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Harte Arbeit„Garten der Arten“ in Reichshof erwartet den Herbst

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Die Naturgarten-Gruppe um den Fachmann Dieter Bonkowsky bereitet den „Garten der Arten“, mit Sorgfalt auf den Herbst vor.

Reichshof – „Hier ist es grüner und lebendiger als sonst in der Gegend“, freut sich Landschaftsgärtner Dieter Bonkowsky im „Garten der Arten“, dem Naturschaugarten in Reichshof-Brüchermühle. Dort haben Dr. Ruprecht Olbeter und Margit Frank ein privates Grundstück an der Kölner Straße mit einer Größe von 1000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt.

Geld für das Projekt kam aus dem Leader-Programm

Ein Jahr nach der Umsetzung dieses mit Geld aus dem Leader-Programm geförderten Projektes hat sich die Anlage mit mehreren Biotopen am Rande der Ortschaft prächtig entwickelt. Der Teich ist klar, Libellen und Hornissen schwirren übers Wasser, auf den Blumenwiesen tummeln sich Bläulinge und Weißlinge.

Fast 1000 Quadratmeter groß ist das Gartengelände an der Kölner Straße.

Für manche ersetzt das beschauliche Gärtchen das Wartezimmer in der benachbarten Praxis des Allgemeinmediziners Olbeter. Sie schauen sich dort um und nehmen gerne Anregungen für den eigenen Garten mit nach Hause.

Gartenarbeiten im Herbst

Diese Tipps für den heimischen Garten hat Christa Budde-Hilscher:

Blumenwiesen: Der Schnitt sollte jetzt im September erfolgen. Dabei etwa acht Zentimeter stehen lassen, um Insekten an den Stängeln in Bodennähe ein Überleben zu ermöglichen. Zusätzlich einen Saumbereich am Rand der Wiese ab sofort nicht mehr mähen.

Stauden: Nicht vor dem Winter schneiden, sondern erst im März oder April, denn sie dienen Insekten als Winterquartier. Den Staudenschnitt dann gebündelt und senkrecht am Rand des Gartens aufstellen.

Hecke: Von September bis Oktober die Hecke wieder in Form bringen. Dann haben die Vögel ihr Brutgeschäft erledigt.

Neuanpflanzungen: Im Herbst sollten nach dem Jäten von Beikraut die Lücken wieder gefüllt werden. Bei der Aussaat von Stauden sollten die Stellen markiert werden, damit die jungen Pflanzen im Frühjahr nicht mit unerwünschten Kräutern verwechselt werden.

Herbstlaub: Nicht entsorgen, sondern unter Gehölzen oder in einer Grundstücksecke lagern und mit Zweigen abdecken – ein tolles Winterquartier für Igel, Molche und Insekten. (kup)

Eingriff mit Sense, Hacke und Gartenschere

Jetzt galt es für Hüter des Geländes jedoch, nicht nur zu schauen, sondern mit Sense, Hacke und Gartenschere einzugreifen. Während Holger Neumann die Schwarze Johannisbeere schneidet, entfernen Margit Frank und Christa Budde-Hilscher überschüssige Beikräuter, etwa das Kleine Weidenröschen, das sich zu sehr ausgebreitet hat. „Wir verwenden nicht das Wort ,Unkraut’, denn das ist eine althergebrachte Bezeichnung für unerwünschte Pflanzen im Nutzgarten“, erklärt Budde-Hilscher. Dennoch müsse gejätet werden: „Wir wollen ja einen Naturgarten und keinen verwilderten Garten.“

Nächster Einsatz ist geplant

Der nächste Einsatz im „Garten der Arten“ ist für Dienstag, 27. September, von 9 bis 12 Uhr geplant und steht unter dem Titel „Lernen beim Mitmachen“. Interessierte sind eingeladen, mit eigenem Werkzeug die Gartenpflege gemeinsam mit den Naturgartenexperten vorzunehmen. Dabei soll der Austausch von botanischen Kenntnissen nicht zu kurz kommen. (kup)

„In den ersten zwei bis drei Jahren ist der Pflegeaufwand am höchsten“, berichtet derweil Bonkowsky. So lange dauere es, bis ein gewisses Gleichgewicht hergestellt und der Boden flächig bedeckt sei. „Man muss begreifen, dass wir hier nur eine Entwicklung angestoßen haben“, betont er.

Helfer Holger Neumann schneidet die Schwarze Johannisbeere.

Besser hochwertiges Werkzeug nutzen

Besonders wichtig sei es, die Entwicklung der Pflanzen zu betrachten und danach milde regulierend einzugreifen. So bleibt die noch blühende Fettwiese als Insektenfutter stehen, während der trockene Hang oberhalb des Feuchtbiotops bereits mit der Sense gemäht worden ist.

Neumann betont, dass es vorteilhaft ist, für die Gartenarbeit nur hochwertiges Werkzeug zu benutzen, da ansonsten die Lust an der gesunden Beschäftigung im Freien verlorengehe: „Gerade bei der Trockenheit sind die Pflanzen in dem verbackenen Boden oft nur mit schwerem Gerät herauszubekommen.“ An die Ochsenzunge lässt ihn Budde-Hilscher jedoch noch nicht ran: „Die muss als Futterpflanze für die Insekten bis zum nächsten Einsatz stehen bleiben.“