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Margot FriedländerBergisch Gladbacher Schule wird nach Holocaust-Überlebenden benannt

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Das Foto zeigt den Eingang der bisherigen „Verbundschule Mitte“ des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach-Refrath.

„Margot-Friedländer-Schule“ soll die die bisherige „Verbundschule Mitte“ des Kreises am Ginsterweg in Refrath künftig heißen.

Aus der „Verbundschule Mitte“ des Rheinisch-Bergischen Kreises soll die „Margot-Friedländer-Schule“ werden. Das wollen Schule und Ausschuss, AfD enthält sich.

„Verbundschule Mitte“ heißt die Förderschule des Kreises am Ginsterweg in Bergisch Gladbach-Refrath seit fast zehn Jahren. Kein bedeutungsvoller Name für eine Schule, in der Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache unterrichtet werden.

Margot Friedländer, Holocaust-Überlebende und Ehrenbürgerin von Berlin, sitzt vor der Verleihung der Würde einer Ehrenbürgerin von Berlin durch den Regierenden Bürgermeister an die Verlegerin Friede Springer im Festsaal des Roten Rathauses.

Die 2025 verstorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer hat sich zeitlebens für Verständigung eingesetzt.

Nun soll die Schule umbenannt werden – in „Margot-Friedländer-Schule“. In einem demokratischen Prozess, in dem die unterschiedlichsten Gremien der Schule beteiligt worden waren, Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern Vorschläge einreichen und begründen konnten, hat sich die Schulgemeinde für die Benennen nach der am 9. Mai 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden ausgesprochen, die sich ihr Leben lang als Zeitzeugin für den Dialog gerade auch mit jungen Menschen engagiert hat.

Ich halte das für eine sehr gut Entscheidung.
Christiane Schloten (CDU) im Schulausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises

„Ich halte das für eine sehr gut Entscheidung“, begrüßte nicht nur Christiane Schloten (CDU), sondern auch Ausschussvorsitzender Thorsten Schmalt (CDU) die Entscheidung der Schulgemeinde. Während die Vertreterin der AfD im Ausschuss kritisch nachfragte, welche Alternativen es denn zum Namen Margot Friedländer gegeben habe, betonten auch andere Ausschussmitglieder wie der Vertreter der evangelischen Kirche, wie sehr sie die Entscheidung der Schule schätzten.

Bevor der Kreis die vormals von der Kreisstadt Bergisch Gladbach getragene Förderschule am 1. August 2016 übernommen hatte, war sie nach dem ehemaligen Bensberger Stadtdirektor Wilhelm Wagener benannt gewesen, der von 1949 bis 1970 der Verwaltung der damals noch selbstständigen Kommune vorgestanden hatte.

Ehemalige Wilhelm-Wagener-Schule hatte seit 2016 keinen gesonderten Namen mehr

Der Kreistag hatte 2015 im Grundlagenbeschluss zur Übernahme der Schulträgerschaft laut Kreisverwaltung bewusst auch entschieden, dass die Schule „zunächst ohne gesonderten Namen“ die Bezeichnung „Förderschule Verbund Mitte des Rheinisch-Bergischen Kreises mit den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache“ führen sollte. Hierdurch, so der Kreis, „sollte dem neuen Schulsystem die Möglichkeit gegeben werden, eigene Ideen zu einem neuen Schulnamen zu entwickeln.“

Diese Möglichkeit hat die Schule in einem gewissenhaften Beteiligungsprozess auch wahrgenommen. Den Namensvorschlag „Margot-Friedländer-Schule“ begründet die Schulgemeinde damit, dass das „Leben und Wirken von Margot Friedländer in besonderem Maße den Grundsätzen der Schule“ entspreche, die von der gesamten Schulgemeinde gelebt würden. Unter anderem verweist die Schule in ihrem Vorschlag auf Grundsätze wie „unsere Schule ist ein Ort der Demokratie“, oder „Wir gehen alle respektvoll miteinander um“ und „Wir sind tolerant gegenüber unterschiedlichen Meinungen“.

In dem Bewerbungsschreiben an die Margot-Friedländer-Stiftung, die einer entsprechenden Schulbenennung bereits zugestimmt hat, hat die Schule auch darauf verwiesen, dass die Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Förderbedarfe häufig als Außenseiter gelten würden, in prekären Lebensverhältnissen aufwüchsen und gesellschaftlich benachteiligt seien: Margot Friedländer sei für die Schülerinnen und Schüler daher ein Vorbild, wie man „sein Leben durch positive Kraft, Willen und Eigeninitiative positiv beeinflussen“ könne.

Bei einer Enthaltung der AfD stimmte der Schulausschuss einstimmig für den neuen Schulnamen.