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Bergisch GladbachMarode Grundschule Gronau fordert dringend eine Perspektive

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Das zweistöckige Gebäude ist von außen zu sehen.

Die Grundschule Gronau in Bergisch Gladbach muss dringend saniert werden.

Die Schulleitung der GGS Gronau setzt sich für einen Modulbau auf dem Schulhof als kurzfristige Lösung gegen die Platznot ein. 

Die Gemeinschaftsgrundschule Gronau in Bergisch Gladbach ist seit Jahren das Sorgenkind Nummer Eins. In den Gebäuden herrscht eine qualvolle Enge, die Liste der baulichen Mängel ist lang. Aber es passiert nichts. Jetzt geht die Schule in die Offensive und fordert Stadtverwaltung und Politik auf, jetzt endlich zu handeln: „Es kann nicht sein, dass unsere Schule keine Perspektive hat“, sagt Schulleiterin Ann-Marie Rosenberger.

Von allen 20 Grundschulen im Stadtgebiet besteht hier der größte Handlungsbedarf. Die beiden Schulgebäude aus den 1960er-Jahren sind so marode, dass die Sanierung der GGS Gronau im Integrierten Schulentwicklungsplan laut Beschluss aus dem Jahr 2020 mit Priorität 1 versehen wurde.

Krisengespräch vor Ort mit Vertretern der Parteien

Wie groß die aktuelle Not der GGS Gronau ist, kocht jetzt erneut hoch bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Gierath-Schlodderdich am Montagabend, wo die Situation der Schule ein Hauptthema ist. „Wo sind die Fortschritte? Uns fehlt seit acht Jahren die Perspektive“, erwartet Vereinsvorsitzender Christian Rehwald diesmal von Dr. Marc Höhmann, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, im mit 70 Leuten voll besetzten Saal der Cafeteria der Gemeinnützigen Werkstatt Köln eine Antwort.

Dabei kommt heraus, dass es kürzlich ein Krisengespräch mit Vertretern der Parteien von CDU, Grüne und SPD auf Einladung der Schule gegeben hat „Es ging der Schule darum, die Missstände aufzuzeigen“, berichtet Höhmann, der selbst aber nicht bei dem Termin vor Ort dabei war und deshalb nur vage Auskunft geben kann.

Er sagt nur so viel: Es bestehe keine Gefahr für die Sicherheit, dies habe eine erste Sichtung der Bausubstanz ergeben. In Kürze sei ein Gespräch zwischen Schulleitung und Alexandra Meuthen, Fachbereichsleiterin Hochbau, vereinbart. Genauere Informationen gibt es nicht. Die Anfrage dieser Redaktion an die Verwaltung bleibt unbeantwortet.

Wir haben hier vor allem ein extremes Raumproblem
Ann-Marie Rosenberger, Schulleiterin

„Mir ist wichtig, die Probleme aufzuzeigen, die hier auflaufen“, sagt Schulleiterin Ann-Marie Rosenberger auf Nachfrage, „.“ Und die Klassenzimmer seien in einem katastrophalen Zustand. Wie berichtet, musste die Schule im Dezember 2025 aus Sicherheitsgründen kurzfristig geschlossen werden.

Der Grund: Schallschutzplatten an den Decken der Klassenzimmer im Hauptgebäude waren locker. Der Rückbau sei, so Rosenberger, bis heute nicht vollständig zu Ende gebracht worden: „Es fehlt eine Wand, die nicht wieder eingezogen wurde, sodass uns ein weiterer Differenzierungsraum fehlt.“ Dabei sei die Raumnot sowieso schon ein Riesenproblem.

Der Grund dafür ist, dass etwa die Hälfte der 190 Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Jahr benötigt, bevor sie auf eine weiterführende Schule wechseln. Die Klassen sind aber mit zum Teil 28 Kindern bereits jetzt schon maximal belegt: „Wir bedauern, dass es uns in diesen Räumlichkeiten nicht möglich ist, Bildungsbiografien in kleinen Gruppen zu fordern und zu fördern, wie wir es wollen und könnten.“ Dies sei eine belastende Situation für Lehrer, Schüler und Eltern. Rosenbergers Wunsch: „Wir brauchen kurzfristig einen Modulbau auf dem Schulhof und einen konkreten Plan für die Zukunft.“

Zeitplan ist nicht in Sicht

Eine konkrete Lösung, geschweige denn ein Zeitplan für die GGS Gronau ist nicht in Sicht. Das 6000 Quadratmeter große, leerstehende Tankstellengelände an der Mülheimer Straße, gedacht zumindest als Interimsstandort für die Sanierungs- oder Neubauphase der GGS Gronau, kommt nicht infrage.

Mit einer Fläche von 6000 Quadratmetern ist das Gelände aus Sicht der Verwaltung zu klein. Die Ansiedlung der Schule auf dem städtischen Gelände des Bauhofs an der Ferdinandstraße würde ein langwieriges Umzugskarussell mit hohen Kosten auslösen.

Der Plan, eine dann dreizügige Grundschule Gronau auf dem Wachendorff-Gelände zu errichten, ist bekanntlich vorerst geplatzt. (siehe Infokasten).

Die Hoffnungen ruhen nun, darauf, dass private Investoren die Schule bauen. Das Besondere an öffentlich-privaten Partnerschaften ist, dass die privaten Unternehmen auch ein Grundstück stellen. Die Ausschreibung läuft seit Juni 2025. Alle im Saal drücken am Montag wohl fest die Daumen, dass das gut geht und sich ein geeigneter Bewerber findet. Die Schule hätte es verdient.

Das Wachendorff-Gelände im Stadtteil Gronau gilt als wichtiger Baustein der Stadtentwicklung, mit konkreten Plänen für sozialen Wohnungsbau, der Errichtung eines Seniorenheims mit betreutem Wohnen, dem Bau einer neuen Grundschule. Doch seit Oktober 2025 muss die Stadt ohne das Großprojekt „Wohnen an der Strunde“ planen.


Neue Verhandlungen zu Wachendorff

Jetzt kommt doch noch Bewegung in das Thema, so drückt es Marc Höhmann, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen bei der Versammlung des Bürgervereins Gierath-Schlodderdich aus. „Es gibt Signale des Eigentümers, die Verhandlungen mit der Stadt wieder aufzunehmen“, berichtet er, ausdrücklich will er aber im Publikum keine Hoffnungen schüren.

Für das Wachendorff-Gelände soll, wie berichtet, ein Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet werden. Die Insolvenz betrifft aber nicht den aktuellen Eigentümer, sondern die übergeordnete Gesellschaft. Die Stadt hat sich per Satzung ein Vorverkaufsrecht gesichert. Dies würde aber im Falle einer Zwangsversteigerung nicht greifen. (ub)