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KlavierfestivalEröffnungskonzert in Lindlar zelebriert die Schönheit der Stimme

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Das Foto zeigt die Sängerin Marlene Mild und den Pianisten Falko Steinbach.

Auf dem Flügel begleitet Falko Steinbach die Sängerin Marlene Mild.

Ein Liederabend eröffnete am Sonntag das Klavierfestival Lindar. Die Sopranistin Marlene Mild trug Lieder von Schumann und Eisler vor, begleitet vom Pianisten Falko Steinbach.

Die menschliche Stimme sei das schönste aller Instrumente , befand der Komponist Richard Strauss – aber auch das am schwierigsten zu spielende. Das zahlreich erschienene Publikum beim Eröffnungskonzert des Lindlarer Klavierfestivals konnte sich davon selbst überzeugen.

Marlene Mild (Sopran), begleitet von Festivalleiter Falko Steinbach am Flügel, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine musikalische Reise in die hohe Kunst des Kunstlieds. Dorthin, wo Poesie und Musik zu einer Einheit verschmelzen. Das Programm setzt mit Schumann und Eisler bewusst zwei Kontraste.

Bewusste Kontraste

Der Eichendorff-Zyklus von Robert Schumann (Opus 39) gilt zurecht als einer der Höhepunkte der Romantik. Bei „Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst“ aus dem Gedicht „Mondnacht“ werden zarteste Klangwelten träumerisch dahingetupft, ehe zu den Worten „und meine Seele spannte, weit ihre Flügel aus“ auch die Musik zu einem Höhenflug ansetzt. Mit glockenheller, klarer Stimme und scheinbar völlig unangestrengt – als sei es ein Kinderspiel – singt Mild diese Zeilen mit betörender Ästhetik. Mehr noch: Sie gestaltet die Lieder überzeugend, und zwar nicht nur musikalisch, sondern auch mit Mimik und Gestik.

Der Pianist Falko Steinbach stellt sich ganz in den Dienst der gemeinsamen Sache und füllt die Leerstellen aus, nie drängt er sich in den Vordergrund. Mild und Steinbach kennen einander seit ihrem Studium an der Kölner Hochschule, schon oft sind beide zusammen aufgetreten, ja Steinbach hat sogar eigens Lieder für die Sopranistin geschrieben. Diese Vertrautheit der beiden Künstler ist auch bei ihrem Liederabend zu hören.

Auf die zwölf Schumann-Lieder folgt nach der Pause eine Auswahl aus dem Hollywooder Liederbuch von Hanns Eisler, die meisten der Texte stammen von Bert Brecht. Hollywood war für die beiden von den NS-Terrorregime geflohenen Künstler keineswegs eine glamouröse Traumfabrik, sondern eine zutiefst frustrierende, verlogene Scheinwelt, in der nicht die Kunst, sondern der Kommerz regierte.

Eisler verwendete für seine Hollywooder Lieder ganz unterschiedliche Tonsprachen. Einige sind in Zwölftontechnik geschrieben und stellen höchste Anforderungen an die Sängerin. In den Dissonanzen spiegelt sich die Zerrissenheit des Individuums im Exil. Mild und Steinbach lassen Schmerz, Verzweiflung und Bitterkeit überdeutlich spürbar werden. Dazwischen eingestreut sind verträumte, melancholische Klänge und Verse, eine trauernde Klage über die verlorene Heimat. Dankenswerterweise waren fast alle Liedtexte im Programmzettel zu finden. Denn in der Sopranlage ist die Textverständlichkeit aufgrund der Höhe der Stimme naturgemäß etwas eingeschränkt.