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StrundewegGladbacher Spazierweg wird von der Stadt geflickt

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Das Foto zeigt den gesperrten Strundeweg

Gesperrter Strundeweg in Bergisch Gladbach

Entscheidung im Infrastrukturausschuss von Bergisch Gladbach: Der Strundeweg wird geflickt und bald wieder freigegeben für Spaziergänger 

Am ersten Maiwochenende werden wieder die Ausflügler kommen. Bei den warmen Frühlingstagen, die erwartet werden, ist Strundeweg entlang des Strunde-Umlaufs eine der beliebtesten Anlaufstellen in Bergisch Gladbach. Mit dem Papiermarkt im nahen Papiermuseum lockt eine zusätzlicher Attraktion. Doch der Spazierweg zwischen der Alten Dombach und Herrenstrunden ist nach Unterspülungen des Strundedamms aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Wanderer werden über den Höhenweg umgeleitet. Radfahrer müssen auf der Kürtener Straße fahren. Die vielen Freunde des Strundewegs können ein wenig aufatmen: Der Weg wird geflickt, von der Stadt und möglicherweise mit Unterstützung eines heimischen Tiefbauers. Auch eine Untersuchung soll kommen, um eine Grundlage für die dauerhafte Sanierung zu erhalten. 25.000 Euro soll diese Studie kosten.

Strundefest steht bevor

Im Ausschuss für Infrastruktur stützte am Dienstagabend eine große Mehrheit dieses Vorgehen. Es gibt für das Flicken einen weiteren Anlass. Schon am 6. September steht das große Strundetalfest an. Ansinnen der Politik ist es, den vielen Tausend Besuchern an diesem Aktionstag das Spazieren auf dem Strundeweg zu ermöglichen.

Im Ausschuss waren es die Grünen, die mit einem Antrag zum Strundeweg die Sache ins Rollen brachten. „Dieser Weg ist ein kulturhistorisches Erbe der Stadt“, führte Dr. Friedrich Bacmeister aus. „Der Strunde und der Strundeweg gehören zur Identität von Bergisch Gladbach.“ Schließlich sei es die Strunde gewesen, die den zahlreichen Papiermachern in den vergangenen Jahrhunderten ihr florierendes Geschäft ermöglichte.

„Wir können es uns nicht leisten, diese Weg aufzugeben.“ Für ein schnelles Handeln der Stadt plädierte auch David Bothe, Vertreter der CDU-Fraktion. Zum geschichtlichen Hintergrund: Die meisten Gladbacher werden wissen, dass im Tal der Strunde im späten 19. Jahrhundert auch Kulturmäzenin Maria Zanders und Komponist Max Bruch sehr vertraute Spaziergänge unternahmen.

Ohne Goldrand

„Wir machen keinen Goldrand, wir flicken nur“, konstatierte der Beigeordnete Thore Eggert. „Wenn was schiefgeht, weiß ich aber, wer sich wegduckt“, wurde er ungewohnt polemisch (wofür er sich später entschuldigte). Der Umlauf der Strunde, der an dieser Stelle verlaufe, könne jederzeit wieder über die Ufer treten und den Spazierweg unterspülen. „Das kann morgen sein oder nächstes Jahr. Das kann keiner vorhersagen.“ In der Vergangenheit sei der Weg mehrmals geflickt und wenig später nach einem erneuten Zwischenfall wieder gesperrt worden.

Eggert sagte zu, dass die Stadt die Reparatur nicht kompliziert machen wolle. Die zum Ausschuss vorgelegten Vorschläge der Stadt, den Strundeweg dauerhaft auf eine nördlich verlaufende Trasse oder in Richtung Igeler Hof und Kürtener Straße zu verlegen, stießen hingegen auf wenig Gegenliebe im Ausschuss. Anders als bei Beauftragung der Machbarkeitsstudie hätte eine erforderliche neue Beschilderung nur 2500 Euro gekostet.

Jetzt investiere die Stadt 25.000 Euro in eine Untersuchung, sagte Eggert und mahnte angesichts der schwierigen Finanzsituation: „Dieses Geld wird dann an anderer Stelle fehlen.“ Dies sei die Folge der erst vor wenigen Wochen getroffenen Haushaltsbeschlüsse.