Das Landgericht Köln hat im Prozess wegen Drogenhandels gegen vier Männer die Urteile gesprochen.
Prozess in KölnHaft und Geldstrafen für vier Männer aus Oberberg

Angeklagt waren vier Männer.
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Im Prozess gegen vier Männer (31, 35, 28 und 24) aus Oberberg wegen gewerbsmäßigen Handels mit Cannabis und Kokain hat die 24. Große Strafkammer am Kölner Landgericht am Donnerstag die Urteile gesprochen. Der 31-jährige Hauptangeklagte muss wegen Handels mit Cannabis und Kokain für viereinhalb Jahre in Haft. Seine drei Mitangeklagten kamen deutlich milder davon.
Der 35-Jährige wurde wegen Besitzes von Kokain zu anderthalb Jahren Haft verurteilt, die das Gericht zur Bewährung aussetzte. Als Bewährungsauflage muss der Mann 3600 Euro an die Drogenhilfe Köln zahlen. Der 28-Jährige, der als einziger in dem Prozess geschwiegen hatte, wurde wegen Beihilfe zum Cannabis- und Kokainhandel zu einem halben Jahr Haft auf Bewährung sowie 1800 Euro an die Drogenhilfe Köln verurteilt. Der 24-Jährige, der umfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet hatte, kam mit einer Geldstrafe davon. Er muss für Beihilfe zum Cannabis- und Kokainhandel 120 Tagessätze zu je 10 Euro zahlen.
24-Jährige ging der Polizei nach einer Verkehrskontrolle in die Lappen
Das Gericht sah es nach sieben Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der 31-Jährige im Januar im Oberbergischen Kreis aus einem gemieteten BMW heraus gewerbsmäßig mit Cannabis und Kokain handelte. Die beiden wegen Beihilfe verurteilten Angeklagten dienten ihm in dieser Zeit als Chauffeure, da der 31-Jährigen über keine Fahrerlaubnis verfügte. Nach einer Verkehrskontrolle war zunächst der 24-Jährige der Polizei in die Lappen gegangen, wobei Beamte Cannabis in dem Wagen sicherstellten.
Der 24-Jährige machte daraufhin umfassende Angaben zu dem 31-Jährigen und gab Hinweise auf den 35-Jährigen. Hinter letzterem hatten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst für den Aufbewahrer für das zu verkaufende Cannabis und Kokain gehalten, was aber letztlich nicht nachgewiesen werden konnte.
Wenige Tage später war dann auch der 31-Jährige Beamten aus Gummersbach ins Netz gegangen. Als Motiv hatte er bei Prozessbeginn unter anderem Schulden aus früheren Geldstrafen angegeben. Zwar hatte der 31-Jährige den Handel mit Cannabis gestanden, den Kokainhandel jedoch abgestritten. „Es ist ja aber nicht das erste Mal, dass sie mit Kokain aus dem Auto heraus gehandelt haben“, sagte Gül. Und weiter: „Es ist meistens keine gute Idee, uns für dumm zu verkaufen.“ Dem 35 Jahre alten Angeklagten hielt das Gericht unter anderem sein frühes Geständnis zu Gute. Zudem sei seine Vorstrafe nicht einschlägig. „Es muss Ihnen aber klar sein, dass Sie hier außerordentlich gut weggekommen sind“, wandte sich Gül an den Angeklagten persönlich.
Die – im Gegensatz zu dem 24-Jährigen – wesentlich härtere Strafe für den 28-Jährigen von sechs Monaten Haft auf Bewährung begründete die Kammer damit, dass der Angeklagte geschwiegen und keine Verantwortung für seine Taten übernommen habe. „Mit einer Aufklärungshilfe hätten Sie es hier geschafft, Ihr Führungszeugnis sauber zu halten“, konstatierte Gül.
