Die CDU hält die Initiative „Refill“ für einen tauglichen Ersatz. Damit steht sie allerdings alleine.
KlimawandelBurscheid streitet weiter über öffentliche Trinkwasserbrunnen

Im Rathaus gibt es nicht nur eine öffentliche Toilette. Man kann dort auch Wasser beziehen. Der Refill-Aufkleber rechts oben zeigt das an.
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Die Debatte um Trinkwasserbrunnen in Burscheid nimmt immer mehr die Züge eines Kulturkampfes an. Am Donnerstagabend widmete sich der Stadtentwicklungsausschuss zum wiederholten Mal dieser Angelegenheit. Anlass dazu bot ein Antrag der CDU-Fraktion, die öffentliche Brunnen für unnötig und einfach nur teuer hält: Sie will stattdessen auf die Initiative „Refill“ setzen. Geschäfte und öffentliche Einrichtungen können dort mitmachen. Mit einem blauen Aufkleber zeigen sie an, dass man an frisches Trinkwasser kommen kann.
Bisher war das Echo darauf allerdings begrenzt in Burscheid. Unter anderem im Rathaus kann man Wasser bekommen. Der blaue Aufkleber am Eingang zeigt das an, natürlich nur zu den Öffnungszeiten. Aus christdemokratischer Sicht ist damit dem Bedürfnis, bei Hitze an Trinkwasser zu kommen, Genüge getan: „Auf die Errichtung öffentlicher Wasserspender kann verzichtet werden.“
Das ist keine Symbolpolitik
Damit können weder Jörg Berwe (SPD), Ute Hentschel (Grüne) noch sonst jemand außerhalb der CDU-Fraktion leben. Hentschels Parteifreund Sebastian Wolf erinnerte daran, dass die freiwillige Initiative Refill „kein Ersatz für öffentliche Daseinsvorsorge“ sei. Und Hentschel reagierte fassungslos auf den Einwurf von Christdemokrat Hartmut Schepanski, der „keinen Zusammenhang zwischen Hitzetoten und fehlenden Trinkwasserbrunnen erkennen“ kann. Der extrem lange und extrem heiße Sommer 2026 hat aus Sicht der Befürworter öffentlicher Brunnen weitere Argumente gebracht. „Das ist keine Symbolpolitik“, unterstrich Jörg Berwe.
Deshalb wurde auch der Kompromissvorschlag des Ausschussvorsitzenden Peter Röttger (CDU) misstrauisch beäugt: Man könne doch noch einmal für Refill werben, ohne das mit einem Ja oder Nein zum Trinkwasserbrunnen zu verknüpfen. So wollte es auch Joachim Wirths (FDP) verstanden wissen: „Ich habe den CDU-Antrag nicht so verstanden, dass wir nicht mehr über einen Trinkwasserbrunnen nachdenken dürfen.“
Am Ende sollte sich diese entspannte Haltung im Stadtentwicklungsausschuss durchsetzen. In Burscheid soll es am besten mehr Refill-Anlaufpunkte geben, unabhängig davon, ob zum Beispiel beim Umbau des Marktplatzes Platz für einen öffentlichen Brunnen gefunden wird. Das ist nämlich inzwischen so vorgesehen, weil SPD, Grüne, BfB und FDP das so durchgesetzt haben.
