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PubertätOveratherin schreibt Ratgeber rund ums Begleiten, Bangen und Gehenlassen

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Eine Frau mit blonden Locken steht in einem gepflegten Garten und lächelt.

Lisa Harmann, die mit „Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war: Ein Notfallseelsorger über Schicksalsschläge und Hoffnung“ zur Spiegel-Bestsellerautorin wurde, veröffentlicht im August ihren neuen Ratgeber.

Ein Ratgeber für Eltern zum Thema Pubertät von der Overather Autorin Lisa Harmann erscheint Ende August.

Lisa Harmann dürfte in Overath bekannt sein wie ein bunter Hund. Die Frau mit den markanten blonden Locken ist nämlich vielseitig interessiert. Sie ist selbstständige Journalistin, Autorin und Bloggerin, Gründerin des Overather Kneipenchors, Stadträtin für die SPD, Familientrauerbegleiterin und so gar nicht nebenbei ist sie auch Mutter von 17-jährigen Zwillingssöhnen und einer 19-jährigen Tochter. Die waren laut der Allrounderin schon seit sie 16 gewesen sei ihr größter Wunsch und haben auch ihren beruflichen Weg geprägt.

Seit 2012 führt Harmann nämlich mit ihrer Autorenkollegin und Freundin Katharina Nachtsheim hauptberuflich den Blog „Stadt Land Mama“, in dem sie über alles Mögliche rund um Familie, Partnerschaft, Kinder und ihren, aber auch anderer Leute Alltag, schreiben. Auch eine erfolgreiche Buchreihe mit dem Titel „Wow Mom“ haben die beiden geschrieben, in der es um die gesunde Mitte zwischen Familie und dem Ich geht. Ihre berufliche Selbstständigkeit habe ihr ermöglicht, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Lange Zeit standen bei „Stadt Land Mama“ vor allem Klein- und Schulkind-Themen im Fokus. „Dann bekam Katharina ihr viertes Kind und bei mir entstanden langsam Lücken im Alltag, weil die Kinder älter wurden“, blickt sie zurück. Dieser Phase sind nicht nur der Kneipenchor und ihre Kandidatur für den Stadtrat entsprungen, sondern auch ihre Kolumne „Teen Time“, angelehnt ans Englische „Tea Time“ – als Anspielung auf Kaffeeklatsch –, bei „Stadt Land Mama“ nahm hier ihren Anfang.

Teenager-Themen wurden zum Renner

„Ich dachte, dass ich mit Teenager-Themen gegen ein Baby nicht ankommen könnte, weil es nicht so süß ist“, meint die Overatherin. Doch eines hatte sie nicht bedacht: Die Kinder ihrer Leserschaft waren auch älter geworden und Teen Time wurde zum Renner.

So schrieb Harmann Nicht-Erziehungstipps, wie sie sie nennt, in denen sie Anekdoten, aber auch Themen aus der Leserschaft behandelt und ihre persönliche Sicht und Herangehensweise erläutert. Mehr als 300 Kolumnen waren es, als der Humboldt-Verlag sich meldete. „Ich hatte davor noch nie ein Buch allein geschrieben. Am Anfang tat ich mich schwer damit, die 300 Kolumnen zusammenzubringen“, erzählt sie.

Zu sehen ist ein Ausschnitt vom Buchcoder zu "Teen Time".

Eine Lesung aus „Teen Time“ findet am 27. August statt.

Am Donnerstag, 27. August, erscheint nun ihr neuer Ratgeber „Teen Time: Zwischen Augenrollen und Umarmung: Souverän durch die Pubertät deines Kindes“. Auf 216 Seiten geht es darin einmal durch die Pubertät. Dabei dreht es sich niemals nur um den Teenager, sondern vor allem auch um die eigene Gefühlswelt und Fragen als Eltern beziehungsweise Mutter. „Es ist als Angebot, nicht als pädagogischer Fachratgeber gedacht. Da ist viel Gefühl drin im Sinne von ‚Was macht das mit mir? ‘ und ‚Wie gehe ich damit um? ‘“, erläutert Harmann. Schließlich habe man nicht in der Hand, ob das Kind stinkig auf einen ist, dafür aber, wie man damit umgehe. Die Themen reichen vom Alltag, wenn sich etwa die Dreckwäsche stapelt, über komplexere Themen wie der erste Partner, bis hin zu den modernen Erziehungsfragen im Bereich soziale Medien. Dadurch, dass es einen persönlichen Bezug hat, spiegelt sich auch Harmanns eigener Erziehungsstil wider. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Wer einen autoritären Erziehungsratgeber sucht, ist bei Harmann falsch.

Aber welche Ratschläge hat Harmann für ihre Leserinnen? Zum Beispiel Manches mit Humor anzugehen. Folgendes Szenario: Seit Wochen bekommt man sein Kind nicht mehr zu Gesicht. Es verbarrikadiert sich im Zimmer und man weiß nicht, ob etwas los ist oder es sich um eine normale pubertäre Begleiterscheinung handelt. Nun will natürlich kein Teenager ständig von Mama gefragt werden, warum man immer nur im Zimmer sitzt. „Ich habe dann zum Beispiel gesagt: ‚Du schließt dich aber nicht heimlich dem IS an, oder? ‘“, berichtet die Autorin und grinst.

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Die Bandbreite an Themen, die ihre Leserschaft beschäftige, sei groß. Manchmal gehe es um mangelnde Disziplin in der Schule, manchmal aber um Depressionen, Selbstverletzung oder Magersucht. „Diese Themen sind natürlich mit einem besonderen Leidensdruck verbunden“, meint Harmann. Auch ohne solche Probleme sei die Pubertät für viele Eltern eine schwere Zeit. Zuerst sei man viel für sie da, und auf einmal entfernt sich das vorher so kuschelige Kind, schließt sich zunächst lange im Zimmer ein, entdeckt dann das Weggehen mit Freunden für sich und findet alles peinlich, was Mama und Papa so machen.

Mit dem Rausgehen sind dann neue Sorgen verbunden. Alkohol, Drogen, eine rücksichtlose Fahrweise oder komische Freunde bringen einen dann um den Schlaf. „Es ist wichtig zu sagen: ‚Du kannst immer zu mir kommen. ‘ Wenn ein Kind nämlich doch trinkt, eine Alkoholvergiftung hat und die Freunde keinen Krankenwagen rufen, weil die Eltern davon nichts erfahren sollen, wird es gefährlich.“ Das heiße nicht, dass sich Harmann aus allem heraushalte. „Aber nicht jeder Kampf muss gekämpft werden. Ich stelle mir immer die Frage: Besteht Lebensgefahr?“ Wenn die Antwort Nein laute, müsse nicht zwingend eingegriffen werden. Bei Alkohol-, Drogensucht oder Ähnlichem empfiehlt sie allerdings, Hilfe bei einer Beratungsstelle zu suchen.

Abgrenzung ist wichtig für die Identitätsbildung

Weniger ernst sei das Thema „peinliche Mama“. „Sie müssen ja etwas finden, womit sie sich abgrenzen können, um sich zu finden.“ Die Eltern kommen da gelegen. Ihr sei wichtig, wie sonst im Leben, authentisch zu bleiben, auch wenn mal etwas daneben gehe. „Sie sollen sehen, dass ich keine Maschine bin.“ An der Standhaftigkeit der Eltern könnten sich Kinder zudem orientieren. „Deswegen habe ich das Sinnbild des Leuchtturms genutzt. Wir gehen ihnen nicht hinterher, aber wir bieten Orientierung“, so die Autorin.

Harmann hat das Inhaltsverzeichnis nach dem Sinnbild einer Bootsreise mit Hürden aufgebaut. So sind die Kapitel betitelt mit „Auf zu neuen Ufern“ oder „Tosendes Unwetter“ und ein Zitat vom amerikanischen Schriftsteller John A. Shedd unterstreicht den Grund: „A ship in a harbor is safe, but that’s not what ships are built for“, übersetzt, „Ein Schiff im Hafen ist sicher, doch dafür wurde es nicht gebaut“.

Alles in Absprache miteinander

Mit ihren Kindern bespricht sie auch die Inhalte, die sie veröffentlicht, meistens jedoch sei das nicht notwendig. „Ich schreibe oft über Themen aus Umfragen oder formuliere es allgemein. Zum Geburtstag bekommt jeder einen Blogbeitrag, das bekommen sie dann vorgelegt.“ Dasselbe gelte auch für Fotos.

Im Februar 2027 soll bereits das nächste „Teen Time“ Buch folgen.

„Teen Time: Zwischen Augenrollen und Umarmung: Souverän durch die Pubertät deines Kindes“ vom Humboldt Verlag erscheint am 27. August und ist für 22 Euro in den gängigen Buchhandlungen und online erhältlich.