Abo

WiedersehenWipperfürtherin trifft polnische Austauschpartnerin nach 30 Jahren wieder

3 min
Zwei Frauen die auf einem Sofa sitzen und lächeln.

Als Elfjährige hatte Andrea Goldstraß (r.) Donata (l.) bei einem deutsch-polnischen Schüleraustauch kennengelernt. Jetzt, 30 Jahre später, trafen sich die beiden Frauen zufällig wieder.

In Wipperfürth trifft Andrea Goldstraß nach 30 Jahren ihre frühere polnische Austauschpartnerin überraschend wieder.

Manchmal gibt es Zufälle im Leben, die kaum möglich scheinen   und die dennoch passieren. So erging es jüngst Andrea Goldstraß, die mit ihrer Familie in Wipperfürth-Ohl wohnt. Sohn Henry (14) besucht die Gesamtschule Marienheide. Dort existiert schon seit langem ein Austauschprogramm mit der Volksschule aus dem schlesischen Lacznik bei Biala im Süden von Polen. Marienheide und Biala sind durch ihre Städtepartnerschaft verbunden.

Es war schon dunkel, da fiel mir plötzlich diese Frau auf, und ich sagte zu meinem Mann, ,Du, die kenne ich
Andrea Goldstraß, zum Wiedersehen nach 30 Jahren

Ein Gruppe mit polnischen Schülern und Lehrkräfte war jüngst für ein paar Tage in Marienheide zu Besuch. Auch Familie Goldstraß hatte mit dem 13-jährgen Patryk einen Gastschüler aufgenommen. Und dann geschah dies: „Es war schon abends und dunkel, die Polen hatten eine 24-stündige Anreise hinter sich, alle waren müde und wollten zu ihren Gastfamilien“, erinnert sich Andrea Goldstraß. „Da fiel mir plötzlich diese Frau auf, eine der Lehrerinnen. Und ich sagte zu meinem Mann ,Du, die kenne ich.“

Ihr Mann habe eher etwas spöttisch reagiert, erinnert sich die 41-jährige Wipperfürtherin, zumal sie das Gesicht erst nicht zuordnen konnte. Dann hörte sie, wie eine andere Lehrerin die Unbekannte mit dem Namen „Donata“ anredete. Andrea Goldstraß kam ein Verdacht – aber konnte das wirklich wahr sein?

Nach 30 Jahren wiedererkannt

Ein Zeitsprung – wir schreiben das Jahr 1996. Andrea ist elf Jahre alt, ihre Schwester Sandra zehn. Andrea besucht die Gesamtschule Marienheide, eine Gruppe aus Polen ist angereist. Die Familie der beiden Schwestern hat gleich zwei polnische Schülerinnen für ein paar Tage zu Gast – eine von ihnen heißt Donata.

„Wir haben uns gut verstanden, und im Jahr drauf, als wir zum Gegenbesuch in Polen waren, hat die Familie von Donata uns sehr gastfreundlich aufgenommen“, erinnert sich Andrea Goldstraß. „Die Mutter sprach akzentfrei Deutsch, weil die Familie wohl deutsche Vorfahren hatte.“ Andrea und Donata schreiben sich noch ein paarmal Briefe und tauschen Fotos aus, dann schläft der Kontakt ein.

Zurück in die Gegenwart. „Ich habe meinen Sohn Henry gebeten, sich zu erkundigen, ob eine der Lehrerinnen als Jugendliche schon einmal hier war “, erzählt Andrea Goldstraß. Und tatsächlich: Donata erinnerte sich dunkel an eine Gastfamilie mit zwei netten Mädchen.

Am Tag drauf trafen sich die beiden Frauen dann – und beide erkannten ihr Gegenüber wieder, nach 30 Jahren. „Wir haben uns alte Fotos angeschaut, neue Fotos gemacht und uns super unterhalten, zumal Donata gut Deutsch spricht. Sie ist heute Lehrerin an der gleichen Schule, an der sie damals als Schülerin war“, freut sich die Wipperfürtherin. So richtig glauben kann sie die Geschichte noch immer nicht. Den wieder gewonnenen Kontakt wollen die beiden Frauen auf jeden Fall aufrecht erhalten.