Ökologisches KonzeptGemeindehaus in Marienheide-Kotthausen wird im Oktober abgerissen

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Pfarrerin Alexandra Pook in der Kotthauser Kirche.

Pfarrerin Alexandra Pook in der Kotthauser Kirche, die direkt neben dem Gemeindehaus liegt

Bereits 2022 musste das Gebäude in Kotthausen geschlossen werden, da es als einsturzgefährdet gilt. Im Oktober soll es abgerissen werden.

In der Marienheider Ortschaft Kotthausen rückt im Herbst das Abrisskomitee an. Dann wird das im Jahr 1974 erbaute Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Hülsenbusch-Kotthausen abgerissen. Bereits 2022 musste das Gebäude geschlossen werden, da es als einsturzgefährdet gilt. In den Jugendräumen im Sockel der Kirche war zudem Schimmel entdeckt worden. Kurz darauf stand fest, dass das Gemeindehaus nicht mehr zu retten ist. Wie der Evangelische Kirchenkreis An der Agger mitteilt, hat das Presbyterium den geplanten Abriss des baufälligen Gemeindehauses kürzlich in einer Gemeindeversammlung noch einmal zum Thema gemacht. Rund 35 Gemeindemitglieder nahmen teil.

Denn ganz so einfach ist das ganze Thema nicht. Im Gemeindehaus ist die Heizungsanlage untergebracht, die Kirche kann ohne Gemeindehaus also nicht mehr beheizt werden. Deshalb werde im Winter auf Gottesdienste in der Kotthausener Kirche verzichtet, so der Kirchenkreis weiter. Alle Sonntags- und Feiertagsgottesdienste finden in der vier Kilometer entfernten zweiten Kirche der Gemeinde in Hülsenbusch statt. Auch die Sorge einiger Gemeindemitglieder, dass durch das fehlende Gemeindehaus die Kirche in Kotthausen   weniger genutzt werde, wurde besprochen.

Möbel aus dem Gemeindehaus in Kotthausen sollen verkauft werden

Wegweisend für den künftigen Weg der Kirchengemeinde soll ein ökologisches Gesamtkonzept sein, das bereits Ende des vergangenen Jahres genauer vorgestellt worden war (wir berichteten). Demnach soll in der Gemeinde Kotthausen-Hülsenbusch der Fokus nicht allein auf den Gebäuden liegen, sondern vielmehr auf dem Gemeindeleben. Eine umfangreiche Gebäudekonzeption hatte zuvor belegt, dass viele zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten weniger und in einer geringeren Auslastung genutzt werden als früher.

Die Gebäude müssen also an den Bedarf angepasst werden, vielfältig nutzbar sein und sollen zudem   klimaneutral werden. Dafür sind jedoch einige Baumaßnahmen erforderlich sowie neue Wege. Auf dem parkähnlichen Grundstück in Kotthausen sollen nach dem Abriss des Gemeindehauses kleine barrierefreie Wohnungen und Tiny Houses entstehen, die unter anderem für junge Menschen und Senioren und Seniorinnen attraktiv seien. Pfarrerin Alexandra Pook: „Hier entsteht quasi um die Kirche ein neues Dorf.“

Aktuell hole die Gemeinde Kostenvoranschläge von Bauunternehmen ein. Bereits neugestaltet wurde der Anbau des Pfarrhauses. Dort sind ein Gruppenraum und eine Bibliothek eingezogen. Die dort befindliche Toilette steht auch den Gottesdienstbesuchern zur Verfügung. In den Jahren zuvor hatten auch Renovierungsarbeiten in der Sakristei sowie Streicharbeiten in der Kirche in Kotthausen stattgefunden.

Im Oktober soll der Abriss des Gemeindehauses starten. Bis dahin soll das Gebäude leergeräumt werden, berichtete Pfarrerin Alexandra Pook. Die aussortierten Gegenstände und Möbel sollen verkauft werden. Abzugeben sind unter anderem ein vier Meter hoher Dekobaum, Schränke, Geschirr, ein Rednerpult und ältere Technikgeräte.

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