IG Klima und ADFC sauerPetition für Tempo 30 auf der Bergstraße in Kürten vorerst abgelehnt

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Mehrere Menschen stehen auf einer Fußgängerinsel.

Unterzeichner der Petition, die sich für Tempo 30 auf der Kürtener Bergstraße einsetzen. (Archivbild)

Aus Sicht der IG Klima und der Ortsgruppe Kürten des ADFC sei die Bergstraße eine Gefahr für ältere Fußgänger, Kinder und Radfahrer.

Traurig sind die Akteure der IG Klima und der Ortsgruppe Kürten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), dass sich der Bürgerwunsch nach Tempo 30 auf der Bergstraße in Kürten-Mitte nicht erfüllt. Im Frühjahr 2022 hatten die beiden Vereine über 200 Unterschriften von Unterstützern gesammelt. Diese Unterschriften gingen an den Rheinisch-Bergischen Kreis.

Zwischenzeitlich sei das Anliegen dort abgelehnt worden, berichten IG-Sprecher Patrick Walraf und Stylianos Fountoulakis, Sprecher der ADFC Ortsgruppe. Aus Sicht von IG Klima und ADFC Kürten sei die Bergstraße jedoch ein Gefahrenschwerpunkt für ältere und körperlich beeinträchtige Fußgänger, Kinder und Radfahrer.

Situation auf Höhe der Kirche besonders problematisch

Betreiber von Geschäften in diesem Bereich und Anwohner berichteten von ihren diesbezüglichen Beobachtungen. Die bergab von Autos und Motorrädern gefahrenen hohen Geschwindigkeiten führten auf der kurvenreichen Strecke zu gefährlichen Situationen. Hier ist vor allem die problematische Situation auf Höhe der Kirche an der dort befindlichen Querungshilfe hervorzuheben. Die querenden Fußgänger fühlten sich dort besonders unsicher.

Selbst beim Verlassen der Parkplätze an und gegenüber der Kirche würden sich für Fahrzeugführer häufig unangenehme Situationen ergeben. Zudem befinden sich im oberen Abschnitt ein Altenheim, auf Höhe der Kirche das Jugendzentrum und im unteren Bereich die Kita St. Johannes Baptist. In den Morgenstunden seien viele Schüler entlang der Bergstraße auf ihrem Weg zum Bus oder zur Grund- und Gesamtschule auf dem Abschnitt zwischen den Straßen Im Winkel und Talblick zu Fuß unterwegs.

Viele Eltern würden außerdem ihre Kinder zu Fuß zur Kita St. Johannes Baptist bringen, die einen direkten Zugang zur Bergstraße aufweise. Dies sei laut aktuell geltendem Straßenverkehrsrecht ein Kriterium, Tempo 30 auf diesem Abschnitt einzuführen. Hier vertrete der Rheinisch Bergische Kreis die Auffassung, dass die meisten Kinder mit dem Auto zur Kita gebracht würden. Das sei nicht zutreffend.

Auch der Mühlen-Wanderwerg kreuze die Bergstraße, führen IG Klima und ADFC als Tempo 30-Argument an. Die Geschäfte profitierten von den Wanderern. Der Kreis verweise überdies auf eine aus seiner Sicht ausreichende Beschilderung mit Verkehrszeichen 133 „Fußgänger“ auf der Bergstraße hin.

Eine Befragung von Autofahrern, so IG und ADFC, habe ergeben, dass dieses Schild sehr leicht zu übersehen sei, da es verdreckt und nicht auffällig genug sei. „Das bedeutet, dass die Autofahrer nicht genügend gewarnt werden“, meinen Walraf und Fountoulakis. Nicht zutreffend sei die Begründung des Rheinisch Bergischen Kreises, dass der Verkehrsfluss durch Tempo 30 behindert würde. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes verbessere sich der Verkehrsfluss sogar bei Tempo 30.

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