Die Gemeinde Reichshof hat den Sachstand der Planungen bei einer Bürgerversammlung präsentiert. Aus dem Publikum kamen auch kritische Fragen.
WirtschaftsförderungErweiterung des Gewerbegebiets Wehnrath kommt nicht vor 2029

Sarah Schmidt von der Gemeindeverwaltung, Bürgermeister Jan Gutowski (M.) und Uwe Cujai von der Wirtschaftsförderung des Oberbergischen Kreises gaben im Kulturforum einen Sachstandsbericht.
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Eine mögliche Erweiterung des Reichshofer Gewerbegebiets Wehnrath war am vergangenen Mittwochabend Thema einer Infoveranstaltung im Kulturform des Schulzentrums in Eckenhagen. Vertreter der Gemeinde informierten mit einer Präsentation über den Stand der Dinge und gaben mit einem kurzen Animationsfilm visuelle Einblicke in die mögliche Erweiterung des Gewerbegebiets nordwestlich von Sinspert.
Die Erweiterung ist noch nicht in trockenen Tüchern. So müsse die Bezirksregierung erst noch über den Förderantrag entscheiden, sagten die Vertreter der Gemeinde und der Bau-, Grundstücks- und Wirtschaftsförderung GmbH (BGW). Ein Bauleitplanverfahren sei eingeleitet, das Gutachten wie etwa zum Natur- und Artenschutz umfasst. Eine Erschließung würde dann europaweit ausgeschrieben.
In Wehnrath sollen 18 Hektar dazukommen
Sarah Schmidt präsentierte als Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters die Pläne für die etwa 18 Hektar große Erweiterung des Gewerbegebiets, mit der Platz für Betriebe aus Handwerk und Gewerbe geschaffen werden soll. Es gehe wohlgemerkt nicht um ein Indus-triegebiet, indem der Betrieb von Fabriken erlaubt wäre. Eine Begrünung soll dazu beitragen, dass das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird. Die Verkehrsanbindung soll über den Kapellenweg erfolgen.
Die Gewerbesteuern der künftig dort ansässigen Unternehmen würden eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde werden. Ein erweitertes Gewerbegebiet würde sich auch positiv auf die Lage auf dem lokalen Arbeitsmarkt auswirken. Im Jahr 2025 gab es 6530 Arbeitsplätze in Reichshof. 4689 Pendler strömten nach und 6022 aus Reichshof, legte Schmidt dar.
Sie rechne damit, dass der Förderantrag spätestens im Sommer 2027 gestellt wird. Erst wenn dieser bewilligt wird, könne die Erweiterung erfolgen, denn sie werde Kosten „im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ verursachen. Daraus resultiert ein Eigenanteil der Gemeinde Reichshof in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro. „Vor 2029 ist nicht mit einem Bau zu rechnen, das ist schon sehr optimistisch gerechnet“, erklärte Schmidt.
Zu den Zuhörern gehörten Bürger aus den Ortschaften Sinspert und Wehnrath, die der geplanten Erweiterung kritisch entgegensehen und die Gelegenheit nutzten, ihre Ideen und Meinungen einzubringen. Sorge bereiten den Bürgern etwa der Lkw-Verkehr und die Beleuchtung des Gewerbegebiets. Auf die Frage eines Bürgers hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Investition für die Gemeinde wollten die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt nicht antworten. Bürgermeister Jan Gutowski versprach aber grundsätzlich: „Wir wollen sie als Bürger mit maximaler Ehrlichkeit informieren und sie in die Planungen einbinden.“
