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„Wheelmap“Barrierefreiheit in Odenthal soll digital erfasst werden

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Ein Rollstuhlfahrer.

Ein Ampel-System soll die Barrierefreiheit in Odenthal bewerten. (Symbolfoto)

Mitarbeiter an dem Projekt des Inklusionsbeirats Odenthal sind erwünscht.

Wie behindertengerecht ist Odenthal? Wo gibt es Barrieren, die Menschen mit Handicap daran hindern, im Supermarkt einkaufen zu gehen, in der Apotheke ein Rezept einzulösen oder am Automaten Geld abzuheben? Das möchte der Inklusionsbeirat Odenthal (IBO) möglichst umfassend ermitteln, die Ergebnisse digital erfassen und in einer interaktiven Karte verzeichnen. Alles abrufbar auf dem PC oder in einer App fürs Handy.

Möglich macht dies die bereits existierende „Wheelmap“. Sie zeigt in einer weltweiten Online-Karte rollstuhlgerechte Orte auf. Klassifiziert nach dem Ampelsystem. Dabei steht grün für barrierefrei, gelb für eingeschränkt und rot für nicht barrierefrei. Unterstützt wird das digitale Angebot auch vom Rheinisch-Bergischen Kreis, der die „Wheelmap“ auf seiner Homepage zeigt.

Odenthal ist noch ein weißer Fleck

Die Karte lebt von der möglichst flächendeckenden und detailgenauen Beschreibung der Örtlichkeiten – und da ist Odenthal, wie einige andere Kommunen auch, in weiten Teilen noch ein weißer Fleck. Das möchte der Inklusionsbeirat ändern. Nach dem Vorbild von Wermelskirchen. Dort hatte im Rahmen einer Projektwoche des Gymnasiums ein Testlauf in Kooperation mit dem städtischen Beirat stattgefunden.

Auf diese Weise könnte auch Odenthal vorankommen, um die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu erleichtern, hofft Dr. Bernd Fröhlingsdorf, Vorsitzender des IBO. Die Schülerinnen und Schüler in Wermelskirchen hatten sich bereits im Vorfeld mit dem Thema Inklusion beschäftigt und starteten anschließend zur   Datenerfassung in den Läden und öffentlichen Einrichtungen der Innenstadt.

Seit Gründung unseres Beirates in 2014 war und ist Barrierefreiheit ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Dr. Bernd Fröhlingsdorf, Vorsitzender des Inklusionsbeirats Odenthal

Ähnliches schwebt dem Beirat auch für Odenthal vor. „Seit Gründung unseres Beirates in 2014 war und ist Barrierefreiheit ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, erklärt Fröhlingsdorf. Es sei gelungen, einiges zu verbessern. Dazu zähle unter anderem der barrierefreie Zugang zum Rathaus, zwei behindertengerechte Toiletten, Behinderten-Parkplätze oder inklusive Sportmöglichkeiten beim TV Blecher. Dabei liege der Fokus nicht nur auf Odenthal-Mitte, sondern seit gut zwei Jahren verstärkt auf den Ortsteilen.

Die Erfassung von barrierefreien oder barrierearmen Örtlichkeiten für die „Wheelmap“ könne noch einmal einen Schub bringen und das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung schärfen, hofft Fröhlingsdorf. „Und das sind eben nicht nur Rollstuhlfahrer.“



Doch zur Erfassung von Geschäften und öffentlichen Gebäuden, von Rathaus und Nebenstellen, Schulen, Kitas, Arztpraxen, Apotheken und anderen Gesundheitsdienstleistern benötige man Helfer, sagt der IBO-Vorsitzende, Mitstreiter mit „Grundkenntnissen über Barrierefreiheit und deren Beurteilung.“

Um die „Wheelmap“ mit Leben zu füllen, ist aus Sicht des IBO die Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen, aber vielleicht auch mit der Offenen Jugendarbeit Odenthal oder dem Gemeindesportverband denkbar.

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