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Baustelle auf der A4Wiehltalbrücke bekommt bald eine Schranke

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Ein großer Lkw quer auf der Fahrbahn, davor Bauarbeiter.

Für die Installation der Wiegeplatten in den Asphalt wurde die Autobahn Richtung Olpe voll gesperrt. In zwei Wochen ist die Gegenrichtung dran. 

Am Wochenende wurde vor der Wiehltalbrücke eine Wiegeanlage installiert. Laster über 44 Tonnen sollen aussortiert werden.

Die Autobahn GmbH hat am Wochenende wie angekündigt mit der Installation der „Weight-in-Motion“-Anlage (WIM) vor der Wiehltalbrücke begonnen. Die A4 war dafür in Fahrtrichtung Olpe zwischen den Anschlussstellen Engelskirchen und Bielstein gesperrt. In zwei Wochen wird auf der anderen Seite zwischen den Anschlussstellen Reichshof/Bergneustadt und Gummersbach gearbeitet. Die „Gewichtskontrolle im Vorbeifahren“ soll gewährleisten, dass das Fahrverbot für Lkw über 44 Tonnen auf der Wiehltalbrücke eingehalten wird. Diese werden per Kamera mit Kennzeichen identifiziert und auf Anzeigetafeln direkt angesprochen.

Doch beim Bitten wird es nicht bleiben. Absehbar ist die Installation einer Schranke, die alle Schwertransporte zur Abfahrt zwingt.

Zunächst gilt: Ein Kilometer vor der letzten Abfahrmöglichkeit wird den   als zu schwer befundenen Lkw mit Warntafeln erstmals signalisiert, die Autobahn zu verlassen, danach noch zwei weitere Male.

Nur die Polizei kann kontrollieren

Doch ob die Fahrer der Aufforderung auch nachkommen, liegt bei ihnen. Die Kennzeichen werden von der WIM-Anlage nur angezeigt und sofort wieder gelöscht. Diese wirkt also bloß wie eine Beschilderung, die das Überfahrverbot verdeutlicht und die Lkw zum Abfahren auffordert. Bei den Bußgeldern bleibt es wie bisher: Nur wenn die Polizei die Fahrer direkt erwischt, müssen sie mit einem Bußgeld rechnen.

Leider lehre die Erfahrung, dass viele Schwerlastzug-Fahrer die mögliche Strafe dem Umweg vorziehen, sagt Sabrina Kieback, Leiterin der Kölner Stabsstelle Kommunikation bei der Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH. „Wir wissen, wie viele schwere Lkw trotz Verbots über die Brücke fahren“, sagt Kieback. „Das effizienteste Mittel dagegen ist eine Schrankenanlage, wie sie sich auf anderen Autobahnen schon bewährt hat. Die Schranke kommt im Sommer, wir bereiten derzeit alles vor.“

Mehr schwere Lkw werden sich dann durch die Ortslagen quälen. Am Abzweig des Wiehler Zubringers nach Bielstein wurde die Straße schon dafür vorbereitet.

Diese Leute fahren sich die eigene Grundlage kaputt.
Sabrina Kieback, Autobahn GmbH, über die uneinsichtigen Lkw-Fahrer

Weniger Probleme gibt es derweil mit dem Gebot für leichtere Lkw, mindestens 50 Meter Abstand zu halten. Dieser Hinweis sei eigentlich überflüssig, merkt Kieback an, weil Lkw auf der Autobahn ohnehin diesen Abstand wahren müssen. An der Wiehltalbrücke sorgten zudem einfädelnde Pkw dafür, dass die meisten Lkw nicht dicht aufeinander folgen.

Viel problematischer seien das eine Prozent der Lkw, die 40 Tonnen und mehr wiegen, betont Kieback. Ein einziger dieser Schwerlaster beanspruche die Brücke wie 60.000 Pkw, legt Kieback dar. Wenn diese Schwergewichte nicht mehr auf die Brücke kommen, wäre also viel gewonnen. Wenn die Statik noch weiter geschont werden muss, könne man die Waage auch für niedrigere Lasten kalibrieren. Ein 26-Tonnen-Lkw entspricht beispielsweise der Abnutzung durch 25.000 Pkw, bei einem Zwölftonner sind es 4000.

Fahrbahn wird auf beiden Seiten aufgefräst

Die WIM-Anlage   misst das Fahrzeuggewicht während der Fahrt mithilfe von in der Fahrbahn integrierten Sensoren. Um diese einzubauen, wird die Fahrbahn aufgefräst. Die Sensoren erfassen die Kräfte, die durch die rollenden Reifen auf die Fahrbahn wirken, und wandeln sie in elektrische Messsignale um.

Zum Einsatz kommen Wiegeplatten mit optischen Glasfasern. Wird die Wiegeplatte durch ein Fahrzeug belastet, verformt sich die Glasfaser minimal. Diese Änderung wird durch ein opto-elektronisches Auswertegerät hochgenau erfasst. Aus den Messsignalen kann für jedes Fahrzeug unter anderem die Achslasten, das Gesamtgewicht, die Achsanordnung und die Fahrgeschwindigkeit ermittelt werden.

„Es sind nur wenige schwarze Schafe“, sagt die Autobahn-GmbH-Sprecherin Sabrina Kieback über die uneinsichtigen Trucker, „aber die machen es aus. Diese Leute fahren sich die eigene Grundlage kaputt.“

Am kommenden Samstag, 13. Juni, werden die Arbeiten auf der anderen Seite fortgesetzt; von Samstag, 15 Uhr, bis Sonntag, 17 Uhr, ist die A4 in Fahrtrichtung Köln zwischen den Anschlussstellen Reichshof/Bergneustadt und Gummersbach gesperrt.


Wie geht es weiter mit der Wiehltalbrücke?

Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker hat sich in einem Gespräch mit der Autobahn GmbH dafür eingesetzt, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Oberberg recht bald eine offizielle Information über den Sachstand der Brückensanierung bekommen. „Die Infoveranstaltung in Drabenderhöhe ist ja nun einige Monate her“, sagt Stücker. „Wir brauchen eine aktuelle Zeitschiene für die Sanierung der Wiehltalbrücke. Die Arbeiten müssen schnellstmöglich erfolgen, damit   die Belastung der Umleitungsstrecken nicht zu groß wird oder gar eine Sperrung erfolgt.“