Sportstadion „Auf der Au“Nach dem letzten Spiel kommt in Morsbach der Rasen weg

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Sechs Männer stehen am Spielfeldrand des Kunstrasenplatzes.

Alle Mann für den neuen Sportplatz Auf der Au (v.l.): Bastian Stricker, Daniel Höfer, Benjamin Schneider, Peter Quast, Florian Stausberg und Stefan Muth.

Die Sanierung des Morsbacher Sportstadions „Auf der Au“ hat begonnen. Dort wird unter anderem der Kunstrasen erneuert.

Der Abbruch des alten Imbissgebäudes, in dem zuletzt die Fahrradwerkstatt, eine Außenstelle des Repair-Cafés, untergebracht war, ist bereits erfolgt. Damit hat Morsbach Abschied genommen von der einst beliebten „Ballerbude“. Grundlage für die Sanierung ist ein mehrheitlicher Beschluss des Gemeinderats aus dem September vergangenen Jahres, nach dem unter Einsatz von Fördermitteln die Kunstrasenfläche erneuert und der gesamte Bereich barrierefrei zugänglich gemacht werden soll. Zuvor hatte es Überlegungen gegeben, den Spielbetrieb des SV Morsbach in die Sportanlagen an der Hahner Straße zu verlegen.

Bauleiter Peter Quast vom SV Morsbach sagt, dass die Sanierung unabdingbar geworden sei. Üblicherweise werde die Nutzungsdauer eines Kunstrasenplatzes mit 15 Jahren angesetzt. Der Platz „Auf der Au“ sei einer der ersten mit Kunstrasen ausgestatteten Sportplätze in Oberberg gewesen: „Erste Mängel hatten sich bereits nach zehn Jahren gezeigt und jetzt hat unser Platz sogar 18 Jahre durchgehalten.“

Ein Mann steht auf einer kleinen Leiter und schlägt mit einem großen Hammer aus das Gebäude.

Sascha Gossmann beim Abbruch des Imbissgebäudes, in dem zuletzt die Fahrradwerkstatt untergebracht war.

Quast berichtet, dass auch der neue Platz mit Kunstrasen ausgestattet werde, allerdings würden die Grashalme nicht wie bisher mit einem Kunststoffgranulat verfüllt, sondern mit einem Kork-Sandgemisch. Das sei ebenfalls haltbar, biete aber einen wesentlich höheren Laufkomfort. Von diesem Vorteil habe sich der Verein bei Besuchen mehrerer Kunstrasenplätze von unterschiedlichen Herstellern im Sieger- und Sauerland überzeugt.

Zusätzlich soll der Platz eine behindertengerecht gestaltete Tribüne und einen barrierefreien Zugang erhalten, ebenso neben dem Vereinsheim einen barrierefreien Sanitär- und Umkleidebereich, angrenzend an das Vereinsheim. Zudem ist geplant, mehrere inklusive Sportgeräte auf dem Gelände zu installieren, die hauptsächlich vom benachbarten Wohnverbund St. Gertrud genutzt werden sollen. Dieser habe sich daher auch intensiv in die Planung eingebracht. Allerdings seien die Geräte nicht nur für den Wohnverbund gedacht, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im Juli sollen die Tiefbauarbeiten beginnen

Finanziert wird das insgesamt bis zu 950.000 Euro teure „Inklusive Sportgelände Auf der Au“ hauptsächlich durch Landesmittel in Höhe von knapp 700.000 Euro. Die Gemeinde stellt einen Anteil von zehn Prozent, also 77.500 Euro. So bleiben für den SV Morsbach gut 100.000 Euro, die er aus Rücklagen bestreiten sowie durch Spenden und schließlich durch Eigenleistungen beim Abbruch des Imbisses, den Rückbau des Oberbelags und durch Unterstützung beim Tribünenbau aufbringen will.

Der Rückbau der Rasenfläche soll schon bald, nach dem letzten Spieltag am 12. Mai beginnen, im Juli sollen die Tiefbauarbeiten starten. Florian Stausberg vom Bauamt der Gemeinde führt aus, dass als Grundlage eine hydraulisch gebundene Tragschicht mit einer Stärke von 35 Millimetern hergestellt werden muss: „Darauf wird das Grün gelegt, anschließend werden Sand und Kork eingestreut.“ Der Kunstrasen soll im Oktober und November verlegt werden.

Für das kommende Jahr sind der Bau von Tribüne, Zuwegung und Sanitärgebäude geplant. Nach einem rund fünfjährigen Planungsprozess und einer knapp zweijährigen Bauzeit soll der Sportplatz Ende 2025 dann wieder für die knapp 20 Mannschaften des Vereins in vollem Umfang nutzbar sein. Fachbereichsleiter Benjamin Schneider ist begeistert: „Diese zukunftsweisende Maßnahme ist eine hervorragende Abrundung der Umgestaltung der Bahnhofsstraße.“

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