf Spielen zwölf Treffer erzielt und ist aktuell die Nummer drei der Torjägerliste. Siebenmal war Mittelfeldspieler Joel Vieting erfolgreich, ist aktuell die Nummer acht.

Hohkeppel hatte lange Probleme auf fremden Plätzen

Die ersten Spiele auswärts waren durchweg verkorkst. Lange wurde auf des Gegners Grün auf den ersten Sieg gewartet. Bei drei Gegnern war noch vertretbar, dass es nicht zu einem Sieg reichte, wie etwa die vom Coach erwähnten beiden Unentschieden in Vichttal und in Bergisch Gladbach. Beim SSV Merten unterlag die Eintracht 1:2. Erschreckend waren dagegen das 2:4 bei der Spielvereinigung Porz, die um den Klassenerhalt kämpft, und das deutliche 0:4 in Siegburg, wenn auch dieses Team ebenfalls auf Top-Rängen platziert ist.

In den vergangenen Wochen hat sich die Eintracht auch auswärts gefangen und keine Partie mehr verloren. Der Weg zeigt eindeutig nach oben, wie am letzten Spieltag der Hinrunde das Erreichen des zweiten Tabellenplatzes den Aufwärtstrend bestätigt. Punktgleich mit Hohkeppel rangieren der Siegburger SV und der VfL Vichttal auf Platz drei und vier.

„Es ist, wie in unserer ersten Saison in der Mittelrheinliga, ein Problem, dass wir gegen die Topteams aus Bergisch Gladbach, Siegburg, Vichttal und Merten nicht gewonnen haben“, zieht Kevin Theisen Fazit. „Aber in den letzten Spielen haben wir einen klaren Aufwärtstrend gezeigt und ich bin zuversichtlich, dass wir unser großes Saison-Ziel, den Aufstieg, noch erreichen können.“ Daher kam die Winterpause für Kevin Theisen zum falschen Zeitpunkt. „Wenn man bedenkt, dass für viele Spieler ein komplett neues Umfeld, ein neues Trainer-Team und neue Mitspieler zu Saisonbeginn da waren und sie inzwischen zu einem Team zusammengefunden haben, ist das aller Ehren wert, verdient unseren Respekt“, so der Sportdirektor.

„Fakt ist, Bergisch Gladbach hat fünf Punkte Vorsprung und das auch verdient. Wir werden sie jagen“, gibt Apo Keseroglu die Marschroute vor.


Statistik

Spieler/Tore: Finn Bauens 15/1, Arian Amyn 15/1, Joel Vieting 14/7, Oktay Dal 14, Angelo Langer 14, Firat Tuncer 13/1, Ufumwen Osawe 13/5, Kayhan Sancarbarlaz 13/2, Dominik Bilogrevic 12/1 Dennis Pinchuk 12/6, Mike Owusu 12/5, Ishak Adhchur 11/1, Alexander Guiddir 11/12, Jannes Hoffmann 10, Yusuf Wardak 10/1, Kevin Jackmuth 9, Cenk Durgun 9, Ferhat Saglam 7/3, Justin Strauch 7, Henrik Strobl 5/1, Rudi González 5, Jannis Hartmann 2, Aymen Belachemi 2, Sora Yamato 2, Marlon Monning 1.