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Von Punk bis Jazz Zehn Bands spielen bei der Lindlarer Kneipennacht

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Das Foto zeigt einen Auftritt der Band Odd & Even

Die Band Odd & Even trat im Alten Amtsgericht auf

Zehn Bands und Musiker traten in fünf Kneipen auf. Auch bei der 15. Auflage der Lindlarer Kneipennacht kam das Publikum auf seine Kosten.

Es ist die besondere Atmosphäre, die die Menschen am Samstagabend zur Kneipennacht in den Ortskern von Lindlar zieht. Die schönen Gässchen rund um die Kirche und Livemusik aus allen Genres bieten in diesen lauen Spätsommerstunden den Rahmen für ein Musikevent der besonderen Art. In fünf Gaststätten spielen jeweils zwei Livebands hintereinander.

Ob Jazz, oder Rock, ob lauter Punk oder eher leise Singer-Songwriter-Geschichten: Die Bandbreite ist groß. Manche Besucher wollen ganz nah bei der Musik sein oder tanzen, andere halten draußen vor der Tür ein Schwätzchen oder ziehen weiter zur nächsten Kneipe – alles ist möglich und gewünscht. Bei der Lindlarer Kneipennacht lockt am Samstag genau diese Mischung viele Musikbegeisterte an.

Cordula und Johannes Burger sind aus Kürten gekommen, um ihre Lindlarer Freunde Claudia und Andreas Deichsel zu treffen. Sie sitzen vor dem Bistro Jessis und lauschen der Coverband „Midlife & Deluxe“. Vor allem den Frauen gefällt das Konzept vom ersten Moment an und sie haben direkt weitere Bekannte getroffen. „Schön, dass hier auch Bands spielen, die man noch nicht kennt“, findet Claudia und fügt lachend hinzu: „die aber Songs spielen, die man aus seiner Jugend kennt“.

Schön, dass hier auch Bands spielen, die man noch nicht kennt, die aber Songs spielen, die man aus seiner Jugend kennt
Claudia Deichsel, Besucherin des Kneipenfestivals

Im Lindenhof geht es derweil deutlich härter zu. Rambling Men heizt dem Publikum mit Southern Rock ordentlich ein, bevor das Lindlarer Trio „Smarslies“ mit melodischem Punkrock nicht minder wild weitermacht. Der Kneipenraum platzt aus allen Nähten, das Publikum feiert begeistert mit. Nebenan, im Et Matt, gibt es derweil Weltmusik mit indischen Einflüssen von Hara Samadhi , und im Alten Amtshaus erklingt solider Jazz von „Odd & Even“.

Auch Jonas Klug und Bastian Nixdorf haben sich zu dem Event getroffen. „Ich bin beruflich viel unterwegs und freue mich, wenn ich hier Bekannte, zum Beispiel aus der Schulzeit, treffe, die ich länger nicht mehr gesehen hab“, verrät Jonas. Den beiden jungen Männern gefallen vor allem die schöne Atmosphäre und die vielfältigen Angebote, sie wollen durch die Kneipen ziehen und sich verschiedene Bands anhören. Oder vielleicht auch einfach draußen sitzen bleiben und erzählen, das wollen sie spontan davon abhängig machen, wen sie noch treffen.

Musik für fast jeden Geschmack

Im Jessis hat inzwischen Gereon Stefer seine Gitarre ausgepackt. Der Solokünstler mit familiären Wurzeln im Ruhrgebiet hat eine Hommage an die dortige Gastfreundschaft im Gepäck. „Die höchste Form der Einladung im Ruhrgebiet sei ein trockenes „kommste rein, kannste rausgucken“. Das schönste daran sei aber, dass es eine Einladung ohne Erwartung sei – einfach reinkommen und da sein und sich dann vielleicht irgendwann alles von der Seele reden - mit ein bisschen Abstand könnte man am nächsten Tag oft schon feststellen, „wie sanft der Regen wirklich fällt“.

Das Lindlarer Musikevent lässt Raum für Emotionen, Begegnung und die Freiheit, sich immer wieder neu zu entscheiden. Vielleicht ist das das Erfolgsrezept für den Publikumsmagneten, der nun bereits schon zum fünfzehnten Mal stattfand. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.