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Umwelt und KlimaBürgerwerkstatt zieht nach 5 Jahren Bilanz

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Eine Gruppe gut gelaunter Menschen steht vor einer Hecke auf einem Rasen und lächelt.

Sie sind die Gesichter hinter der Overather Bürgerwerkstatt für Umwelt und Klimaschutz: Ulrich Seeck (v.l.), Corinna Amelung, Manfred Sammek, Ulrike Sandmann, Bärbel Blome, Otto Ludorff, Karl Sülz

Zahlreiche Veranstaltungen, politische Anträge und Infomaterialien haben die Ehrenamtler erarbeitet und organisiert.

Fünf Jahre Bürgerwerkstatt Umwelt und Klimaschutz hinterlassen ihre Spuren: mehr als acht Veranstaltungen, mindestens zwölf politische Anträge und zahlreiche Projekte gehen auf die Initiative engagierter Overather zurück. Einmal im Monat treffen sie sich im Bürgerhaus, tauschen sich aus und verwirklichen Veränderungen. Erstmals seit der Gründung ziehen sie Bilanz.

„Im Verteiler sind aktuell 40 bis 50 Mitglieder“, sagt Corinna Amelung, Ehrenamtliche der Bürgerwerkstatt Umwelt und Klimaschutz (BWUK). „Regelmäßig aktiv sind davon etwa elf bis zwölf Leute.“ Mit diesem harten Kern lässt sich einiges umsetzen.

Zu sehen ist eine Gruppe Menschen, die vor einem Backsteinhaus steht und lächelt.

Margret Gerigk (v.l.), Bärbel Blome, Armin Kureck, Melanie Dannhauser und Helga Völp sind beim Netzwerk Artenvielfalt aktiv.

Nach einem Ratsbeschluss von 2021 wurden vier Bürgerwerkstätten zur Beteiligung Overather Bürger gegründet. Eine zum Thema Umwelt und Klimaschutz, eine für Tourismus (Bericht folgt), eine für Zukunft und eine für Mobilität. Damit die Bürger ihre Ziele realisieren können auf politischer Ebene, hat jede Werkstatt zwei politische Sprecher, die Anträge in den Ausschuss für Umwelt, Mobilität, Tourismus und Digitalisierung einbringen können, aus dem die Werkstätten entstanden sind. Im Fall der BWUK sind Ulrike Sandmann, sachkundige Bürgerin der Grünen und Hans Schlömer von der SPD Sprecher.

Um ein Klimaschutzkonzept für Overath zu entwickeln, hätten sich die Mitglieder darauf geeinigt, die Arbeit in zwei Sektoren zu unterteilen: Energie und Umwelt. Daraus seien drei Arbeitsgruppen entstanden. Eine beschäftigt sich mit Photovoltaikausbau, eine mit energieoptimiertem Bauen und eine mit Umwelt und Natur, letztere ist heute als Netzwerk Artenvielfalt bekannt.

Eine Infoveranstaltung mit Kabarettist

Zunächst sei der Schwerpunkt auf dem Thema Photovoltaik gelegen. Dafür wurde eine Infoveranstaltung auf die Beine gestellt mit verschiedenen Referenten und Kabarettist Wilfried Schmickler, der als Publikumsmagnet fungierte. „Es war aufregend, bis vor die Türe sind die Leute gestanden und das in Zeiten von Corona“, erinnert sich Ulrich Seeck, Mitglied der Bürgerwerkstatt. Inzwischen hätten sich zwei Werkstattmitglieder für die Bürgersolarberatung schulen lassen und ein Mitglied sei in der Energiegenossenschaft für Overath. So greife vieles ineinander.

Auch die Bürgerenergiemesse 2025, an der sich 18 Overather Betriebe, Energieberater und Banken sowie Kabarettist Jürgen Becker beteiligten, sei ein Erfolg für die BWUK gewesen.

Zu sehen ist ein Vogelhäuschen an einem dicken Baumstamm in einem Park.

Die Nistkästenaktion auf dem Gut Eichthal in Overath wurde vom Netzwerk Artenvielfalt organisiert.

Dass auch die politischen Anträge echte Veränderung vor Ort bedeuten, zeigt zum Beispiel die Schaffung der Stelle von Klimaschutzmanager Julian Lucas. Die geht nämlich auf einen Antrag der Ehrenamtler zurück. Und auch die interfraktionelle Arbeit funktioniere über die Bürgerwerkstätten gut, wie sich 2023 bei einem Treffen, das die BWUK initiierte, zeigte. Dort ging es um eine ganze Reihe an Klimaschutzanregungen der CDU. „Es hat den Vorteil, dass gewisse Diskussionsschemata umgangen werden und es wirklich um die Sache geht. So konnte man sich auf eine Schnittmenge einigen, die alle mittragen konnten, anstatt dass jede Fraktion für sich betät“, sagen Amelung und Seeck.

Neben Anträgen und Veranstaltungen bereiten die Werkstattmitglieder auch Infomaterialien auf. In Teams werde dann recherchiert, damit auch alles „Hand und Fuß hat“, wie Seeck sagt. Dafür werde darauf geachtet, wer etwa durch den Beruf Vorkenntnisse in gewissen Themen hat. Im Mitteilungsblatt oder in Flyern, die etwa auf dem Overather Frühling an Stand der BWUK ausgehändigt werden, kommen die Infos unters Volk.

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2025 wurde dann das Netzwerk Artenvielfalt gegründet, um Menschen, Vereine, Schulen, Kitas und Organisationen zusammenzubringen, alle mit dem Ziel, etwas für die Biodiversität zu tun. Ulrike Sandmann betreut das Netzwerk, das sich mit einer Auftaktveranstaltung mit seinen Partnern, zu denen unter anderem Overather Vereine, die Biologische Station Rhein-Berg, die VHS Overath/Rösrath und der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein gehören, vorstellte. „In Workshops haben wir Ideen von den Bürgern gesammelt, die in unsere Arbeit eingeflossen sind“, so Sandmann.

Das Netzwerk organisiert ebenfalls Veranstaltungen, wie Vorträge, etwa zur Asiatischen Hornisse im März, Workshops, aber auch die Pflanzentauschbörse zweimal im Jahr. Um Projekte zu realisieren, werbe das Netzwerk regelmäßig Fördergelder, oft von privaten Sponsoren oder Stiftungen, ein, so zum Beispiel auch für die Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, die auf Gut Eichthal verteilt sind (wir berichteten).

Vertrauen und Geduld ist gefragt

Die Bürgerwerkstätten bekämen von der Stadt laut Seeck ein kleines Budget für ihre Aktivitäten und würden ansonsten etwa durch städtische Räume, die sie kostenfrei nutzen können, unterstützt. Aktuell suche das Netzwerk Artenvielfalt nach einer Förderung, mit der sie zusammen mit der VHS ein umweltpädagogisches Theaterstück auf die Beine stellen könnten. „Es gibt noch viele andere Ideen und Themen, an denen wir dran sind“, lässt Sandmann durchblicken. Doch immer eine Baustelle nach der anderen. „Das sind zum Teil dicke Bretter, die wir bohren. Das braucht eben Geduld. Manche Anträge aus der Vergangenheit haben sich verlaufen, und durch die Kommunalwahl hat sich die Besetzung der Ausschüsse verändert, so dass von Neuem angefangen werden muss. Da braucht man nun mal Vertrauen“, meint Sandmann. „Ich bin in der Bürgerwerkstatt aktiv, weil man dort ganz konkret etwas in seiner Kommune bewegen kann“, meint Amelung. „Unser aller Motivation ist, dazu beizutragen, einen lebenswerten Planeten insbesondere für unsere Kinder und Enkel zu bewahren“, ergänzt Seeck. Mit dieser Perspektive könne das wichtige Thema Umwelt und Klimaschutz nur von allen Akteuren gemeinsam vorangebracht werden und kein parteipolitisches Thema sein.

Für die Zukunft wünschen sich die Ehrenamtler daher eine gute und konstruktive Kommunikation zwischen allen vor Ort relevanten Akteuren, um die besten Lösungen zu finden. Im Bereich Elektromobilität würde die BWUK ebenfalls gerne aktiv werden, bisher fehlten aber Kapazitäten und Know-how. Und nicht zuletzt wünschten sie sich eine konsequentere Umsetzung von Anträgen und daraus resultierenden Beschlüssen. Das könne laut den Ehrenamtlern manchmal recht lange dauern.