Vor 70 Jahren entstand in Bergisch Gladbach die Ringpartnerschaft mit Velsen (Niederlande), Luton (Großbritannien) und Bourgoin-Jallieu (Frankreich)
Bergisch GladbachStadt feiert 70 Jahre Ringpartnerschaft

Die Flaggen der Nachbarländer wehen am Rathaus in Bergisch Gladbach
Copyright: Klaus Pehle
Gerade einmal elf Jahre ist der Zweite Weltkrieg vorüber, als am 14. Juli 1956 aus der Initiative engagierter Kommunalpolitiker der partnerstädtische Viererbund zwischen Bergisch Gladbach, Luton in Großbritannien, Velsen in den Niederlanden und Bourgoin-Jallieu in Frankreich entsteht.
Die Partnerschaftsurkunden wurden damals vor dem Eingang des Historischen Rathauses in Bergisch Gladbach unterzeichnet. Genau dort trafen sich am Samstag Delegationen aus Luton, Bourgoin-Jallieu und Runnymede (England, trat 1965 bei) mit Bergisch Gladbachs Bürgermeister Marcel Kreutz und Vertretern der Gladbacher Städtepartnerschaftsvereine.
Fahnen gehisst
Die Staatsfahnen der beteiligten Länder waren gehisst, der Bürgermeister trug die goldene Amtskette und die Besucher trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Delegation aus Velsen hatte abgesagt. Außerdem sollte eine Gruppe aus Butscha in der Ukraine, Gladbachs jüngster Partnerstadt, kommen. Sie hatte aber wegen der Kriegssituation passen müssen.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
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Bürgermeister Kreutz hob vor dem Rathaus die historische Bedeutung der damaligen ersten Annäherungen der ehemaligen Kriegsgegner durch die Politiker und Verwaltungschefs hervor: „Gemeinsam hatten diese Menschen den Mut und die Weitsicht, nur elf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Brücken über die Grenzen hinweg zu bauen und damit ein frühes Zeichen der europäischen Versöhnung zu setzen.“ Die Gründung des Städteringes war kein isoliertes Ereignis.
Für ein friedliches Zusammenleben
Sie stand für die damals vorherrschende Erkenntnis, dass ein friedliches Zusammenleben in Europa persönliche Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern braucht. In der Partnerschaftsurkunde verpflichteten sich die vier Städte, den Austausch von Jugendlichen, Schulen und Vereinen zu unterstützen, die gegenseitige Verständigung zu fördern und damit einen Beitrag zu Völkerverständigung und Frieden zu leisten. Eine maßgebliche Rolle bei der Organisation der internationalen Beziehungen hatte der damalige Stadtdirektor Dr. Peter Kentenich, der von 1948 bis 1969 Stadtdirektor von Bergisch Gladbach war.

Vertreter der Partnerstädte vor dem Rathaus
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Auch der Stadtjugendring war ein wichtiger Akteur, denn vor allem die Jugend, aber auch Sport- und Musikvereine sollten die Partnerschaft mit Leben füllen. Nachdem einige Teilnehmende der Delegationen schon am Freitag die Villa Zanders besucht hatten, ging es nach der Festveranstaltung am Samstag gemeinsam durch Bergisch Gladbach: Stationen waren unter anderem das Schloss Bensberg, das Technische Rathaus und die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW).
Am Sonntag nahmen die Delegationen noch an einer historischen Schulstunde im Schulmuseum Katterbach teil und sahen sich das Zanders-Areal an.
