Die ukrainischen Jugendlichen erleben in Bergisch Gladbach eine Woche voller Begegnungen, Projekte und Entspannung abseits des Kriegsalltags.
Internationale BegegnungenSchüler aus dem ukrainischen Butscha für eine Woche in Bergisch Gladbach eingetroffen

Mitten in der Nacht haben Vertreter des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach - Butscha und der Integrierten Gesamtschule Paffrath die Schülerinnen und Schüler aus dem ukrainischen Butscha empfangen.
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Hinter ihnen liegen knapp 2000 Kilometer – und zugleich eine Reise zwischen zwei Welten. Erst in der Nacht zu Montag sind 20 Schülerinnen und Schüler aus Butscha in Bergisch Gladbach angekommen. In ihrer ukrainischen Heimatstadt nordwestlich von Kiew herrscht Krieg. Luftalarme schrecken die Menschen dort Tag und Nacht auf, immer wieder müssen sie Schutz suchen. Wenige Stunden nach ihrer Ankunft sitzen die Jugendlichen am Montagmorgen im historischen Rathaus von Bergisch Gladbach. Bürgermeister Marcel Kreutz heißt sie willkommen.

Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) empfängt die Jugendlichen aus der Ukraine und ihre Gastgeber im Rathaus Stadtmitte.
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Es ist bereits das vierte Mal, dass eine Schülergruppe aus der ukrainischen Partnerstadt nach Bergisch Gladbach kommt. Gastgeber ist erneut die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP). „Wir sind sehr froh, dass ihr da seid“, sagt Kreutz den Jugendlichen.
Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine kamen mitten in der Nacht in Bergisch Gladbach an
Und Kreutz macht deutlich, worum es in dieser Woche vor allem gehen soll: nicht allein um ein Programm mit Projektarbeit, Ausflügen und Freizeit, sondern um Begegnungen. „Dass ihr einander kennenlernt, miteinander ins Gespräch kommt und vielleicht Freundschaften schließt“, wünscht sich der Bürgermeister. Genau diese Freundschaften zwischen Menschen machten eine Städtepartnerschaft aus.

Auch ins Goldene Buch der Stadt Bergisch Gladbach tragen sich die Jugendlichen aus Butscha ein.
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Auf die Gäste wartet in den kommenden Tagen einiges. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der IGP beschäftigen sie sich in einem Projekt mit Schule in Deutschland und der Ukraine. Geplant sind außerdem unter anderem Bowling, eine Rallye durch die Kölner Innenstadt und gemeinsames Grillen.

Durch den Schüleraustausch sind bereits echte Freundschaften entstanden. Angelika Wollny (IGP-Schulleiterin) umarmt Lehrerin Tanja Rybakova aus Butscha.
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Doch für die Jugendlichen aus Butscha bedeutet die Reise mehr als ein Schüleraustausch. Für einige Tage können sie Abstand gewinnen von einem Alltag, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine von Krieg und Unsicherheit geprägt ist.
Dass ihr einander kennenlernt, miteinander ins Gespräch kommt und vielleicht Freundschaften schließt
Auch IGP-Schulleiterin Angelika Wollny spricht diesen besonderen Wert des Besuchs an. Sie sei froh, dass die Jugendlichen gut angekommen seien. Die Woche solle ihnen die Möglichkeit geben, die Zeit zu genießen und Freundschaften zu schließen, die über den Besuch hinaus Bestand haben. Sie sei stolz darauf, dass die IGP diesen Austausch Jahr für Jahr ermögliche und den Jugendlichen damit auch „so ein bisschen Freiheit“ geben könne.

Zu seinem Geburtstag gab es für Bürgermeister Marcel Kreutz auch ein Geschenk aus der ukrainischen Partnerstadt Butscha.
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Aus der zunächst eher spontan begonnenen Zusammenarbeit seien inzwischen echte Freundschaften entstanden, sagt Wollny, aus deren Kollegium Nicole Jakoby und Andreas Ruigk die Schülerbesuche von Anfang an begleiten und dafür auch schon ohne Schülerinnen und Schüler nach Butscha gereist sind.
Wie viel diese Tage für die Gäste bedeuten, macht auch Tanja Rybakova deutlich. Die Deutschlehrerin aus Butscha ist ebenfalls von Anfang an in der lebendigen Partnerschaft engagiert. Sie dankt der Stadt, der IGP und den Unterstützern der Partnerschaft dafür, den Jugendlichen diese Begegnungen zu ermöglichen und ihnen eine gute Zeit in Frieden zu schenken.
Dank und Hoffnung, dass auch die Bergisch Gladbacher Butscha bald besuchen können
Rybakova verbindet ihren Dank zugleich mit einer Hoffnung: Sie möchte eines Tages Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer aus Bergisch Gladbach in Butscha willkommen heißen. „Ich hoffe, dass diese Zeit kommen wird“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Je schneller, desto besser.“
Für die 20 Jugendlichen hat zunächst eine Woche in Bergisch Gladbach begonnen. Eine Woche, in der zwischen Butscha und Bergisch Gladbach zwar weiterhin knapp 2000 Kilometer liegen – der Krieg für einige Tage aber ein Stück weiter entfernt ist.
