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ZandersGladbachs SPD und Grüne bringen Erbbaurecht für Wohnungen ins Gespräch

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Das Foto zeigt Theresia Meinhardt und Sascha Gajewski

Theresia Meinhardt Sascha Gajewski

SPD und Grüne haben ein Positionspapier zur Entwicklung des Zanders-Geländes vorgelegt

Irgendwann werden die ersten Bewohner kommen. Keiner weiß heute so genau, wann das sein wird. Einziehen werden die Neubürger in die dann neugebauten Mehrparteienhäuser auf dem Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach. Wo gebaut wird auf den knapp 37 Hektar, steht auch fest. In der aktuellen Entwicklungsplanung gibt es Baufelder fürs Wohnen, zum Beispiel westlich der Strunde mit Anschluss an die Hauptstraße.

Visionen für Zanders

3000 Menschen sollen einmal auf Zanders leben, 3000 arbeiten. Die angestrebte Bruttogeschossfläche liegt zwischen 380- und 400.000 Quadratmetern. Die Zanders-Häuser sollen zwischen drei- und fünfgeschossig hoch werden. Der Rahmen ist also gesteckt, mit dem sich die designierte Geschäftsführerin der Zanders Entwicklungsgesellschaft (ZEG), Maike Krallinger, der Aufsichtsrat des stadteigenen Unternehmens und später auch die Politik beschäftigen werden.

Das Thema der Wohnungsvermarktung und übergreifend das Projekt Zanders als Modell nachhaltiger Stadtentwicklung müsse jetzt stadtweit diskutiert werden, fordern Theresia Meinhardt und Sascha Gajewski, beide Vertreter der Grünen-Ratsfraktion, und Andreas Ebert aus der SPD-Fraktion.

Debatte nach den Ferien

Nach den Sommerferien werde dies die Entwicklungsgesellschaft intensiv beschäftigen. Was sich Grüne und SPD vorstellen könnten zum Thema, ist in einem umfangreichen Positionspapier nachzulesen. Gedacht ist es als Denkanstoß für die Stadtgesellschaft. Dass das Papier auch für politischen Wirbel sorgen wird, liegt auf der Hand. Auch in anderen Fraktionen machen sich die Experten Gedanken, wie sich Zanders in nächster Zeit entwickeln könnte.

Bezahlbaren Wohnraum auf lange Zeit sichern: Das ist eines der entscheidenden Anliegen, über die in kommenden Monaten aus Sicht der Ideengeber gesprochen werden sollte. Was kommen könnte auf dem Gelände: ein Mix aus 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau, 30 Prozent preisgedämpften Wohnungen und ergänzenden Angeboten, frei finanziert durch den Markt. Dies bilde die soziale Realität heutzutage ab, ermögliche die Versorgung vulnerabler Gruppen mit Wohnraum und vermeide die Bildung von Gettos.

Wichtiger Kernsatz

„Entscheidend ist die langfristige Sicherung dieser Mischung“, heißt es im Positionspapier. Wichtige Sozialbindungen dürften nicht nach wenigen Jahrzehnten auslaufen. Einer der Kernsätze lautet: „Deshalb sollten städtische Grundstücke grundsätzlich im Erbbaurecht vergeben werden.“ Belegungsrechte und Mietpreisbindungen sollten erhalten bleiben auch für nachfolgende Generationen.

Wohnungsbaugenossenschaften könnten die neu entstehenden Quartiere neu entwickeln, nicht nur die Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft RBS, an der Bergisch Gladbach Anteile hält. Im Erbbaurecht wird üblicherweise über Zeiträume von 99 Jahren gesprochen. Es geht aber auch um die Finanzen. Die Entwicklung des Quartiers kostet die Stadt vorab zig Millionen, das muss irgendwie gestemmt werden.

Einfluss ginge verloren

Ein Verkauf der Grundstücke könne da auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, attraktiver als ein Erbbaurecht, so Grüne und SPD. Aber die Vordenker mahnen eindringlich. Auf lange Zeit verliere die Stadt bei einem Verkauf der Grundstücke Einflussmöglichkeiten, die Entwicklung werde ferngesteuert stattfinden und nicht im Rathaus oder in der Zanders-Entwickungsgesellschaft.

Erträge flössen bei dieserVariante zu den Eigentümern der Immobilien, nicht mehr zur Stadt. Eine Rechnung machen Meinhardt, Gajewski und Ebert auch auf: Bei einem marktüblichem Erbbauzins von drei Prozent könnten Investitionen rechnerisch nach 17 Jahren amortisiert werden.

Qualität der Konzepte

SPD und Grüne wollen auch eine Debatte eröffnen über das, was auf dem Areal entstehen könnte. Konzeptvergaben böten hier die Möglichkeit, Kriterien für eine Vergabe festzulegen. Die Qualität der Konzepte entscheide, nicht die Höhe des Gebots.

Ob dies auch von den anderen Fraktionen goutiert werden könnte, ist eine der entscheidenden Fragen der nächsten Monate. Die Einnahmen aus der Erbpacht sollten gezielt für Ziele der Stadtentwicklung investiert werden, heißt es weiter im Papier von SPD und Grünen.

Nicht alles sei aber in Stein gemeißelt, was zu Zanders bereits beschlossen sei, meinen die drei Autoren des Positionspapiers. Geblickt wird auf die 2900 Arbeitsplätze. Wenn der Markt nur eine Nachfrage für 2000 ergebe, müsse die Politik auch nachsteuern können.