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OverathWarum Louisa Bücheler keine Lieder fürs Radio schreibt

5 min
Eine junge Frau mit rotem Haar lächelt über ihre Schulter hinweg in die Kamera.

Louisa Bücheler, auch bekannt als "Loua", hat im Dezember ihr Kurzalbum "Kontraste" veröffentlicht.

Louisa Bücheler aus Overath hat als „Loua“ ein Kurzalbum veröffentlicht und geht im März auf Tour.

Viele Worte kommen in Frage, wenn man versucht, Louisa Bücheler zu beschreiben: lebhaft, kreativ, kommunikativ… Aber keines trifft es so gut wie das Wort „zielstrebig“. Denn die junge Frau arbeitet seit Jahren engagiert und diszipliniert an ihrer Karriere als Deutschpop-Musikerin „Loua“. „Ich denke, dass es bei solchen Berufen wichtig ist, dass man sie nicht als Arbeit wahrnimmt, sonst wird man schnell unglücklich“, meint Bücheler.

Aber erst einmal auf Anfang: Louisa Bücheler kommt ursprünglich aus Overath und wohnt mittlerweile in Köln. Schon früh hat sich die heute 32-Jährige im Singen geübt. „Meine Mutter sagt immer gerne, dass ich schon angefangen habe zu singen, bevor ich überhaupt sprechen konnte“, sagt Bücheler und grinst. Um die Leidenschaft der kleinen Louisa zu fördern, erhielt sie schon früh Blockflöten- und Klavierunterricht und wurde von ihren Eltern und Bekannten gefördert. Etwa im Teenageralter sei ihr dann klar geworden, dass sie eines Tages ihre eigene Musikkarriere haben möchte.

Das Ziel fest im Blick

Mit diesem klaren Ziel vor Augen und jeder Menge Motivation überließ sie diesen Traum nicht dem Schicksal, sondern nahm selbst das Ruder in die Hand. Mit 16 Jahren richtete sie ihren ersten Youtube-Kanal ein und veröffentlichte Coverversionen ihrer Lieblingslieder. Ein Studium in Musikmanagement ermöglichte es ihr zudem, nützliches Wissen über die Branche zu sammeln. Außerdem ist die Kölnerin Gesangslehrerin in Teilzeit. „Aufbaukarrieren brauchen in der Regel etwas Zeit, bevor sie Geld abwerfen. Daher wusste ich natürlich, dass ich noch ein weiteres Standbein brauche“, erläutert sie. Und wenn Geld reinkomme, müsse man es meist in die Karriere reinvestieren.

Neben dem theoretischen Wissen sammelte Bücheler auch viele praktische Erfahrungen. So spielte sie gemeinsam mit einer Band jahrelang ihre Coverversionen auf Hochzeiten und anderen Veranstaltungen und konnte sich damit das Selbstbewusstsein für die Bühne aneignen. Parallel dazu schrieb Bücheler nicht nur ihre eigenen Lieder, sondern auch mit und für Musikerinnen wie Yvonne Catterfeld oder Vanessa Mai. „Ich habe mich von allem inspirieren lassen und nach allem gegriffen, was sich ergeben hat“, blickt sie zurück. Dadurch habe sie sich auch ein starkes Netzwerk aufbauen können, das ihr nun helfe.

Ein eigenes Konzept für die sozialen Medien

Damit aber nicht genug. Da es für Künstler heutzutage ein Muss ist, in den sozialen Medien präsent zu sein, arbeitet sie auch stetig für ihre Onlinepräsenz. „Ich hatte mir damals überlegt, wie ich am besten meine Fähigkeiten als Musikerin darstellen kann. Ich wollte, dass das Schreiben repräsentiert wird, aber natürlich auch der Gesang“, erzählt Bücheler. So habe sie ihr Konzept mit den Coverversionen bekannter Songs weitergeführt und jede Woche mindestens drei Videos produziert. „Man denkt es bei den kurzen Clips vielleicht nicht, aber hinter drei Videos stecken drei Arbeitstage: das Schreiben, Einfilmen, Schneiden, und so weiter, beansprucht viel Zeit.“ Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Mittlerweile zählt sie auf Instagram etwa 107.000 Follower und auf TikTok 223.000 Follower. Damit kann sie zum Beispiel durch Produktplatzierungen inzwischen auch etwas verdienen.

Ihr ganzer Stolz ist aber das im Dezember erschienene erste Kurzalbum mit sechs Liedern und dem Titel „Kontraste“. „Ich habe davor viel für andere gearbeitet. Dadurch kam auch beim Schreiben für mich selbst viel Unterschiedliches dabei heraus. Mal geht es um romantische Themen, manche Lieder sind eher nachdenklich und wieder andere positiv. Sie sind eben nicht wirklich aus einem Guss. Ich fand aber, dass das nichts Schlechtes sein muss, sondern, dass die Lieder eben vielfältig sind. So erschien mir der Titel für das Kurzalbum passend.“ Gleichzeitig ist „Kontraste“ auch das Titellied zum Kurzalbum. Darin geht es darum, dass man die guten Dinge im Leben nur zu schätzen weiß, wenn man auch die Schlechten kennengelernt hat. „Weiß ist nur hell, wenn du Schwarz gesehen hast“, repräsentiert eine Zeile aus dem Lied die Intention.

Ein Lied zu produzieren, weil es sich gut verkauft, ist nicht mein Ding.
Louisa Bücheler, Musikerin

Und welches ihrer Lieder gefällt der Künstlerin am meisten? „Ich denke, dass ich ,Edding' besonders mag, weil es das erste Lied war, das ich für meinen Freund geschrieben habe. Er wird heute noch emotional und muss sich von der Bühne abwenden, wenn ich den Song spiele“, erzählt sie. Der Schreibprozess sei für sie ähnlich wie eine Selbsttherapie. In Köln habe sie eine bestimmte Lieblingsparkbank, auf die sie sich setze und ganz bewusst die Gedanken schweifen lasse. Nach einer Weile notiere sie sich ihre Gedanken und zunächst kämen dabei Gedichte heraus. „Ich bin eher textbasiert bei meiner Arbeit. Da habe ich den Anspruch, dass meine Songs zum Nachdenken anregen und tiefgründig sind. Ein Lied zu produzieren, weil es sich gut verkauft, ist nicht mein Ding. Dann läuft es eben nicht im Radio."

Dadurch schreibt sie auch über sehr persönliche Angelegenheiten. Ihr Lied „Normalgewicht“ etwa, handelt von der ständigen Kritik, der vor allem Frauen ausgesetzt sind, wenn es um die Figur geht. Mit Zeilen wie „Ich bin kerngesund, wenn man die Psyche außer Acht nimmt. Doch jeder hier weiß besser, was mit meinem Körper nicht stimmt“ treffe sie bei vielen ihrer Fans ins Schwarze. „Auf diesen Song werde ich sehr häufig von anderen Frauen angesprochen, die mir dann meist erzählen, dass auch sie schon mit Essstörungen zu kämpfen haben oder hatten.“ „Auch“, denn in dem Lied spielt sie auf eine Esssucht an, unter der Bücheler selbst leidet. „Ich besuche aber inzwischen regelmäßig eine Therapie, was mir gut tut.“

Kein Neuling in der Medienwelt

Im März startet dann ihre erste eigene Tour. Fünf Termine, die sie und ihre Band einmal quer durch Deutschland führen, warten auf Loua. Von Nervosität ist aber keine Spur. „Ich habe ja zum Glück schon sehr viel Bühnenerfahrung“, meint sie. Und auch was Medien betrifft hatte sie schon Auftritte im ARD-Morgenmagazin oder der MDR-Samstag-Abendshow „Osterfeuer“ und auf SWR3 und Bayern3 war sie ebenfalls zu hören. „Aber klar, eine gewisse Aufregung bleibt immer und mein Perfektionismus hilft da auch nicht unbedingt“, sagt die Musikerin und schmunzelt. Aktuell arbeitet sie am Design von Fanartikeln für die Tour, von denen hat sie inzwischen nämlich einige und die sind auch kreativ, bezeichnen sie sich doch selbst als „Lounies“.

Louas Musik ist auf den gängigen Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music und Deezer zu finden. Karten für ihre Tour gibt es auf Eventim und weiteren gängigen Eventplattformen. www.loua-music.de