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RefrathBetroffene protestieren: „Wir wollen jetzt bauen“

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Menschen im Halbrund mit Protestplakaten, Aufschrift "Wir wollen jetzt bauen"

Bauwillige Familien protestieren auf dem Peter-Bürling-Platz Refrath für mehr Tempo bei der Erschließung ihrer Grundstücke.

13 Grundstücke sind seit zwei Jahren nicht bebaubar. Familien berichten von existenziellen Problemen.

Mit Plakaten und deutlichen Forderungen an ein Erschließungsunternehmen machten 13 Grundstückskäufer am Freitag in Refrath auf ihre Situation aufmerksam. Um 16 Uhr versammelten sie sich auf dem Peter-Bürling-Platz. Sie beklagen, dass ihre Baupläne seit zwei Jahren nicht vorankommen. Damals hatten sie die Grundstücke auf einem Baugebiet hinter der Kirche St. Johann Baptist gekauft, seitdem sei aber so gut wie gar nichts passiert auf dem Bauland.

Wir haben einfach gedacht, ein Vertrag ist ein Vertrag.
Mutter mit zwei jungen Kindern

Martin Kunze ist einer der Betroffenen. Das Grundstück habe die Familie vor rund zweieinhalb Jahren gekauft. Im Vertrag stehe, dass die Baustraße im September 2024 fertiggestellt sein sollte und die Kunzes ihr Haus dort hätten bauen können. Seine Tochter hatten sie bereits vorab in einer Refrather Schule angemeldet. „Wir dachten eigentlich, wir hätten noch genug Puffer, zweieinhalb Jahre bis zur Einschulung“, sagt Kunze. Jetzt wird sie nach den Sommerferien eingeschult und die Kunzes leben in einem angemieteten Haus in Refrath. 2500 Euro Miete monatlich zahlen sie dafür. Ihre Mietwohnung in Köln hatte die junge Familie bereits aufgegeben.

„Es ist einfach eine existenzielle Sache, sehr belastend finanziell“, sagt Kunze. Von dem Erschließungsunternehmen erwartet er, dass es „endlich seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt“. Eine Mutter mit zwei jungen Kindern berichtet, dass die Familie einen Schul- und Kindergartenwechsel vermeiden wolle. „Wir haben einfach gedacht, ein Vertrag ist ein Vertrag“, sagt sie. Sie habe nicht damit gerechnet, dass die aus ihrer Sicht vereinbarten Voraussetzungen nicht eingehalten würden.

Besonders belastend ist die ständige Ungewissheit

Ein weiterer Betroffener erklärt, dass er bereits beim Grundstückskauf einen Bauvertrag abgeschlossen habe. Sollte sich der Baubeginn weiter verzögern, könnten steigende Baupreise zu deutlich höheren Kosten führen. Besonders belastend sei die ständige Ungewissheit.

Für eine Grundstückskäuferin geht es ebenfalls um erhebliche finanzielle Folgen. Sie habe das Grundstück im April 2024 gekauft und mit einem möglichen Baubeginn im Oktober 2024 gerechnet. Das geplante Doppelhaus sollte teilweise vermietet werden. „Uns brechen leider seit mehr als einem Jahr die Mieten weg“, sagt sie. „Deshalb stehen wir hier und versuchen, die Öffentlichkeit zu mobilisieren.“

Der Erschließungsträger weist die Vorwürfe zurück

Der Erschließungsträger weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte bereits vor der Protestaktion, das Projekt befinde sich „planmäßig in der Umsetzung“. Eine vertragliche Verpflichtung, eine Straße zu einem bestimmten Zeitpunkt oder einen bestimmten Fertigstellungsstand der Erschließungsanlagen herzustellen, bestehe nicht. Die Erschließung werde kontinuierlich fortgesetzt.

Die 13 Grundbesitzer hoffen jetzt auf Unterstützung durch die Stadt Bergisch Gladbach. In dieser Woche haben sie einen Termin mit Bürgermeister Marcel Kreutz und dem Ersten Beigeordneten der Stadt. Die Stadt habe signalisiert, dass sie die Betroffenen unterstützen wolle.