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63 Mitarbeiter gekündigtRadium steht in Wipperfürth vor einem Umbruch

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Das Foto zeigt Mitarbeiter der Firma Radium.

Marcel Wüste (von links) vom Produktmanagement, Stefanie Schmidt, Michael Kremer (beide Vertrieb), Anna Heinrich (Marketing) und Jörn Krieger (Geschäftsführung) sprechen über die smarten Funktionen einer Leuchte.

Radium steht in Wipperfürth vor einem Umbruch. 63 Mitarbeiter wurden gekündigt, die Fertigung soll weitgehend geschlossen werden. Künftig setzt man verstärkt auf smarte LED-Lösungen.

Zum 31. August 2026 hat die Radium Lampenwerk GmbH mit Sitz in Wipperfürth 63 Mitarbeitern gekündigt. Aktuell beschäftigt Radium rund 130 Männer und Frauen, künftig sollen es nur noch zwischen 60 und 70 sein. „Ein schmerzhafter Schritt“, wie Jörn Krieger sagt. Er leitet, gemeinsam mit Markus Gosse, die Geschäfte von Radium.

Das EU-Verbot vom Halogenlampen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der grundsätzliche Trend hin zu LED-Leuchten, die fast ausnahmslos in Fernost gefertigt werden, haben den Markt sehr verändert. Und dann sei – für Radium überraschend – mit AMS-Osram auch noch ein Großkunde abgesprungen.

Einigung mit Betriebsrat und IG Metall

Mit dem Betriebsrat und der IG Metall habe man sich auf einen Sozialplan und einen Interessensausgleich geeinigt. Von der Fertigung bleibt nur der Teilbereich technisches Licht übrig, der Lampen mit UV und ultraviolettem Licht herstellt. Dennoch sind Jörn Krieger und Sabrina Theunissen, die Leiterin der Marketingabteilung, optimistisch, was die Zukunft des Traditionsunternehmens angeht.

Zum einen sei der Bereich technisches Licht ein Wachstumsmarkt. „Vergangenes Jahr hatten wir ein Plus von 25 Prozent, derzeit liegen wir bei plus 15 Prozent“, sagt Krieger. Zum anderen setze das Unternehmen auf innovative Produkte und neue Vertriebswege. Dabei arbeite man mit einer großen europäischen Baumarktkette zusammen.

Produkte kommen auch in den Baumarkt

Bislang waren Radium-Produkte vor allem im Großhandel zu finden. In den Baumärkten werden LED-Strips zusammen mit Steckern und hochwertiger Elektronik angeboten. Die LED-Strips werden zwar in Asien gefertigt, aber Radium liefert die zusätzlichen Komponenten wie Treiber und Controller.

Zu den Neuigkeiten aus Wipperfürth zählen LED-Leuchten, bei der sich sowohl die Farbtemperatur als auch die Leistung und der Ausstrahlwinkel einstellen lassen. Solche Features seien bislang Oberklasse-Produkten vorbehalten gewesen, erklärt Krieger, Radium wolle das auch zu einem attraktiven Preis anbieten. Ein Vorteil dieser Lösung: Sie reduziert die Typenvielfalt und spart Lagerflächen.

Smarte Lichtösungen

Eine andere Innovation, die im März auf der Fachmesse „Light and Building“ in Frankfurt am Main vorgestellt werden soll, ist eine runde Deckenleuchte mit einem variabel einstellbaren Schienensystem zur Befestigung. Dieses System passt sich unterschiedlich großen Deckenlöchern an. Radium bietet außerdem Lösungen an, bei der sich kabelgebundene und kabellose Lampen in einem System integrieren lassen.

Marketingleiterin Sabrina Theunissen ist sich sicher, dass smarten Lichtlösungen die Zukunft gehört. Hier sei Radium gut aufgestellt und habe schon früh auf KI gesetzt. So kann sich das Licht im Büro dem Tageslicht anpassen und es lässt sich mit Sensoren und Rollos kombinieren.

„Wir erleben die Transformation vom Lampenspezialisten zum Lichtlösungsanbieter in den nächsten zwölf Monaten“, sagt Jörn Krieger. Auf jeden Fall bleibe Radium vor Ort, auch wenn man künftig weniger Fläche benötigen werde