PosaunenfestKirchenmusik im Wiehler Kurpark

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Ein Blasorchester spielt, im Vordergrund sieht man ein Wasserspiel.

Die Blechbläser der Oberbergischen Posaunenvereinigung, des Posaunenwerks Rheinland und des CVJM übertönten das muntere Plätschern des Wasserspiels in Wiehl.

Eine stimmungsvolle Abendserenade am Fontänenbrunnen eröffnete das 104. Treffen der Oberbergischen Posaunenvereinigung. Gefeiert wurde in Wiehl und Winterborn.

Ihr 104. Posaunenfest hat die Oberbergische Posaunenvereinigung (OPV) zusammen mit dem Posaunenwerk Rheinland und dem CVJM am vergangenen Wochenende diesmal an zwei Orten gefeiert: im Alten Kurpark in Wiehl und in der evangelischen Kirche in Nümbrecht-Winterborn, jeweils unter dem Motto „Offene Herzen.“

Zum Auftakt am Samstagabend gab es eine Abendserenade rund um den Fontänenbrunnen in der neugestalteten Parkanlage an der Wiehl. Die Idee dazu hatte Dieter Simon, Leiter des Posaunenchores Winterborn, der auch die Serenade dirigierte: „Wir möchten unser Posaunenfest nicht nur hinter verschlossenen Türen veranstalten.“ Das hat gut funktioniert: Anwohner aus Oberwiehl berichteten, dass sogar auch dort die Klänge noch sehr gut zu hören waren.

Was alle oberbergischen Bläser gemeinsam haben

Rund um den Brunnen lauschten mehr als 150 Gäste der Musik aus fünf Jahrhunderten, vom Barock bis zur Neuzeit, Stücke, die auch auf dem ersten gesamtdeutschen Posaunentag 2008 in Leipzig gespielt wurden. Vorsitzende Beate Ising verriet: „Das hat auch einen ganz praktischen Hintergrund: Diese Noten haben alle Bläser im OPV.“ Noch vor der Begrüßung durch Eckhard Gülicher, Vizevorsitzender der OPV, begeisterten die Musiker mit „Fanfare und Einzug“ von Traugott Fünfgeld, womit der Kirchenmusikdirektor den 1. Platz beim Kompositionswettbewerb auf dem Leipziger Posaunentag gewonnen hat.

Nach der „Sonatina“, einem Lobpreis Gottes von Gottfried Reiche aus dem 17. Jahrhundert, verlas Beate Ising den Psalm 100, der gleich darauf durch die Bläser mit „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in musikalischer Form wiederholt wurde.

Superintendent predigt in Wiehl über die EM

„Schon Cicero lehrt: Man muss gegen die Wellen anschreien“, verkündete Superintendent Michael Braun mit Stentorstimme und übertönte mühelos das Plätschern des Wassers. Nach der Niederlage der deutschen Elf im EM-Viertelfinale widmete er seinen geistlichen Impuls dem Thema Demut: „Demut heißt, Gottes Willen zu erkennen.“ Am Ende erklärte er scherzend: „Als guter Gastgeber überlässt man anderen gerne den 1. Platz. Ich bin danach Rasenmähen gegangen.“ Vor dem „Menuett“ aus Händels „Feuerwerksmusik“ spendete er den Abschlusssegen.

Am Sonntagnachmittag ging es in Winterborn weiter. Dort dirigierte Kirchenmusikdirektor und Landesposaunenwart der Evangelischen Kirche im Rheinland, Jörg Häusler, die Festmusik, die diesmal vom 3. Deutschen Posaunentag 2024 in Hamburg stammte, wohin auch zahlreiche oberbergische Bläser im Mai gereist waren. Gespielt wurden unter anderem die erfolgreichen Stücke des Kompositionswettbewerbs. Pfarrer Michael Ebener von der Kirchengemeinde Nümbrecht gab geistige Impulse. Zudem kamen „Friedensgrüße aus Winterborn“: Bei dem Stück „Komm Herr segne uns“ sang die Gemeinde mit. Bei der dritten Strophe „Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden“ senkten die Bläser ihre Instrumente und stimmten in den Chor mit ein.

Darüber hinaus wurden Jubilare für langjährige Mitgliedschaft im Posaunenchor geehrt: Marlene Lender (65 Jahre, Eckhard Ruland (60 Jahre), Michael Jacob und Jochen Windgassen (50 Jahre) sowie Jutta Windgassen (25 Jahre).

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