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Bergisch GladbachSchlossstadtfest in Bensberg kann nun doch stattfinden

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Menschen sitzen auf  einer Treppe.

Das Frühlingsfest in Bensberg soll künftig wegfallen.Anlässlich der offiziellen Einweihung im April hat es das letzte Mal stattgefunden. 

Terminkollision sorgt für heftigen Streit zwischen dem Vorstand der IBH als Veranstalter und der Eventagentur als Ausrichter. Der Beginn des Festes wird auf 16 Uhr verlegt.   

Das Schlossstadtfest in Bensberg soll nun doch stattfinden können. Eine Terminkollision hatte für Verstimmungen, man kann sagen zu einem handfesten Streit, zwischen der Interessengemeinschaft Bensberger Handel (IBH) als Veranstalter und der Eventagentur X-Dream als Ausrichter geführt. Die Lösung, die gefunden worden ist, klingt versöhnlich, ist es aber in Wirklichkeit nicht.

Es sind verwirrende Tage rund um das Schlossstadtfest am Wochenende 13./14. Juni. Das Stadtfest mit dem größten Renommee für den Stadtteil Bensberg stand in diesem Jahr vor dem Aus, weil die Großveranstaltung mit dem Abend- und Schlemmermarkt kollidiert.

Das neue Veranstaltungsformat, das bei seiner Premiere Anfang Mai einen Besucher-Boom und begeisterten Zuspruch erlebt hat, findet   am Freitagabend, 12. Juni, zum zweiten Mal statt – am Vorabend, wenn üblicherweise die umfangreichen Aufbauarbeiten für das Schlossstadtfest laufen.

Anfangszeit für Schlossstadtfest wird auf 16 Uhr verlegt

„Ein Aufbau abends würde den Schlemmermarkt massiv stören und ist keine Option“, erläutert Frank Reiländer, als IBH-Vorstandsmitglied für die Pressearbeit zuständig. „Deshalb haben wir den offiziellen Beginn des Schlossstadtfestes jetzt auf Samstag, 16 Uhr, festgelegt, nicht wie sonst um 11 Uhr.“ Der Grund: So bekomme X-Dream als Dienstleister die notwendige Zeit, die Stände für die fliegenden Händler sowie das Karussell aufzubauen.

„Wir mussten so handeln“, betont Reiländer nach der IBH-Vorstandssitzung am Dienstag. Nach den „vielen widersprüchlichen Aussagen und unzähligen Telefonaten“ könne die IBH nicht sicher sein, dass die Eventagentur den Aufbau bis 11 Uhr schaffe.

Die IBH erhebt den Vorwurf: „Unser Veranstaltungsdienstleister hat mehrfach bewiesen, dass er einem vertrauensvollen Umgang mit der IBH wenig Bedeutung beimisst.“ Stattdessen habe man das Gefühl, es werde „ein Keil zwischen Händlerschaft und Vorstand“ getrieben.

Das Fest erst um 16 Uhr zu starten, ist totaler Quatsch
Henning Schmitz, Inhaber X-Dream

Spätestens jetzt ist man mittendrin in dem Zwist zwischen IBH und Profiagentur, bei dem es heftig zur Sache geht – bislang allerdings nur intern. „Wir haben mehrfach kommuniziert, wir schaffen das, wenn wir morgens früh Vollgas geben problemlos bis 11 Uhr, so dass das Schlossstadtfest normal stattfinden kann“, betont Henning Schmitz, Inhaber von X-Dream-Events und bis vor einem Jahr im Vorstand der IBH. Lediglich um etwas Zeit habe er gebeten, um mit den   Händlern, die veränderten Bedingungen abzusprechen. „Das Fest erst um 16 Uhr zu starten, ist totaler Quatsch. Für den Einzelhandel ist der Samstag so doch verloren.“

Deshalb bleibt Schmitz dabei: „Wir bauen bis 11 Uhr auf“, kündigt er an. „Erst später zu starten, ist eine Entscheidung der IBH, nicht unsere.“ Die bei ihm unter Vertrag stehenden Händler hätten zugesagt, das Prozedere in diesem Jahr mitzumachen.

Der Streit um das Schlossstadtfest läuft bereits seit März, als der IBH-Vorstand alle Mitglieder sowie X-Dream darüber informierte, dass Schlossstadtfest und Herbstfest in diesem Jahr nicht stattfinden würden. Im Mai zog die IBH diese Entscheidung dann aus formellen Gründen zurück.

Menschen sitzen an Biertischen.

Viel Lob gibt es für den Abend-und Schlemmermarkt, der Anfang Mai das erste Mal stattgefunden hat.

Denn die verkaufsoffenen Sonntage bei beiden Festen waren offiziell von der Stadt bereits genehmigt und durften jetzt nicht einfach so hinten runterfallen. Schließlich hatten sich alle Standortgemeinschaften im Stadtgebiet über Anzahl und Termine abstimmen müssen.

„Das alles ist nichts, was man in der Öffentlichkeit ausfechten sollte“, betont Klaus Molitor, Vorsitzender der IBH. Es würden geschäftliche Interessen auf allgemeine Interessen eines Vereins stoßen. „Uns geht es darum, eine Erhöhung der Qualität bei ausgewählten Stadtfesten zu schaffen. Davon versprechen wir uns, dass mehr Leute gerne nach Bensberg kommen, weil sie wissen hier wird ihnen etwas geboten.“

Das Neue habe mit dem Frühlingsfest mit der offiziellen Einweihungsfeier der modernisierten Schlossstraße und dem ersten Schlemmermarkt bereits begonnen. Der große Erfolg beider Veranstaltungen zeige: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Alles andere mit der Eventagentur stünde auf einem anderen Blatt.

Ob es eine weitere Zusammenarbeit mit der Agentur gibt, ist unkar

In der Bedeutung, die Auftraggeber und Dienstleister der Bedeutung des Schlossstadtfestes zumessen, sind sich beide einig. „Es ist unser ältestes Fest, das es seit 1979 gibt, und hat die größte Auswirkung. Diesem hohen Stellenwert werden wir im nächsten Jahr Rechnung tragen“, verspricht Molitor. In diesem Jahr sei dem Frühlingsfest aufgrund der Einweihungsfeier mit Ministerin eine besondere Rolle zugekommen.

„Jetzt hat man die Chance, die Schlossstraße glänzen zu lassen und macht es nicht“, bedauert dagegen Schmitz. Er finde die Feierabendmärkte positiv für Bensberg, betrachte sie aber als eine gute Ergänzung. 500 oder 1000 Leute, die es nach Bensberg ziehe, seien im Vergleich zum Schlossstadtfest, wo bis zu 20.000 Menschen und eine ganz andere Zielgruppe kämen, doch eine ganz andere Größenordnung. „Ich bin traurig und sprachlos, dass man die größten Feste in Bensberg künftig fallen lässt. “

Der Stand der Dinge ist jetzt: Die IBH hat das Schlossstadtfest bei der Stadtverwaltung mit der veränderten Uhrzeit beantragt. Nun liege es am Dienstleister, seine Hausaufgaben zu machen und die Standpläne bei der Stadt einzureichen, sagt Reiländer. „Wir müssenn abwarten, ob die uns gegebene Zusage zur Durchführung des Schlossstadtfestes umgesetzt wird.

Ob es mit X-Dreams weitergeht, auch dazu gibt es gegensätzliche Aussagen: „Wir haben per Mail bereits die Absagen für die Ausrichtung der Stadtfeste 2027 vorliegen“, sagt Schmitz. „Wie es weitergeht, dazu gibt es noch nichts, was momentan spruchreif ist“, sagt dagegen Molitor.