Der Bergisch Gladbacher Pfarrer Norbert Hörter zog die Reißleine nach vermehrten Vandalismusschäden in St. Laurentius.
VandalismusBergisch Gladbacher Kirche nach Brandstiftung geschlossen

Wegen Vandalismus und nun auch Brandschäden war die Stadtkirche jetzt gesperrt.
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Weggeworfene Zigarettenkippen zwischen den Kirchenbänken, gestohlenes Kircheninventar und jetzt auch noch eine angekokelte Kirchenbank vor der Figur der Gottesmutter Maria mit dem toten Jesus auf dem Schoß.
„Ich bin schon fassungslos“, sagt Norbert Hörter. Er ist nicht nur Kreisdechant, sondern auch Pfarrer an der Gladbacher Stadtkirche St. Laurentius, die in den vergangenen Wochen wiederholt Ziel von Vandalismusattacken gewesen ist. Nun hat Hörter die Reißleine gezogen und am Freitag Schilder an sämtlichen Kirchentüren aufgehängt. Die Aufschrift: „Die Kirche ist – wegen Brandstiftung – bis auf Weiteres nur zu den Gottesdiensten geöffnet.“

Hinweisschilder markierten die Sperrung der Kirche außerhalb der Gotttesdienstzeiten.
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Die offene Kirche an jedem Tag gehörte stets zum Konzept der Seelsorge an St. Laurentius. „Aber in den vergangenen Wochen und Monaten haben wir immer wieder Vandalismus gehabt, Dinge sind gestohlen worden, einige wurden dann wiedergebracht“, sagt Seelsorger Hörter. „Und jetzt war dann am Freitag auch noch die Bank vor der Pietà angekokelt. Und dann habe ich entschieden: Wir machen die Kirche jetzt erstmal zu.“
Hörter ist fassungslos: „Das ist schon schwierig, da ist keinerlei Respekt mehr vor dem Kirchenraum.“ Wahrscheinlich wisse man auch, wer es gewesen sei, sagt der Pfarrer. Nachdem die Kirche 2023 und 2024 für 2,8 Millionen Euro im Inneren saniert und umgestaltet worden ist, wird der Sakralraum komplett videoüberwacht.

Der Kreisdechant Norbert Hörter und Pfarrer an der Bergisch Gladbacher Stadtkirche St. Laurentius, Norbert Hörter, hat nach Vandalismusschäden in der frisch sanierten Kirche die Reißleine gezogen.
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Das ist schon schwierig, da ist keinerlei Respekt mehr vor dem Kirchenraum.
„Wir haben schon Haus- und Platzverbote ausgesprochen, die wir jetzt auch mit dem Ordnungsamt durchsetzen“, sagt der Pfarrer der Stadtpfarrei. Mehrfach sei auch Anzeige erstattet worden, „aber die bekannten Personen hielten sich einfach nicht daran“, sagt Hörter. „So lange das nicht von der Staatsanwaltschaft strafrelevant verfolgt wird, werden die immer wieder kommen“, ist der Seelsorger überzeugt.
Polizeisprecher Christian Tholl bestätigt, dass mehrere Anzeigen vorlägen. Insbesondere mit einer Person, die eine psychische Erkrankung habe, habe man diesbezüglich immer wieder Probleme gehabt. Hörter spricht davon, dass es noch mehrere Personen gebe, die für Vandalismusschäden in der Kirche verantwortlich seien. Die Aktion der Kirchenschließung am Freitag war auch ein Warnsignal.
„Seit Samstag ist die Kirche wieder geöffnet und zugänglich“, sagt Hörter, „aber da muss unbedingt etwas geschehen. So kann das da nicht weitergehen.“

