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KlimawandelGottesanbeterin breitet sich in Oberberg aus

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Die grüne Nymphe einer Gottesanbeterin.

Diese junge Gottesanbeterin, eine sogenannte Nymphe, wurde in Wiehl gesichtet und fotografiert. .

Biostation und Nabu rufen dazu auf, weitere Sichtungen des exotischen Insekts zu melden.

„Männerfresserin bundesweit auf dem Vormarsch.“ Mit dieser Schlagzeile wies der Bundesverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) im vergangenen August auf das verstärkte Vordringen der Europäischen Gottesanbeterin in Deutschland hin. Das grazile Tier aus der Insektenordnung der Fangschrecken war bisher nur aus dem wärmeren Gebiet des Kaiserstuhls in Südwestdeutschland bekannt. Jetzt ist sie auch in Oberberg gesichtet worden.

Seit dem Jahr 2011 sind bereits verstärkt Einflüge nach Nordrhein-Westfalen festgestellt worden. Über die Jahre nahm die Zahl der Beobachtungen danach dort stetig zu. 2023 konnte für NRW der erste Reproduktionsnachweis dieser Art in Königswinter (Rhein-Sieg-Kreis) erbracht werden.

Erste Beobachtungen 2025 in Lindlar

Die Zahl der Beobachtungen stieg fortan im Rheinland jährlich. 2023 lagen dem Bonner Stadtverband des Nabu noch 52 Meldungen, 2024 bereits 108 und 2025 sogar 234 vor. Sie erstreckten sich über das Rheintal von Bonn bis Düsseldorf und entlang der Nebentäler, unter anderem über das Siegtal bis Hennef und bis Wuppertal.

Im vergangenen Jahr konnten auch die ersten Beobachtungen der Gottesanbeterin im Oberbergischen Kreis aus Hückeswagen und Lindlar dokumentiert werden. Aus demselben Jahr liegt auch das erste Bilddokument für das Oberbergische vor. Bettina Schröder hat am 5. August vergangenen Jahres ein braun gefärbtes Tier in ihrem Garten in der Nähe von Nümbrecht fotografiert.

In Brächen und Wallerhausen gelangen Fotos

Bernd Bergmann von der Bergischen Agentur für Kulturlandschaft mit Sitz in Nümbrecht gelang am 30. Juli dieses Jahres ein Fotonachweis einer grünen Nymphe der Gottesanbeterin aus einem Naturschutzgebiet bei Wiehl-Drabenderhöhe/Brächen im hohen Gras. Da es sich um ein offensichtlich frisch geschlüpftes Tier gehandelt hat, dürfte dies auch der erste Reproduktionsnachweis für den Oberbergischen Kreis sein.

Am 27. August des vergangenen Jahres hat zudem Brigitte Dahlmann in der Morsbacher Ortschaft Wallerhausen an ihrer Haustüre ebenfalls eine grün gefärbte Gottesanbeterin gefunden und gleich fotografiert. Damit liegen inzwischen über den gesamten Oberbergischen Kreis verteilt Beobachtungen dieser Art vor. Die Naturwissenschaftler sind sich bereits einig, dass die Ausbreitung der wärmeliebenden Europäischen Gottesanbeterin in Deutschland in Richtung Norden durch die milden Winter und trockenheißen Sommermonate der zurückliegenden Jahre begünstigt wird.

Wie der Nabu mitteilt, steht bei den Tieren in den kommenden Wochen die Fortpflanzung bevor. Bis in die zweite September-Hälfte hinein seien sie noch häufig zu sehen, danach nehme ihre Zahl rasch ab. Für die Männchen kann die Paarung tödlich enden: Schätzungsweise ein Drittel von ihnen wird direkt danach vom Weibchen gefressen.

So grausam das klingt, aus Sicht der Arterhaltung ergibt es Sinn, wie der Nabu erklärt: Die Männchen haben ihre biologische Aufgabe erfüllt, während die Weibchen die zusätzliche Energie für die aufwendige Eierproduktion benötigen. Im Herbst sterben schließlich auch die Weibchen. Überwintern wird am Ende nur das schaumig verpackte Eipaket, aus dem im Jahr danach eine neue Generation von Fangschrecken schlüpft.


Sichtungen in Oberberg melden

Wer Gottesanbeterinnen im Oberbergischen entdecken sollte, der wird gebeten, diese Beobachtungen möglichst mit einem Fotobeleg an die in Nümbrecht ansässige Biologische Station Oberberg oder an die Morsbacher Nabu-Ortsgruppe zu senden – und zwar per E-Mail an diese Adresse: morsbach@nabu-oberberg.de.