Abo

Gemeinde schlägt AlarmRattenplage greift in Kürten um sich

3 min
Ratten krabbeln aus einer Mülltüte heraus.

In Kürten vermehren sich Ratten. Bürger sollen bei der Bekämpfung der Nager mitwirken. (Symbolbild)

Die Gemeinde ruft Bürger auf, keine Nahrungsreste herumliegen zu lassen und weist darauf hin, dass Gärten aufgeräumt sein sollen.

Die Gemeinde schlägt Alarm: In Kürten gibt es eine Rattenplage. Gleich in mehreren Ortschaften (sie werden nicht einzeln benannt) sind in den vergangenen Wochen laut Verwaltung Ratten gesichtet worden. Um die weitere Ausbreitung zu stoppen, sind die Bürger aufgerufen, konsequent Nahrungsquellen und Verstecke von Ratten zu beseitigen.

Von einer Bekämpfung mit Giftködern rät die Gemeinde dringend ab, dies könne Menschen und Haustiere gefährden. Die Lage scheint dramatisch, appelliert die Verwaltung doch an das gemeinsame Handeln der Bürgerschaft. Von einem vermehrten Rattenbefall wird im Rathaus gesprochen.

Oft sind es Abfälle, die die Nager anziehen

Offenbar haben die Ratten an einigen Stellen im Gemeindegebiet für sie günstige Bedingungen vorgefunden, um sich zu vermehren. Oft sind es Abfälle, die die Tiere anziehen. Auch Unrat auf Grundstücken kann die Tiere anlocken.

Zum Schutz der Bürger sollen Abfälle stets in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden. Grundstücke sollten frei von Müll und ähnlichem sein, rät die Verwaltung. Auf Grundstücken sollten Eigentümer versteckte Nist- oder Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere vermeiden.

Ratten auf öffentlichen Flächen sollen per Mail gemeldet werden

Auch wird davor gewarnt, Lebensmittelreste über die Toilette oder die Kanalisation zu entsorgen. Gekochte Speisereste, Fleisch,-, Fisch- oder Futtermittelreste sollten keinesfalls auf den Komposthaufen im Garten wandern. Wer auf eine verendete Ratte auf seinem Grundstück stößt, sollte sie in einem geschlossenen Beutel über den Restmüll entsorgen. Der Appell der Verwaltung: „Nur durch das gemeinsame Handeln von Bürgerinnen und Bürgern, Grundstückseigentümern und Gemeinde lässt sich das aktuelle Rattenaufkommen wirksam eindämmen.“

i

Ratten auf öffentlichen Flächen sollen per Mail dem Ordnungsamt gemeldet werden. Auch zu Privatgrundstücken, die die Vermehrung der Ratten begünstigten, können Informationen ans Rathaus gehen. Dort werde alles geprüft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Die Gemeinde beobachte die Rattensituation aufmerksam und werde auf öffentlichen Flächen alle erforderlichen Maßnahmen zur Rattenbekämpfung einleiten.

Frei zugängliche Giftköder gefährden vor allem Kinder und Haustiere

Die Gemeinde rät dringend vor Alleingängen mit Rattenbekämpfungsmitteln ab. Viele dieser Mittel seien nur durch besonders geschulte Fachkräfte einzusetzen, die Mittel würden gesetzlichen Bestimmungen unterliegen. Betroffene Bürger sollten frühzeitig eine qualifizierte Schädlingsbekämpfungsfirma kontaktieren.

Frei zugängliche Giftköder gefährdeten vor allem Kinder sowie Haustiere wie Hunde. Auch Wildtiere könnten durch Giftköder gefährdet werden. „Jede vermiedene Futterquelle und jedes beseitigte Versteck trägt dazu bei, die Ausbreitung der Tiere zu begrenzen “, heißt es im Kürtener Rathaus.

Ratten gehen meist zur Nachtzeit auf Nahrungssuche

Ratten gelten als Überträger zahlreicher für den Menschen gefährlicher Krankheiten, darunter Leptospirose, Hantavirus, Salmonellose sowie Bandwürmer und Parasiten. Die Übertragung erfolgt meist indirekt über Ausscheidungen wie Urin und Kot , kontaminierte Lebensmittel oder Parasiten (Rattenflöhe). Bei einem direkten Kontakt mit Nagern oder bei einer Kontamination mit Rattenkot wird eine strenge Hygiene empfohlen. Intensives Händewaschen ist Pflicht.

Hausratten mögen trockene Orte zum Nestbau. Auf Dachböden, unter Garagendächern, in Hohlräumen, in der Decke oder im Boden von Kellern und in Lagerbereichen sind sie zu finden. Ratten gehen meist zur Nachtzeit auf Nahrungssuche. Sieht man sie tagsüber, könnte dies, so Experten, auf eine größerer Rattenpopulation hindeuten.