UpcyclingDiese Marienheiderin haucht alten Möbeln neues Leben ein

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Claudia Schreiber sitzt vor einem Schrank und arbeitet an der weißen Holzoberfläche.

Claudia Schreiber in ihrer Werkstatt Gundi Artsin Marienheide.

Claudia Schreiber hat mit sich mit Gundi Arts einen Traum erfüllt und das Hobby zum Beruf gemacht.

Ob großes Buffet oder kleiner Hocker: Claudia Schreiber verleiht alten Möbeln ein neues Leben. In ihrer kleinen Werkstatt in der Marienheider Ortschaft an der Brucher Talsperre schleift und bemalt sie alte Möbel und verleiht ihnen so ein völlig neues Aussehen.

Ob Vintage, Shabby oder Pop Art, ob natürlich geölt, Kreidefarben oder Lack: Schreibers Projekte sind so vielfältig, wie man es sich nur vorstellen kann. Dabei startete Schreiber ganz bodenständig ins Berufsleben.

Nach der Schule lernte sie zunächst Hotelfachfrau und arbeitete auch in dem Beruf. 2008 gründete sie mit ihrem Mann eine Fachfirma für Galvanotechnik und arbeitete dort im Büro. Nebenbei führten beide über 20 Jahre eine kleine Disco.

Möbel restaurieren in Marienheide

2018 starb ihr Mann, darauf kam auch noch Corona, der Lockdown legte die Disco still und die Fachfirma hatte weniger zu tun. In dieser Zeit begann Schreiber, erste Möbel aufzuarbeiten. „Ich brauchte neuen Stauraum fürs Büro und habe im Internet zwei alte Schubladenkommoden gekauft und wieder schön gemacht“, erinnert sie sich.

Schnell kamen neue Projekte dazu. Claudia Schreibers Hobby sprach sich bald herum, sie bekam alte Möbel geschenkt oder fand Schätzchen auf dem Sperrmüll. Sie probierte verschiedene Farben und Techniken aus, musste den ein oder anderen Anstrich auch wiederholen.

Letztlich brachte sie sich die vielen Techniken selbst bei, indem sie Internetvideos und Kreativ-Portale studierte. Sie hatte ihr Hobby gefunden. Die kreative Möbelaufbereitung war ihr perfekter Ausgleich zum Bürojob.

Vor zwei Jahren, an ihrem 50. Geburtstag, fragte sich Claudia Schreiber dann, ob sie ihre Freizeitbeschäftigung nicht zum Beruf machen könnte. Sie mietete Geschäftsräume in Rodt und hatte endlich genug Platz, um gut arbeiten und die fertigen Unikate ausstellen zu können.

Bald kamen auch Kunden und ließen ihr Inventar aufmöbeln. Eine Kundin ließ einen Schrank mit maritimen Motiven und den nordischen Heimatkoordinaten dekorieren, weil ihr Mann von den friesischen Inseln kommt. Eine andere ließ zwei Kinderzimmer von Schreiber neu gestalten, die Mädchen durften sich Farben und Motive selbst aussuchen.

Neue Räume in Rodt

Schreiber kommen die Ideen beim Arbeiten: „Man merkt, wie die Möbel aussehen wollen, die sagen mir das“, lacht sie. Wer selbst kreativ werden will, kann sich von der 52-Jährigen beraten lassen und bei ihr geeignete Farben kaufen. „Ich mache auch betreutes Streichen“, spaßt die aktive Frau.

Ihr nächstes besonderes Projekt ist ein Kreativmarkt an Pfingsten mit mehreren Ständen vor ihrem Geschäft. Die Ideen gehen ihr so bald nicht aus. 

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