„Rock am Scheelbach“ funktionierte auch ohne freien Himmel: In der Halle rockten fünf Bands, und im Foyer gab es Halloween-Tattoos.
„Rock am Scheelbach“Rock im Ohr, ein Ei auf der Haut in Lindlar

Die Lindlarer Sängerin Helen Kremer und Latin Greek hatten die kürzeste Anfahrt zur Scheelbachhalle.
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„Rock am Scheelbach“, der Sommer und energiegeladene Bands unter freiem Himmel, das gehört eigentlich zusammen. Am Samstagabend hat die Kultveranstaltung erstmals auf den Blick in die Sterne verzichtet und die Gitarrenriffs ihrer Gäste in die Scheelbachhalle verlegt. Doch schon bevor die Lindlarer Musiker der Soundspillers als Opener die Bühne betraten, zeichnete sich ab: Halloween hin oder her, die Fans hochkarätiger Rockmusik hielten auch der neuesten Auflage für den guten Zweck die Treue und freuten sich zahlreich auf ein Konzert, das die Organisatoren abwechslungsreicher nicht hätten gestalten können.
Umzug in die Halle ohne Probleme
Oben mit Dach oder ohne, die ehrenamtlichen Macher, die immerhin schon seit 2002 den Rahmen stemmen, seien derart eingespielt, dass der Kulissenwechsel in die Halle keinerlei Probleme bereitet habe, berichtete Aileen Fliegner. Überhaupt: Wer wolle, könne auch im Halloween-Kostüm aufschlagen, Rockmusik und die Nacht der Vampire und Geister würden schließlich sehr gut miteinander harmonieren.
25 Motive für unter die Haut
Wer dafür noch eine Bestätigung brauchte, bekam sie im Foyer, in dem kleinen Zelt der Lindlarer Tätowiererin Ronja Kuffner und ihres Teams aus dem „Atelier Dunkelbunt“. 25 Motive hatte die Künstlerin vorausgewählt, eine sehenswerte Mischung aus Gruseligem und Dingen, die mit Musik zu tun haben – ein historisches Mikrofon etwa, Schlagzeug-Sticks und furchteinflößende Masken, aber auch der inzwischen längst berühmte „Rock am Scheelbach“-Schriftzug. Gleich zu Beginn der Veranstaltung habe man gleich sechs Tattoos gestochen, verriet Kuffner. Die originelle Darstellung eines Streichholzes etwa war in nur acht Minuten erledigt. Ihren eigentlichen Favoriten, die „Eggward-Figur“, also das Hühnerei mit Mund, Nase und Augen, aus der „Twilight“-Saga, konnte Kuffner dagegen zunächst nicht an die Frau oder den Mann bringen. „Dieses Motiv würde ich wirklich gerne mal stechen, warten wir mal ab, der Abend ist ja noch lang“, lachte die Lindlarerin.
Tourstart in Scheel

Mikesch badeten in den Fans.
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Recht hatte sie, das Line-up des Abends mit insgesamt fünf Bands, die auf ihre Gage verzichteten, versorgte tatsächlich jeden rockigen Musikgeschmack. Während die Soundspillers etwa den Melodien der Rolling Stones ihren Stempel aufdrückten, hatte das Trio Nivo Heavy Rock und Metalcore-Einflüsse mitgebracht, mit denen sie emotionale Texten unterlegten. Das Ergebnis: eine sehr eingängige Musik. Nivo-Frontmann Marco Schenköwitz berichtete dem Publikum, dass die Band am Morgen in Stuttgart ins Auto gestiegen sei. „Wir hatten keine Ahnung, was uns hier erwartet. Aber das, was wir hier oben von euch sehen und hören, ist sensationell.“ Eine besondere Ehre für das Scheeler Publikum: Nivo sind gerade zu ihrer allerersten Deutschland-Tour gestartet und die Bühnen, auf die das Trio in den kommenden Wochen steigen wird, sind allesamt doch eine ganze Nummer größer als die der Scheelbachhalle.
Pop-Punk, Hurricane-Erfahrung und harter Abgang
Als Mischung aus Pop und Punk bezeichnen Mikesch selbst ihre Musik – die Wuppertaler Combo hatte gleich danach ihren Auftritt und brachte die Zuhörer mit Titeln wie „Scheißweinschorle“ nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum Schmunzeln. Spätestens jetzt war die Halle aus dem Häuschen und legte mit einem Bad für die Musiker in der Menge nach: Mikesch wurden kurzerhand über den Köpfen durch die Halle getragen. Mit weniger Anfahrt, aber ebenso großem Enthusiasmus griffen Latin Greek in das Spektakel ein. Die Lindlarer um David Bosbach und Helen Kremer bewiesen schnell, dass sie zurecht beim großen Hurricane-Festival auf der Bühne standen. Den – musikalisch durchaus etwas härteren – Abgang machten schließlich Light the blind perfekt.
Erlös für Jugendprojekte
Der Erlös fließt diesmal an das Jugendzentrum Horizont in Lindlar, das „Start“-Projekt in Wipperfürth sowie die Förderer des Jugendheims in Frielingsdorf.
