Oberberg – Leichte Lektüre hatte sich Lotta Brand wahrlich nicht ausgesucht, um beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Börsenvereins zu punkten. Ihr Buch „Soul Surfer“ beschreibt die wahre Geschichte von Profisurferin Bethany Hamilton, die als 13-Jährige bei einer Attacke eines Tigerhais ihren linken Arm verlor.
Es war genau diese Stelle, der Angriff des Hais, die die Schülerin der Wiehler Sekundarschule TOB mit exakt der richtigen Mischung aus Sachlichkeit und Emotionalität vortrug. Damit überzeugte sie die beeindruckte Jury, der in diesem Jahr Buchhändlerin Martina Galunder als Vorsitzende, Katharina Scholl von der Gummersbacher Kreis- und Stadtbücherei, Tanja Draube von der Stadtbücherei Wiehl und Sandra Oetelshoven, Leiterin der Radevormwalder Stadtbücherei, sowie Journalistin Katja Pohl angehörten.
Schauspielerei hilft beim Vorlesen
Wie schon im Vorjahr wurde der Wettbewerb als Zoom-Konferenz der Jury durchgeführt, die die 22 Videobeiträge der Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen aus den Bezirken Nord und Süd sorgfältig sichtete. Im Bezirk Süd war Lotta Brand siegreich, im Bezirk Nord Matteo Olfert, der den gymnasialen Zweig der Freien Christlichen Bekenntnisschulen in Gummersbach besucht. Lotta Brand verriet, dass sie seit drei Jahren dem Schauspielkurs für Kinder der Gummersbacher Halle 32 unter der Leitung von Christine Bretz angehört: „Ich glaube, das hat mir beim Vorlesen geholfen.“
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Auch Matteo Olfert zeigte großes Talent, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und Spannung aufzubauen, als er die Jury nach Rocky Beach mitnahm, wo „die drei Fragezeichen“ Justus, Peter und Bob, gegen den „Fluch des Goldes“ angehen. Ein reißender Fluss trägt sie zu einem Wasserfall – eine Stelle, die Matteo fesselnd vorlas. „Ich habe mir zur Orientierung die Hörspiele angehört, um die unterschiedlichen Stimmen üben zu können“, berichtete Matteo. So wie Lotta Biografien verschlingt, mag Matteo Spannendes und liest auch manchmal Fantasy für junge Leser. Beide bewiesen, dass sie den Rat von Christian Bürgin, Leiter der Kreis- und Stadtbücherei, beherzigt hatten. Sein Tipp lautet: „Beim Wettbewerb sollte man aus einem Buch vorlesen, das einem am Herzen liegt, das man kennt und mag. Diese Verbindung zum Lesestoff spürt dann auch die Jury.“ Lotta und Matteo werden nun in den nächsten Wochen beim Bezirksentscheid in Köln dabei sein. (r)


