Oberberg – Die meisten Kunden hatten ihre Dokumente parat und zeigten sie unaufgefordert vor, berichtet Elke Koppen. „Nur ein Herr war am Samstag mit der 2G-Regelung nicht einverstanden“, sagt die Leiterin des Maiworm-Modegeschäfts in Waldbröl. Die neuen Beschränkungen beim Kundeneinlass sorgen bei den oberbergischen Einzelhändlern naturgemäß nicht für Begeisterung. Aber man fügt sich ins Unvermeidliche – Hauptsache, man muss nicht wieder komplett dicht machen.
Kaum Vorbereitungszeit für Händler und Gastronomen
Diese Stimmungslage ergibt eine Abfrage nach dem zweiten Adventswochenende. Die Waldbröler Textilhändlerin Koppen bedauert allerdings, dass der Andrang am Samstag schon spürbar geringer war. „Hier im Südkreis gibt es ja noch viele, die nicht geimpft sind.“ In ihrem Geschäft wird nur noch einer von zwei Eingängen offen gehalten und dort werde streng kontrolliert, versichert Koppen. Allen Kunden, die das Geschäft nicht betreten dürfen, will sie wieder einen Abholservice anbieten.
Uwe Gothow, Geschäftsführer von „GMerleben“, kritisiert, dass Händler und Gastronomen wieder kaum Vorbereitungszeit gehabt hätten. Besonders für kleinere Geschäfte mit nur einem oder zwei Mitarbeitern sei die Einlasskontrolle schwierig. Er beobachte aber einen allgemeinen Pragmatismus und die Haltung: „Es nützt ja nichts, wir müssen da durch.“
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Aus Wiehl berichtet Dr. Jörg Sachse ebenfalls von Disziplin im Umgang mit den Zutrittsbeschränkungen im Einzelhandel. Der Wein- und Delikatessenhändler ist Vorsitzender des Wiehler Rings der Gewerbetreibenden und war positiv überrascht: „Als Lebensmittelgeschäft bin ich ja selbst gar nicht betroffen, aber auch bei mir wollten die Leute ihre Bescheinigungen vorzeigen.“
Durch den verkaufsoffenen Sonntag sei der Kundenandrang entzerrt worden, sagt Sachse, „und das ist ja der Sinn der Übung.“ Eine lange Schlange habe es darum nur am Rathaus gegeben, wo die Leute für die Impfaktion anstanden.
Klassischer Bummel mach derzeit keinen Spaß
Sachse hat keine Sorge, dass Corona den Wiehler Einzelhändlern den Garaus macht und alle Kunden zum Onlinehandel abwandern: „Die Leute wollen in die Geschäfte kommen, weil sie hier einen vernünftigen Service bekommen.“ Das glaubt auch Arne Schiek, seit September Centermanager im Gummersbacher Forum. „Die Leute möchten ja einkaufen, sie wollen die Ware fühlen, schmecken, riechen.“ Darum glaubt er an ein auskömmliches Weihnachtsgeschäft, trotz der 2G-Regelung.
Klar, der klassische Bummel mache derzeit keinen Spaß. „Wer probiert schon gern mit Maske einen Pullover an?“ Die Kunden kämen eher, um gezielte Einkäufe zu erledigen. Beim Einlass zum Saturn-Technikkaufhaus seien auch am Montag noch Schlangen entstanden, weil es eben dauere, bis man Handy und Ausweis aus der Tasche gekramt hat, berichtet Schiek. Wenn das Ordnungsamt mitspielt, will er den Besuchern des Einkaufszentrums ermöglichen, sich an Infopoints zentral für alle Geschäfte zu registrieren, und sie mit Bändchen ausstatten.


