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Doku gibt EinblickeFilmemacher spricht über die russische Besatzungszeit in Gladbachs Partnerstadt Butscha

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Michael Stadnik trägt eine beige Kappe, eine schwarze Brille und einen kurzen Dreitagebart.

Der Dokumentarfilm „Der lange Februar“ von Michael Stadnik erzählt von den Gräueltaten an Zivilisten im Februar 2022.

Das Kultkino zeigt am 25. März einen Dokumentarfilm über die Auswirkungen des Angriffskriegs auf die ukrainische Stadt Butscha.

Mit „Der lange Februar“ wird am kommenden Mittwoch, 25. März, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bergischer Löwe ein Dokumentarfilm über die russische Besatzungszeit in Bergisch Gladbachs ukrainischer Partnerstadt Butscha und die Gräueltaten an Zivilisten im Februar 2022 gezeigt. Mit dem Kameramann und Regisseur Michael Stadnik, der zu Beginn der Filmaufführung am Mittwoch auch mit der Kultkino-Moderatorin Doro Dietsch im Bergischen Löwen sprechen wird, hat Guido Wagner aktuell auf einem Hilfskonvoi in Butscha gesprochen.

Die Stadt Butscha stand und steht vielfach noch immer durch die Massaker, die die russischen Besatzer dort im Februar 2022 verübt haben, im Fokus der Weltöffentlichkeit. Was ist das Besondere Ihres Films über die Menschen in Butscha während dieser Zeit?

Da ich selbst Familienangehörige in Irpin, einer Nachbarstadt von Butscha, habe, ist es mir möglich gewesen, über persönliche Kontakte mit Menschen Interviews zu führen, die sich vorher nie vor der Kamera geäußert hatten.

Was waren das für Menschen?

Zum Beispiel der ukrainische Polizist, der auch am Anfang der Besatzungszeit in Butscha blieb und verdeckt Dienst tat. Außerdem habe ich viele private Filmaufnahmen von Menschen aus Butscha bekommen oder recherchieren können, viele davon bisher unveröffentlicht. Die Menschen haben mir sehr persönlich und eindringlich ihre Erlebnisse während der Besatzungszeit und danach geschildert.

Sie haben an dem Film über fast drei Jahre gearbeitet und Material recherchiert. Gab es ein Erlebnis, das Sie besonders berührt hat?

Besonders war die Geschichte des Kirchenchors und des ermordeten Chormitglieds. Andriy Schipilo war in etwa in meinem Alter und irgendwie habe ich dadurch besonderes Mitgefühl für ihn und seine Familie entwickelt. Das Schicksal der Familie ist auch eine der besonders grausamen Episoden der russischen Besatzung, nicht nur in Butscha.

In Anbetracht der laufenden Konflikte im Nahen Osten und des anhaltenden Krieges in der Ukraine – warum halten Sie es für besonders wichtig, dass Menschen sich jetzt mit Ihrem Film und den Geschehnissen in Butscha auseinandersetzen?

Man muss die genauen Taten der russischen Armee in Butscha kennen, um die gezielte Grausamkeit des russischen Angriffskriegs zu verstehen. Man muss verstehen, dass die russische Armee schon in den ersten Tagen und Wochen gezeigt hat, was für eine Bestie sie ist, und dass sie sich weiterhin so in besetzten Gebieten benimmt. Man muss verstehen, warum die Ukraine nicht einfach Gebiete und Bürger abtreten kann, damit dann vermeintlich Frieden herrscht. Man kann anhand des Films verstehen, warum die Ukraine nicht einfach aufgeben kann.