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EhrenamtSteinenbrücker Beetpatinnen suchen Verstärkung

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Drei ältere Damen stehen eng nebeneinander und lächeln in die Kamera.

Initiatorin Maria Schlüter (v.l.), Gundel Schleicher und Birgit Tuchscherer bepflanzen Steinenbrücks Verkehrsinseln schon seit 20 Jahren ehrenamtlich.

Die Steinenbrücker Beetpatinnen bepflanzen seit 20 Jahren ehrenamtlich Verkehrsinseln und suchen Gleichgesinnte.

Sie sind auf den Straßen Steinenbrücks unterwegs, bei Hitze und Kälte, sie reinigen, jäten Unkraut und pflanzen Neues: die Beetpatinnen von Steinenbrück. Der harte Kern, bestehend aus Initiatorin Maria Schlüter, Gundel Schleicher und Birgit Tuchscherer, macht das bereits seit 20 Jahren mit viel Leidenschaft. Seit einiger Zeit aber wünschen sie sich mehr Hände, die mit anpacken, denn die Arbeit auf den 23 Verkehrsinseln entlang der Olper Straße geht in die Knochen.

„Es hat mit zwei Beeten angefangen. Ich bin hier täglich entlanggefahren und habe die ungepflegten Beete gesehen, da habe ich die Stadt angerufen und gefragt, ob ich sie bepflanzen darf“, erinnert sich Schlüter. Zunächst habe es geheißen, dass das nicht ginge, da sonst jeder Bürger willkürlich Pflanzen setzen könne. Doch schlussendlich schien die Stadt doch nichts dagegen zu haben und überließ Schlüter die Handhabe über die Bepflanzung.

Fünf Frauen stehen auf einem Balkon nebeneinander und lächeln.

Das ursprüngliche Gründungsteam: Gundel Schleicher (v.l.), Angelika Stefani, Marta Schmidt, Maria Schlüter und Birgit Tuchscherer. Stefani und Schmidt sind inzwischen verstorben. (Repro)

Und Schlüter blieb nicht lange allein, ihre Freundinnen Gundel Schleicher und Birgit Tuchscherer schlossen sich mit Angelika Stefani und Marta Schmidt, die inzwischen verstorben sind, an. Die fünf Damen gingen fortan einmal die Woche für etwa eineinhalb Stunden „zum Beeten“, wie sie es scherzhaft nennen und blieben danach noch zum Kaffee zusammen. „In eineinhalb Stunden schaffen wir meistens ein Beet, dann tut der Rücken weh“, meint Schlüter heute.

Seit 20 Jahren leisten sie harte Arbeit zur Verschönerung des Ortes. „Wir haben zunächst Folie eingelegt, gegen das Unkraut und Löcher für die Pflanzen hineingetan“, erklärt Schleicher. Heute haben sie vier weitere Helferinnen, eine von ihnen kommt sogar mit dem Bus aus Overath. In einer WhatsApp-Gruppe verabreden sie sich zu gemeinsamen Terminen, Alleingänge sind aber auch nicht verpönt.

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Doch es fehlen weitere Helfer. Das Alter habe die Arbeit nicht einfacher gemacht und die anhaltende Trockenheit sorge für Mehrarbeit durch vertrocknete Pflanzen, die ausgetauscht werden müssen. „Man könnte sich auch Beete aussuchen, die man übernehmen möchte, oder Anwohner, die sich bereit erklären würden, regelmäßig zu gießen würden auch schon helfen“, erklären die drei.

Die Pflanzen, die sie setzen, kommen zum Teil sogar aus dem eigenen Garten. Schlüter zieht bis heute bei sich Ableger groß und was nicht im heimischen Garten wächst, wird zugekauft, wie Zwiebeln für die Frühjahrsbepflanzung oder Stiefmütterchen. „Wir haben immer eine Grundbepflanzung und wechseln Teile saisonal aus. Im Frühling ist das ein Meer aus Tulpen und Osterglocken“, schwärmt Tuchscherer.

Zu sehen sind einige Ableger.

In ihrem Garten zieht Schlüter eigene Ableger für die Verkehrsinseln groß. (Repro)

Jede der drei Ehrenamtlerinnen hat bei sich einen großen Garten, wie sie sagen. Das Interesse für Botanik kommt also nicht von ungefähr.

Die Pflanzen, die sie zukaufen, bezahlen sie von Spenden. „Wir haben 2023 den Heimatpreis der Stadt in Höhe von 1500 Euro bekommen“, erzählt Schlüter. Von der Interessengemeinschaft Steinenbrück hätten sie früher ebenfalls 150 Euro pro Jahr bekommen. Und mit der goldenen Ehrennadel der Stadt wurden die Beetpatinnen ebenfalls gewürdigt.

Zu sehen ist eine bepflanzte Verkehrsinsel mit einem Deko-Fisch aus Sandstein.

Neben Sträuchern, Bodendeckern, Lilien und Sonnenhüten, finden auch Deko-Elemente Platz in den Beeten.

Auch Passanten hielten regelmäßig an und würden ihnen Geld zustecken, manchmal für die Pflanzen, manchmal, um sich selbst etwas Gutes zu tun. „Wir hatten auch schon Leute, die uns Wasser vorbeigebracht haben, wenn es heiß war oder einen alten Mann, der uns einen halben Kuchen vorbeigebracht hat“, berichtet Tuchscherer. Vom Geschäft Blumen Marks erhielten sie im Herbst Pflanzen, wenn Gräber neu bepflanzt werden und die Blumen noch gut sind.

Es gibt aber auch Ärgernisse. So müssen die Beetpatinnen Warnwesten tragen und ein Warndreieck aufstellen zu ihrer Sicherheit, die meisten Autofahrer seien zwar umsichtig, doch hin und wieder gebe es auch Raser. Manchmal würden auch Pflanzen geklaut. Und bei jedem Einsatz sei erst einmal eines fällig: Müll einsammeln. „Deshalb machen wir im Winter immer eine Pause, zum einen, weil nichts wächst, und zum anderen, weil wir den Rosenmontag abwarten“, so Schleicher. Über Karneval würde nämlich nicht nur Müll anfallen, die Beete würden auch zertreten.

Um das Aufräumen nach dem Karneval kümmere sich dann die Stadt, ebenso bei gröberen Angelegenheiten, wie dicken Ästen, die gestutzt werden müssen. Der Rest geschieht in Eigenregie.