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JubiläumIn Waldbröl-Hermesdorf feiern Iraida und Alexander Sonnenberg ihre Goldhochzeit

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Seit 50 Jahren ein Ehepaar und heute stolze Eltern von vier Kindern: In Waldbröl-Hermesdorf feiern Iraida und Alexander Sonnenberg ihre goldene Hochzeit.

Seit 50 Jahren ein Ehepaar und heute stolze Eltern von vier Kindern: In Waldbröl-Hermesdorf feiern Iraida und Alexander Sonnenberg ihre goldene Hochzeit.

Die Liebesgeschichte des Jubelpaares beginnt vor fünf Jahrzehnten in Kasachstan. 1989 kam die damals junge Familie in den Süden Oberbergs.

Heute – am 6. März 2026 – feiern Iraida und Alexander Sonnenberg in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf das Fest der goldenen Hochzeit. Dass sich die beiden überhaupt kennenlernen konnten, ist im Wesentlichen dem Gesundheitszustand von Iraidas Vater zu verdanken. Die Jubelbraut ist zunächst in einem kleinen Dorf bei Gubacha im Uralgebirge aufgewachsen, das Europa von Asien trennt: „Das war eine kleine Siedlung, in der Holzfäller anfangs in Baracken gelebt haben und später dort sesshaft geworden sind.“ Eine Schule gab es trotz der geringen Einwohnerzahl: „Alle vier Klassen wurden in einem Raum unterrichtet.“

Allerdings wurde ihr Vater krank, als sie acht Jahre alt war. Es hieß, dass er nur dort genesen könne, wo viele Tomaten wachsen. Daraufhin zog die Familie in das knapp 3000 Kilometer südlicher gelegene Alma-Ata in Kasachstan. Die Stadt liegt in der Nähe der Grenze zu Kirgisien – dort gibt es nicht nur Tomaten, sondern auch Obst in Hülle und Fülle: „Da ist mein Vater bald gesund geworden.“

Heute feiern Iraida und Alexander Sonnenberg aus Waldbröl-Hermesdorf ihre goldene Hochzeit. Dieses Foto zeigt das Paar bei der Eheschließung vor 50 Jahren in Kasachstan.

Heute feiern Iraida und Alexander Sonnenberg aus Waldbröl-Hermesdorf ihre goldene Hochzeit. Dieses Foto zeigt das Paar bei der Eheschließung vor 50 Jahren in Kasachstan.

Ihr späterer Ehemann ist in Alma-Ata geboren und aufgewachsen. Nach einer Lehre als Schlosser musste er Militärdienst in der Nähe des Nordkaps bei Murmansk am Arktischen Ozean leisten: „Die Fahrt dorthin hat so lange gedauert, dass ich während der zwei Jahre nicht einmal nach Hause konnte.“

Spannend wurde es bei seiner Rückkehr. Die Jubelbraut hatte inzwischen eine Ausbildung zu Schneiderin absolviert. Einmal hatte sie gehört, wie eine Arbeitskollegin zu einer anderen sagte: „Das Mädel könnte einen Jungen gebrauchen.“ Wenig später bekam sie von der Kollegin die Aufforderung, am Sonntag bei einer Kundin ein Kleid anzupassen: „Ich war schon ziemlich verwundert, aber ich hatte nichts anderes vor und da bin ich eben mitgegangen.“

Eine Kundin gab es damals nicht, aber einen attraktiven jungen Mann

Dort angekommen, machte die damals 22-Jährige große Augen: Es gab keine Kundin und auch kein Kleid, dafür aber einen attraktiven Mann: „Er sah richtig gut aus und da habe ich mir gedacht, ein bisschen quatschen schadet ja nicht.“ Bald darauf funkte es zwischen den beiden. Und nachdem die Kollegin gegangen war, vergaßen sie die Zeit: „Irgendwann haben meine Eltern Alarm geschlagen und mein Bruder ist losgezogen, um mich zu suchen.“

Drei Monate später heiratete das junge Paar und lebte zunächst bei ihren Eltern, bis es ein kleines Häuschen gegenüber kaufen konnte. Dort wurden die Kinder Victor, Eduard, Artur und Liliana geboren. Iraida sagt und schmunzelt: „Wir mussten zwischenzeitlich anbauen.“ Mitte der 1980er wanderte jedoch ihr jüngerer Bruder der Liebe wegen nach Deutschland aus – in das oberbergische Waldbröl: „Er hat so davon geschwärmt, dass wir einfach nachkommen mussten.“

Nach der Umsiedlung 1989 hat die Familie zunächst 22 Jahre lang in einem Bauernhaus in Happach mit Hühnern, Enten und Gänsen gelebt: „Da war viel Platz für die Kinder und auch deren Freunde sind immer zu uns gekommen.“ Begeistert ist das Paar von der hiesigen Gegend: „Zwar gab es in Kasachstan mehr Sonne, aber hier ist alles viel grüner.“ Doch nachdem die Kinder ihre eigenen Wege gegangen sind, wurde das Gehöft zu groß und das Ehepaar zog zu Tochter Liliana und deren Ehemann Eugen nach Hermesdorf. Und heute feiert das Jubelpaar seinen großen Tag im Kreise der Familie mit neun Enkelkindern, und das auch mit einem mongolischen Büfett in Gummersbach.


Das sind die Waldbröler Jubilare

Iraida Sonnenberg verrät das Geheimnis ihres langen Ehelebens: „Es war Gottes Fügung, dass wir zusammengekommen sind. Er will, dass wir gemeinsam durchs Leben gehen.“ Wichtig sei, auch bei Schwierigkeiten immer zusammenzuhalten. Die Familie ist für das Goldhochzeitspaar das Ein und Alles.

Alexander Sonnenberg schildert: „Erst haben die Kinder von uns viel gelernt – jetzt lernen wir von ihnen den Umgang mit den modernen Medien.“ Die Jubelbraut äußert berührt: „Ich bin meinem Gott so dankbar für unsere Kinder.“