Am Tag des Himmelsphänomens wurde die sechste Beobachtungsstation der Waldbröler Sternwarte eröffnet.
SternwarteWaldbröl bot Logenplatz für die Sonnenfinsternis

Astronomischer Nachwuchs ist gesichert: Zusammen mit dem Vorsitzenden Patrick Staden (r.) richtete der 15-jährige Thoren ein Teleskop ein.
Copyright: Wolfgang Weitzdörfer
Ohne Schutzbrille oder den Blick durch ein entsprechend ausgestattetes Teleskop ist sie eigentlich recht unspektakulär gewesen, diese partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend. Alles wirkte wie eine vorgezogene Dämmerung, die vielleicht für ein etwas fahles Licht sorgte, während die Sonne nach wie vor strahlte.
Zur Schülersternwarte in der Waldbröler Ortschaft Schnörringen sind an diesem Mittwochabend viele Menschen gekommen: Sie wandern auf eine höher gelegene Wiese, um einen guten Blick zu haben oder gehen zu den auf dem Gelände der Sternwarten aufgebauten sechs Teleskopen. Diese gewährleisten einen exklusiven Nahblick auf das Himmelsphänomen. Der Sichtschutz schützt das Auge, während sich der Mondschatten langsam vor die Sonne schiebt.
Bessere Bedingungen als 1999
Der 15-jährige Thoren ist am Nachmittag bereits eifrig dabei und hilft Patrick Staden, dem kommissarischen Vorsitzenden des Trägervereins, die Teleskope für die partielle Sonnenfinsternis einzurichten. Er ist gespannt, wie das seltene Spektakel durch die mit entsprechenden Filtern ausgestatteten Teleskope aussieht – und er freut sich auch darauf, am späteren Abend dann die Perseiden, die Meteorströme, damit zu betrachten. Vereinsmitglied Sebastian Sinnecker schwärmt: „Die Bedingungen sind ideal heute. Nicht wie 1999, als es die bislang letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland zu erleben gab. Damals war ich in Süddeutschland und es hat geregnet und war bewölkt“, erinnert er sich schmunzelnd.
An der Schülersternwarte ist der Mittwoch noch in anderer Hinsicht ein besonderer Tag: Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit ist die neue, die sechste Station endlich offiziell eingeweiht worden. Vereinsvorsitzender Staden und Gründungsmitglied Thomas Eversberg freuen sich sehr, dass dieses Projekt in Schnörringen nun endlich beendet werden konnte.

Über die sechste Außenstation der Sternwarte Waldbröl-Schnörringen, das Rembold-Observatorium, freuen sich bei der Eröffnung (v.l.) Thomas Eversberg , Jürgen Rembold und Patrick Staden.
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Diese Station ist hochtechnisch ausgestattet: „Es handelt sich um ein Teleskop mit einem Spektrographen“, erläutert Staden. „Damit ist es möglich, die Eigenschaften von Sternen zu analysieren.“ Eversberg ergänzt: „Der Spektrograph spaltet das Licht in Farben, Sternenlicht ist letztlich eine Komposition aus Farben.“ Mit Hilfe der Spektroskopie ließen sich dann zahlreiche Informationen über die Sterne und ihre Geschichte herausfinden, sagt Eversberg. „98 bis 99 Prozent des Wissens über die Sterne haben wir über die Spektroskopie.“
Das Teleskop, das etwa 8000 Euro kostet, ist nicht neu, sondern hat sich zuvor im Hauptgebäude oberhalb der sechsten Station befunden. „Nun steht hier aber eine neue Hütte mit großer Kuppel aus Metall. Vorher war da unsere erste Hütte, die wir vor rund 25 Jahren gebaut haben – und die damals der Auftakt für die Sternwarte in Schnörringen gewesen ist“, berichtet Eversberg. Ermöglicht worden ist die Installation der Kuppel, die zurzeit noch per Hand geöffnet wird, demnächst aber elektrifiziert sein wird, durch die Unterstützung der Dr.-Jürgen-Rembold-Stiftung aus Rösrath.
Rembold selbst ist zur Einweihung gekommen. „Das Projekt hier ist innerhalb von einer Stunde genehmigt worden – es hat dann aber drei Jahre gedauert, bis es endlich fertig geworden ist“, wundert er sich schmunzelnd. Eversberg erklärt: „Es lag an unserem Metallbauer, der einfach so lange gebraucht hat. Aber jetzt ist sie endlich fertig geworden.“
Für das Gründungsmitglied des Schnörringen Telecscope Science Insititutes, wie der offizielle Name der Waldbröler Schülersternwarte lautet, ist es eine große Freude, dass an diesem Sonnenfinsternis-Abend so viele interessierte Menschen gekommen sind. Der Nachwuchs scheint gesichert. Thomas Eversberg sagt: „Wir haben auch im Verein Zulauf von jüngeren Mitgliedern, darunter drei 14- und 15-jährige Jugendliche. Es ist unsere große Hoffnung, dass diese jungen Leute irgendwann die ganze Sache hier weiterführen.“
