Abo

GoldhochzeitAlice und Abram aus Reichshof-Brüchermühle sind seit 50 Jahren unzertrennlich

3 min
Foto eines Ehepaares, das seit 50 Jahren verheiratet ist.

Seit mittlerweile 50 Jahren gehen Alice und Abram Falk als Eheleute gemeinsam durchs Leben. 

Ihren Glauben sehen die beiden Jubilare aus Reichshof als gemeinsame Lebensgrundlage. Das funktioniert: Nun feiern die beiden Goldhochzeit. 

„Für unsere Hochzeit musste ich damals in Kirgistan in unserer freien Gemeinde den Sonntag nehmen, der noch frei war. Also habe ich mit dem Ältesten den 12. September 1976 vereinbart und abends meiner Frau verraten, dass wir bald heiraten werden“, berichtet Abram Falk (71) schmunzelnd. Seine Frau Alice (71) lächelt: „Ich bin seit 50 Jahren glücklich, dass mein Mann mich immer gut beschützt hat.“

Reger Briefwechsel während der Militärzeit

Über den Weg gelaufen waren sich die jungen Leute immer mal wieder, 1973 wurden sie ein Paar. 1976, nachdem sie sich während Abram Falks zweijähriger Militärzeit viele Briefe geschrieben hatten, heirateten sie kirchlich in Bergtal (Rot-Front) und am 28. September standesamtlich in Syn-Tash. Eigentlich hatte das Paar mit deutschen Wurzeln schon zu diesem Zeitpunkt auswandern wollen, doch es gab keine Erlaubnis zur Umsiedelung nach Deutschland.

Altes Hochzeitsfoto

Am 12. September 1976 heirateten Alice und Abram Falk kirchlich.

Die beiden kauften ein kleines Haus in Bergtal, bauten später dort neu und wirtschafteten auf ihrem eigenen Bauernhof mit Tieren und Gemüsezucht. An Flitterwochen war nicht zu denken. Abram Falk arbeitete zunächst 15 Jahre lang als Schnitzer, seine Frau unterstützte ihn dabei. Als gläubiger Mennonit gründete er schließlich mit einem Freund ein Missionswerk, dessen Vorsitz er übernahm.

Ich bin seit 50 Jahren glücklich, dass mein Mann mich immer gut beschützt hat.
Alice Falk über die Ehe mit ihrem Abram

Später wurde Abram Falk Vorsitzender einer landwirtschaftlichen Genossenschaft und war mehrere Jahre lang Ortsvorsteher seines Dorfes. Seine Frau hielt ihm den Rücken frei, sorgte für die Familie und kümmerte sich mit viel Sachkenntnis um den großen Gemüsegarten. „Wir waren immer Selbstversorger“, blickt Abram Falk zurück.

Neue Heimat in Oberberg und 19 Enkelkinder

Fünf Kinder, Lilli, Eugen, Waldemar, Regina und Magdalena, hat das Paar. Dazu kommen 19 Enkelkinder. Die Familie lebt seit rund 20 Jahren in Oberberg, nachdem es letztlich doch möglich war, auszuwandern, und trifft sich jeden Sonntag im Gottesdienst der Evangelischen Freikirche – Mennoniten Brüdergemeinde Nümbrecht. Dort übersetzt Abram Falk regelmäßig, ebenso wie seine Söhne, den Gottesdienst ins Russische. In der alten Heimat predigte er in der freien Gemeinde selbst, hier überlässt er das den Jüngeren, sagt er.

In Oberberg gründete er in Waldbröl erneut ein Missionswerk – als Vorsitzender von „Das tägliche Brot“ koordiniert und organisiert er mit seiner Frau Alice Hilfslieferungen in die Ukraine. „Der Glaube an Gott ist die Grundlage unseres Lebens“, sagen die Jubilare überzeugt. 


Die Jubilare: Alice und Abram Falk erinnern sich noch gut an ihren ersten Kuss. Die Jubilarin verrät lächelnd: „Wir waren noch nicht so lange ein Paar. Abram hat mich abends nach Hause gebracht und gab mir einen Abschiedskuss. Das war so aufregend, dass ich nicht schlafen konnte.“ Für die Zukunft wünschen sie sich noch viel gemeinsame Zeit. Beide ergänzen sich perfekt. Während Alice im Hintergrund liebevoll für die Familie sorgt und aufpasst, dass es allen gut geht, ist Abram der Motor der Verbindung mit großer Schaffenskraft. Alice Falk sagt: „Ich habe mich bei meinem Mann immer sicher und geschützt gefühlt.“