Er denkt noch nicht ans Aufhören: Alfred Simons unterstützt seinen Sohn im Alltagsgeschäft der familieneigenen Werbemittelfirma.
Gelernter SchriftsetzerAlfred Simons (87) aus Wiehl hat den Diamantenen Meisterbrief erhalten

Alfred Simons unterstützt seinen Sohn im Alltagsgeschäft der familieneigenen Werbemittelfirma.
Copyright: Marcus Simons
Alfred Simons ist noch an jeden Morgen dabei, wenn die Teamrunde zusammenkommt. Das Themenfeld, das er seinen Kolleginnen und Kollegen gern vorstellt, ist der sogenannte „Kniff des Tages“. Dieser praktische Gedanken beruht auf langer Erfahrung. Der Seniorchef der „Werbeprodutur Simons“ ist 87 Jahre alt.
Im Mai 1966 machte er seinen Meister als Schriftsetzer. Kürzlich wurde ihm dafür der Diamantene Meisterbrief verliehen, eine recht seltene Auszeichnung. Dass er diese Ehrung noch als aktiver Teil seines Unternehmens erlebt, ist noch außergewöhnlicher. Sohn Marcus berichtet, dass Alfred Simons im Betrieb anpackt und den technischen Wandel mit Interesse verfolgt. „Er beobachtet, wie auf Holzwände gedruckt wird, fragt nach, wie die neue CNC-Fräse funktioniert, verhandelt mit Papierlieferanten.“
Unternehmen wurde 1909 vom Großvater gegründet
Das Unternehmen, das Alfred Simons einst übernahm, wurde 1909 gegründet von seinem Großvater Rudolf Simons, damals als Buchhandlung, Druckerei und Tabakwarenhandel in Wiehl. Es gehört somit zu den ältesten inhabergeführten Betrieben in Wiehl. Alfred Simons lernte Schriftsetzer in Bergneustadt, wo noch mit Blei gesetzt wurde.
2007 übernahm Sohn Marcus das Unternehmen und machte aus der klassischen Druckerei eine Firma, die Werbemittel produziert wie Fahrzeugbeschriftungen, Digitaldrucke, Fräsarbeiten und Lasergravuren. Dazu kommen Leistungen einer Werbeagentur wie Konzeption und Gestaltung, so dass Marcus Simons das Spektrum mit dem Kunstwort „Werbeproduktur“ beschreibt. Dass sein Vater daran mitwirkt, macht den Sohn stolz: „Er strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Nicht, weil er nichts mehr will, sondern weil er noch dabei ist.“
Die fünfte Generation steht mit Enkelin Paula bereits in den Startlöchern. Was Alfred Simons jung gehalten hat, bringt Sohn Marcus auf folgenden Begriff: „Immer neugierig bleiben, dazu bereit sein, sich von neuen Technologien überraschen zu lassen. Die eigene Komfortzone verlassen und sich das Interesse bewahren, was als Nächstes kommt, auch wenn man nicht mehr alles davon selbst umsetzen wird.“
