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KarnevalMorsbach feiert seine Prunksitzung mit Omas Weisheiten und fliegenden Drumsticks

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Eine Frau steht auf der Bühne, singt in ein Mikrofon und animiert das Publikum mitzusingen.

Die Band Kempes Feinest heißte der Jeckenschar in Morsbach ordentlich ein.

Rund 1000 Jecke waren in das Festzelt in den Wisserauen in Morsbach gekommen, um gemeinsam Karneval zu feiern und zu lachen.

Eine grandiose Morsbacher Prunksitzung erlebten rund 1000 Jecken am Samstagnachmittag unter der gutgelaunten Moderation von Sitzungspräsident Dominik Mauelshagen im Festzelt in den Wisserauen. Der hatte auch gleich eine „Entschuldigung“ für seinen Spruch parat, mit dem er die jecken Wiever auf der Damensitzung in den Altersgruppen von „noch nicht geschlechtsreif bis scheintot“ begrüßt hatte.

Daraufhin erklärte er, dass am nächsten Tag ein Shitstorm losgebrochen sei: „Hängt immer davon ab, wer sich davon angesprochen fühlt.“ Dominik Mauelshagen kündigte an, auch weiterhin launig zu moderieren, aber immer oberhalb der Gürtellinie: „Man kann nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen – es geht einfach darum, Spaß zu haben.“

Den hatten die Möhnen an Weiberfastnacht auf jeden Fall – und ebenso nun die Besucher der Prunksitzung, die nach der Kindergarde als Eisbrecher den Engelskirchener Jörg Runge als „Dä Tuppes vum Land“ begrüßten. Er erinnerte sich an die Ermahnungen seiner Großmutter, immer eine frische Unterhose anzuziehen – „falls mal wat is“. Später habe er dann seine erste Freundin kennengelernt und natürlich habe seine Oma geraten: „Zieh Dir ne frische Ongerbotz aan.“ Das habe er in diesem Falle gerne befolgt: „Am Morgen danach war ich völlig frustriert – für ming Botz hät sich kin Sau interessiert.“

Die Kölner Band Kasalla heizte die Stimmung weiter an und bereitete, den Boden für die beiden Rentner „Willi und Ernst“, die mit ihren Späßen über ihr Liebesleben das Publikum begeisterten. Daran knüpfte Bauchredner Klaus Rupprecht nahtlos an, der mit seiner Handpuppe „Willi“ entspannt vom Leder zog. Bejubelt wurden die Tänze der Wolpertinger und der Mini-Wolpis.

Auch die Morsbacher Garde Blau Weiß hatte einiges zu bieten. Mit ihrer Zugabe trieben sie selbst den Trainern die Tränen in die Augen, denn die war selbst ihnen unbekannt. Während einer sechsstündigen Zeltwache hatte die Tanzgruppe ein komplett neues Stück einstudiert, das sie auf der Prunksitzung als Premiere präsentierten.

Musikalisch ging es mit den „Swinging Funfares“ und „Kempes Feinest“ weiter, bis die „Drummerholics“, eine Gruppe von sieben Trommlern, eine grandiose Bühnenshow abzogen. Teilweise im komplett dunklen Zelt waren nur die neonleuchtenden Drumsticks zu sehen, die durch die Luft wirbelten. Ein Höhepunkt waren die „Regimentstöchter Attendorn“, die Tänze mit vollkommen synchronen Luftspagats boten. Zum Abschluss präsentierte sich die Gruppe „Bel Kantholz“, ein Ableger des MGV „Eintracht“ Morsbach, bevor unter begeistertem Jubel Prinz Markus I. mit seinem Gefolge einzog.

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