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Made in Oberberg
Unternehmer Meik Klose zieht mit Millionen an Eierkartons nach Waldbröl

4 min
Henning Hermes, Mitarbeiter bei „eierschachteln.de“, gibt neue Kartons in die Maschine, darin erhalten diese ihre Aufdruck und auch ein Etikett. Bald arbeitet Hermes in Waldbröl.

Henning Hermes, Mitarbeiter bei „eierschachteln.de“, gibt neue Kartons in die Maschine, darin erhalten diese ihre Aufdruck und auch ein Etikett. Bald arbeitet Hermes in Waldbröl.

Dem einst in Nümbrecht gegründeten Start-up ist der aktuelle Standort in Ruppichteroth zu klein geworden. In der Marktstadt will es weiter wachsen.

Ob die Henne zuerst da war oder doch das Ei, das weiß auch Meik Klose nicht. Bei ihm ist die Sache dagegen klar: Es war weder das Federvieh noch das Ei, sondern der Karton dafür. Als Jugendlicher kauft der heute 36-Jährige solche Verpackungen und veräußert diese dann an die eigene Kundschaft, und das immer genau in der Stückzahl, die gebraucht wird. „Das war der Trick“, erklärt Klose sein Erfolgsrezept. Aufgewachsen ist der Unternehmer auf dem Hof Alpermühle in der Nümbrechter Ortschaft Schönthal, seit 2012 führt er nun seine eigene Internetfirma. Die heißt „eierschachteln.de“.

Noch handelt Klose im Ruppichterother Dorf Oeleroth mit allem, was Henne, Hahn und Ei eben so brauchen, nur eben nicht mit Henne, Hahn und Ei. Und weil das Geschäft brummt, steht jetzt ein Umzug an. Kloses Betrieb wird in Waldbröl ansässig, im vergangenen Dezember hat er das frühere Gelände des Automobilzulieferers Megatech gekauft. Das Werk hatte zuvor der italienische Konkurrenzkonzern Sapa übernommen und in den Hermesdorfer Hallen das Licht ausgemacht. „Wir wachsen von heute 4000 Quadratmetern auf 13.000 Quadratmeter“, berichtet der neue Eigentümer.

Firmengründer Meik Klose präsentiert einen Drehstapelkorb für den Transport von jeweils 360 Eiern. Dieses Teil ist wahrscheinlich die größte Ware im Sortiment des 36-Jährigen.

Firmengründer Meik Klose präsentiert einen Drehstapelkorb für den Transport von jeweils 360 Eiern. Dieses Teil ist wahrscheinlich die größte Ware im Sortiment des 36-Jährigen.

Nachdem die Sache mit dem Ei schon zu Beginn bestens ins Rollen kommt, bricht Meik Klose sein Studium, Fachrichtung E-Commerce, zugunsten der eigenen Gründung ab. 40 Menschen haben heute einen Job bei ihm, in der Marktstadt sollen es unbedingt mehr werden. Seit Montag laufen da die Vorbereitungen: Gerade werde das Dach repariert und dichtgemacht. „Ich schätze, dass wir im April kommenden Jahres mit allem fertig sind.“

Mit dem wahrscheinlich kleinsten Artikel lässt sich das Alter eines Eies bestimmen

In Oeleroth ist der Platz tatsächlich knapp, auf Meter hohen Regalen und unzähligen Holzpaletten türmt sich dort die Versandware, allein eine Million Eierkartons liegen dort auf Lager. Ein Luftkammermesser ist wahrscheinlich der kleinste Artikel im Sortiment. „Mit dieser Schablone bestimmt man das Alter eines Eis“, erklärt der Fachmann. „Man hält das Ei vor eine starke Lichtquelle und misst die Größe der Luftkammer darin: Je größer diese ist, desto älter ist Ei.“ Das kleine Teil dient also der Qualitätssicherung. Und was ist zurzeit das größte Stück im Angebot? Klose überlegt: „Vermutlich die Drehstapelkörbe für den Transport von jeweils 360 Eiern.“

Abnehmer solcher Waren sind vor allem Direktvermarkter aus der Landwirtschaft mit ebenso kleinen wie riesigen Tierbeständen sowie Menschen, die im Garten Hühner halten. Auch einen Lagerverkauf gibt es, der dann auch in Waldbröl öffnen soll. Eine Halle auf dem Schönthaler Geflügelhof von Vater Andreas und Mutter Mechthild ist Kloses erster Firmensitz, „bis die mir gekündigt haben“, verrät der Sohn lachend.

Mitarbeiter Alaa Ali Msallam füllt am Standort in Ruppichteroth-Oeleroth Geflügelfutter der Eigenmarke „Eivolution“ in die Verkaufssäcke.

Mitarbeiter Alaa Ali Msallam füllt am Standort in Ruppichteroth-Oeleroth Geflügelfutter der Eigenmarke „Eivolution“ in die Verkaufssäcke.

Danach zieht eierschachteln.de in die Homburger Papiermühle und 2019 dann in die ehemaligen Produktionsstätten der Kunststoff-Spritzgießerei und des Formenbauers Happ in Nümbrechts Nachbargemeinde Ruppichteroth.

Bio-Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit, das sei auch im Onlinehandel das Wichtigste, betont der Geschäftsmann. Und schon als Schüler habe er gelernt, dass er diesen spezialisieren müsse, erinnert sich Meik Klose. „Damals habe ich Verpackungsmaterial für Wachteleier in Öko-Qualität gesucht, aber das gab es damals immer nur in üppigen Mengen auf dem Markt.“

In Waldbröl freut sich Gründer Meik Klose auch auf den Vieh- und Krammarkt

In Oeleroth ist es zum Beispiel Mitarbeiter Henning Hermes, der so etwas ruckzuck passend macht: Wie ein Akkordeon fächert er einen Stapel Kartons breit auf, schiebt die Pappe dann in die Veredlung. In der Maschine erhalten die Eierkartons Etikett und Aufdruck, die nächste Charge geht an Demeter. Und längst sind diese Boxen nicht mehr nur grau: Es gibt sie auch in Quietschegrün und knalligem Pink.

Nachhaltig hergestellt wird etwa auch der Hanf-Einstreu für den Stall: „Während die Fasern aus den Hanfstängeln in die Papierindustrie gehen, verarbeiten wir den Rest zu diesem natürlichen, sehr saugfähigen, biologisch abbaubaren Bodenbelag.“

Solche Dinge stellt Meik Klose übrigens unter dem Namen Eivolution her, zu dieser Marke gehören zudem Hühnerschaukeln und auch Bio-Futter für Huhn und auch Mensch: „Eierlei“ heißt etwa eine Gewürzmischung fürs Rührei. „Ich freue mich auf Waldbröl“, verrät der Gründer. „Denn wir passen hervorragend zum Vieh- und Krammarkt.“

www.eierschachteln.de