Ziemlich clever: Der Tankwagen fasst 17.000 Liter Wasser und spart viel Geld. Es gab aber noch ein zweites Auto für Nümbrechts Wehr.
ErfindergeistNümbrechter Feuerwehr hat einen Milchwagen zum Einsatzfahrzeug umgebaut

Schlüsselübergabe mit (v.l.) Wehrleiter Michael Schlößer, seinem Stellvertreter Sascha Polke, Bürgermeister Thomas Hellbusch, Einsatzführerin Christina Theis und Jan Putzig, Löschgruppenführer in Marienberghausen.
Copyright: Siegbert Dierke
Die Freiwillige Feuerwehr Nümbrecht hat am Mittwochabend an der Feuerwache in der Gouvieuxstraße zwei neue Fahrzeuge präsentiert: ein Tanklöschfahrzeug für die Waldbrandbekämpfung und einen Tankwagen. Die Fahrzeuge wurden an die Löschgruppen Marienberghausen und Nümbrecht übergeben. Beide Fahrzeuge wurden technisch so umgebaut, dass sie den Anforderungen der Feuerwehrarbeit entsprechen.
Nümbrechter Einsatzfahrzeug bringt 17.000 Liter Wasser mit
„Den Tankwagen haben wir gebraucht gekauft. Er diente vorher als Milchsammelfahrzeug bei der Firma Transporte Schmidt in Elsenroth – nun ist er als Feuerwehr-Tankwagen TW-1 im Einsatz und hat insgesamt 17.000 Liter Volumen“, berichteten Michael Schlößer, Leiter der Nümbrechter Feuerwehr, sowie seine Stellvertreter Sascha Polke und Wilhelm Weber. Mit dem geländefähigen Fahrzeug können die Kamerarinnen und Kameraden bei Einsätzen nah an die Einsatzorte heranfahren.
„Und wir verfügen dank eingebauter Pumpe, die mit den Versorgungsrohren im Fahrzeug verbunden wurde, direkt über viel Wasser“, beschrieb Weber die Vorteile des ursprünglichen Milch-Lkw, der bereits 870.000 Kilometer auf dem Tacho hat, aber nun völlig neu aufbereitet wurde und den neuen technischen Standards entspricht. „In einer Box an der Seite des Fahrzeugs sind außerdem sehr schnell einsetzbare Einzelschläuche angebracht, die den Feuerwehrkräften eine sehr schnelle und unkomplizierte Wassser-Zugänglichkeit ermöglichen“, so Weber weiter.
Beide neuen Nümbrechter Fahrzeuge sind geländegängig
Bei dem zweiten neuen Einsatzfahrzeug handelt es sich um einen alten Unimog, der der Feuerwehr jahrelang als Rüstfahrzeug diente . Diese Aufgabe übernimmt nun ein neu angeschaffter großer Rüstwagen. Der Unimog ist ab sofort als Tanklöschfahrzeug TLF-2000 bei Wald- und Vegationsbränden im Einsatz, kann aber auch bei technischen Einsätzen in unwegsamen Geländen eingesetzt werden. „Das Fahrzeug wurde nach unseren Vorstellungen und Erfahrungen als Feuerwehr gemeinsam mit einem Spezialunternehmen aus Siegen ausgestaltet und technisch einwandfrei aufbereitet“, so Weber.
Das Fahrzeug wurde nach unseren Vorstellungen und Erfahrungen als Feuerwehr gemeinsam mit einem Spezialunternehmen aus Siegen ausgestaltet und technisch einwandfrei aufbereitet.
Für die Konzeption der beiden Feuerwehr-Fahrzeuge wurden insgesamt rund 460.000 Euro aufgebracht. Wären sie neu angeschafft worden, „hätte dies rund eine Millionen Euro an Kosten verursacht“, berichtete Michael Schlößer.
Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch betonte bei der offiziellen Schlüsselübergabe: „Ein solches Konzept ist einzigartig in Oberberg und auch in NRW – wir freuen uns über diese beiden Einsatzfahrzeuge, die für kleines Geld einen Mehrwert an Sicherheit bieten und auch an andere Kommunen für deren Einsätze herausgegeben werden können.“ Auch Kreisbrandmeister Julian Seeger lobte die Nümbrechter Feuerwehr für deren „Erfindergeist und die ehrenamtliche Arbeit“.
