Bis Monatsende soll ein Gutachter die Finanzen von Abo Energy prüfen. In Lindlar will das Unternehmen Mitte Juni mit dem Tiefbau beginnen.
Abo EnergyZukunft des oberbergischen Windpark-Bauers entscheidet sich Ende Mai

Die finanzielle Lage bei Abo Energy scheint weiterhin heikel.
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Die finanzielle Situation des Wiesbadener Windkraftunternehmens Abo Energy bleibt offenbar heikel. Wie mehrere Börsendienste übereinstimmend berichten, soll nun ein unabhängiger Gutachter bis Ende Mai bestätigen, dass Abo Energy durchfinanziert ist. Für den 22. Juni erwartet der Markt dann den Jahresabschluss 2025.
Windparks an vier Standorten in Oberberg geplant
Bereits im März berichtete diese Zeitung, dass der Vorstand für das Vorjahr mit einem Verlust von 170 Millionen Euro rechnet – das wäre das erste Minus überhaupt in der Unternehmensgeschichte, und zugleich ein existenzbedrohendes. Im Oberbergischen ist Abo Energy als Windpark-Projektierer bekannt, der Windräder auf dem Lindlarer Vogelberg, im Südwesten von Engelskirchen, nahe dem Biebersteiner Stausee in Reichshof sowie zwischen Lützinghausen und Strombach auf Gummersbacher Boden zu bauen beabsichtigt.
Drei Windräder auf dem Lindlarer Vogelberg
Den größten Fortschritt gibt es bislang in Lindlar, oberhalb von Brochhagen – dort ist im Februar das Areal abgeholzt worden, auf dem demnächst drei Windräder aufgestellt werden sollen. Auf Nachfrage teilt Abo Energy mit, man wolle Mitte Juni mit den Tiefbauarbeiten beginnen, also dem Verbreitern des Weges von Oberhabbach hinauf auf den Vogelberg, den Fundamenten und dem Bau von Zwischenlagerflächen im Gelpetal.
Ob dies so kommt, hängt dem Vernehmen nach vom erwähnten Gutachten zu den Unternehmensfinanzen ab. Sollte das Papier Zweifel an der Finanzierungsstrategie haben, dürfte der Sanierungskurs, auf den sich die Gläubiger von Abo Energy im März geeinigt haben, als gescheitert gelten. Die Aktie des Unternehmens hat sich nach drastischem Fall von gut 46 Euro im vergangenen Juli auf vier Euro im Januar inzwischen bei etwas über sechs Euro stabilisiert. Analysten werten das als immerhin vorsichtig positives Zeichen.
