Bauherr und Investor ist Viktor Koop, der Gründer des Pflegedienstes Phileo. Um ein ähnliches Vorhaben in der Nachbarschaft ist es still geworden.
GroßbaustelleIn der Stadt Waldbröl wächst ein kleines Dorf für Seniorinnen und Senioren

In Waldbröl leitet Viktor Koop den Pflegedienst Phileo: Dieser möchte sich in den kommenden Jahren stark vergrößern. Inzwischen haben die Baurbeiten auf den Grundstücken zwischen der Turnerstraße und der Theodor-Storm-Straße begonnen.
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Fünf neue Gebäude, ein Park, dazu Wohnungen für 122 Seniorinnen und Senioren, ein Café, eine Bäckerei, eine Großküche, eine Praxis für einen Hausarzt und Räume für einen Physiotherapeuten sowie 39 Plätze in der Tagespflege für Menschen aus der Marktstadt, die darauf angewiesen sind: Wenn Viktor Koop, Geschäftsführer des Pflegedienstleisters Phileo, seine Pläne ausbreitet, dann ist sofort klar: Im Winkel zwischen der Theodor-Storm-Straße und der Turnerstraße wächst zwischen Isengarten, Eichen und der Maibuche beinahe ein ganzes Dorf. Vor zwei Monaten haben die Bauarbeiten dort begonnen.
„Wir hoffen, dass wir in sieben, spätestens aber in neun Jahren mit allem fertig sind“, erklärt Koop (43), selbst Altenpfleger von Beruf. 2017 hat er mit Phileo den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 70 Beschäftigte zählt das Unternehmen heute – wenn alles steht, sollen es 250 sein. Gebaut wird auf einer Fläche von gut 15.000 Quadratmetern, vom Bestand soll so viel wie möglich erhalten bleiben. Das Bürogebäude an der Turnerstraße fällt allerdings dem Abbruchbagger zum Opfer.

Eine durchaus lästige Überraschung: Unter dem früheren Waldbröler Sägewerk befinden sich Kellerräume, die auf keinem der Pläne verzeichnet waren. Inzwischen sind nahezu alle Zugänge und Räume mit Beton verfüllt worden.
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Zu sehen ist von den Arbeiten bisher indes nicht viel: Da, wo früher aus Baumstämmen Bretter wurden, soll im Sommer kommenden Jahres die Tagespflege mit dann 39 Plätzen (heute: 19) einziehen. Die Vorbereitungen laufen im Inneren, noch hat die fast 1200 Quadratmeter große Halle des früheren Sägewerks nur ein Erdgeschoss – und einen Keller. Eine lästige Überraschung: „Der war nirgendwo verzeichnet“, verrät Viktor Koop. Jüngst seien fast alle dieser Räume mit Beton verfüllt worden.
Gerade wird das Fundament gelegt, das später eben zwei Geschosse trägt. „Allein hier verbauen wir 25 Tonnen Stahl.“ Im Geschoss darüber werden vier Ein-Zimmer-Apartments und sechs Wohnungen, jeweils rund 70 Quadratmeter groß, eingerichtet. In diesem Jahr soll aufgestockt werden, das Gebäude im Herbst ein neues Dach bekommen.
In Waldbröl kommt fast alles aus den eigenen Händen der Brüder Viktor und Peter Koop
„Wir machen alles selbst“, betont Koop, der nicht nur seinen Bruder Peter als technischen Leiter eingestellt hat, sondern auch zwei Fachkräfte. Die Räume links und rechts von der Tagespflege sollen die beiden Praxen beherbergen. Koop: „Einen Hausarzt haben wir schon, er kommt in drei Jahren. Mit dem Physiotherapeuten verhandeln wir.“ Betreiber für die Cafeteria und die Bäckerei würden gesucht, ergänzt der Unternehmer.
„Wir wollen eine Kooperation schaffen, da wir selbst eine Großküche eröffnen, um den Bewohnerinnen und Bewohnern künftig frische Mahlzeiten aus dem eigenen Haus zu servieren.“ Zurzeit beliefert Phileo 1000 Haushalte in Waldbröl, Nümbrecht und Morsbach mit Speisen, die ein Dienstleister kocht. Die Cafeteria, so Koop, solle auch Gästen offenstehen und ein Treffpunkt werden für die Nachbarschaft und die Angehörigen. Darunter soll sich eine Tiefgarage mit 50 bis 60 Stellplätzen erstrecken. Die Zufahrt erfolgt über den heutigen Parkplatz für die Firmenautos, „der Verkehr auf der Turnerstraße soll nicht beeinflusst werden“.
Getragen wird Phileo sowohl von einer gemeinnützigen Gesellschaft als auch von einem Verein, dem die gesamte Anlage gehört. „Die Finanzierung dieses Projekts ist immer die größte Herausforderung – und zuvor hätte ich nie gedacht, dass es mal so groß wird“, schildert Viktor Koop. „Es zu planen und mit meinem Bruder Peter umzusetzen, das macht großen Spaß.“ Neben dem eigenen Kapital kalkuliert der Unternehmer mit privaten Darlehen und auch mit Spenden. Der Politik hat er sein Vorhaben im Juni 2023 vorgestellt und sofort grünes Licht erhalten. Angaben zu den errechneten Kosten macht Koop indes nicht.
Was wird aus dem geplanten Pflegecampus in Waldbröl-Eichen?
Beinahe zeitgleich hat 2023 auch der damals in Frankfurt am Main ansässige Investor Thomas Baumann angekündigt, mit seinem Unternehmen Secon Bau- und Boden-GmbH in Eichen einen rund 20.000 Quadratmeter großen Pflegecampus sowie eine Kinertagesstätte zu errichten. Um dieses Vorhaben ist es still geworden.
Einen Teil dieser Flächen an der Mecklenburger Straße hat inzwischen der Trägerverein der Freien Christlichen Bekenntnisschule in Gummersbach gekauft. Dieser will dort eine neue Grundschule errichten. „Ein weiterer Investor plant 49 barrierefreie Wohnungen auf einem Teilgrundstück von uns“, erklärt Baumann, inzwischen im bayerischen Kreuth ansässig, auf Nachfrage am Dienstag. Weitere Informationen könne er derzeit nicht anbieten, lässt Baumann wissen.
