Der Kreis informiert zum Stand der Dinge Breitbandausbau in Overath.
InternetWarum der Glasfaserausbau in Overath nur schleppend vorankommt

Der Breitbandausbau kommt in Teilen Overaths nur schleppend voran.
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Der Breitbandausbau. Für Hauseigentümer und Verwaltungen mittlerweile ein leidiges Thema. Der Overather Ausschuss für Umwelt, Mobilität, Tourismus und Digitalisierung hat sich dennoch damit befasst. Wie Thorsten Steinwartz, Erster Beigeordneter der Stadt, erklärte, gibt es den geförderten und den eigenwirtschaftlichen Ausbau. Die Förderung erfasse unterversorgte Gebiete. Bisher gab es zwei Bundesförderprogramme. Für Overath und weitere Kreiskommunen werden sie vom Rheinisch-Bergischen Kreis koordiniert.
Problematisch sei der eigenwirtschaftliche Teil. „Wenn ein Betreiber auf die Stadt zukommt und sagt, dass er Glasfaser verlegen will, sind wir dazu verpflichtet, das zu genehmigen“, stellte Steinwartz klar. Wenn konkurrierende Unternehmen dieselben Straßen ausbauen wollen, könne nicht zur Koordinierung gezwungen werden. Außerdem könnten Betreiber nicht zum Ausbau in nicht lukrativen Ortslagen verpflichtet werden. Außerdem seien die Straßen oft in schlechterem Zustand als davor.
Erstes Förderprojekt abgeschlossen
Laut Marco Andres-Gilles, Breitbandkoordinator des Kreises, seien die Tiefbauarbeiten des ersten Bundesförderprojekts abgeschlossen. Mit 1592 anzuschließenden Haushalten sei Overath kreisweiter Spitzenreiter, danach kommt Rösrath mit 1225, Kürten mit 680, Bergisch Gladbach mit 622 und Odenthal mit 326. Mit Glasfaser versorgt sind das Paul-Klee-Gymnasium, die Leonardo da Vinci Sekundarschule, die GGS Vilkerath und GGS Marialinden. Auf das zweite Förderprogramm warten die GGS Overath, Heiligenhaus, Immekeppel und Sülztal. Mit der zweiten Förderung sollen restliche unterversorgte Adressen angebunden werden. Epcan sei für 860 Haushalte und die Deutsche Telekom für 17 Gewerbegebiete zuständig. Epcan arbeitet laut Andres-Gilles mit der IME Tiefbau GmbH zusammen. „Hier kam es zu einem Qualitätsmangel bei den Straßen, der auch andere Kreiskommunen betrifft.“ Bis Ende 2026 sollen die Arbeiten fertig sein.
Die Telekom muss noch 443 Anschlüsse versorgen. Hier werde mit dem Bauunternehmen Constructel gearbeitet, mit dem die Arbeiten besser verliefen. Im Sommer könne gestartet werden.
Baustart im Juli
Die Telekom betreue im eigenwirtschaftlichen Bereich 1500 Haushalte im Stadtzentrum südlich der Hauptstraße. Baustart sei kommenden Juli. Fertig sein soll alles Anfang 2028.
Ruhig geworden sei es um die Westconnect GmbH. Die habe seit 2024 einen Vertrag mit der Stadt und den Ausbau von 10.500 Anschlüssen geplant, was einer 95-prozentigen Glasfaserquote entspreche. Bisher seien nur Planungen und Vorvermarktung erfolgt. „Wir haben regelmäßig nachgebohrt, aber nichts Neues erfahren. Die Dynamik, die vor drei, vier Jahren aufkam, hat merklich abgenommen. Wieso es sich verzögert, wissen wir nicht, vermuten aber, dass sie so viel ausbauen, dass die Tiefbaukapazitäten knapp werden. Wir haben gesagt, dass wir gerne bald einen Spatenstich sehen würden“, so Andres-Gilles.
Westconnect lässt auf sich warten
Joachim Bütenschön (stellvertretendes Mitglied CDU) habe als Kunde beim Provider Eon, der mit Westconnect arbeitet, nachgehakt. Die Antwort sei gewesen, dass der Baubeginn im Ortsteil Neichen für das vierte Quartal 2028 vorgesehen sei. Simon Weigelt (SPD) schaute auf der Website von Eon und Westconnect nach, wo stand, dass der Baustart in den Hauptortlagen in Vorbereitung sei und im Sülztal sei man in der Netzplanung.
Johannes Deppe (sachkundiger Bürger CDU) fragte, ob man den Anbieter wechseln könne, wenn konkurrierende Betreiber beim gleichen Haushalt anklopfen und man schon eine Eigentümererklärung abgegeben hat. Laut Andres-Gilles sei das nur eine Erlaubnis, dass der Betreiber Anschlüsse verlegen dürfe. Es spreche nichts dagegen, auch dem konkurrierenden Anbieter eine solche Genehmigung zu erteilen und zu warten, wer schneller ist. Bis dahin könne der alte Vertrag auch verjährt sein. Es könne auch manchmal besser laufen. In Rösrath etwa hätten fünf Provider das Netz unter sich aufgeteilt.
Unbefriedigende Situation
Ausschussvorsitzende Dagmar Keller-Bartel (Grüne) empfand die Situation als „nicht befriedigend“. Es gehe auch um Wirtschaftlichkeit, besonders für kleine Betriebe, die nicht in Gewerbegebieten ansässig sind. „Es wäre gut, wenn man den Betreibern irgendwie Druck machen könnte.“ Steinwartz merkte an, dass das gesamte Konzept beim eigenwirtschaftlichen Ausbau schlecht sei. Mehr Handhabe für Kommunen oder Kreise wäre von Vorteil. „Das ist ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, wie Wasserleitungen. Das muss in einer gewissen Qualität vorhanden sein.“
Beide Bundesförderprogramme sind vom Land NRW zu 40 bis 50 Prozent co-finanziert, je nach kommunaler Haushaltslage. Für das erste Förderprojekt erhielt Overath 7.351.697 Euro und hatte einen Eigenanteil von 593.425 Euro. Beim zweiten Förderprojekt erhielt Overath 9.387.417 Euro bei einem Eigenanteil von 938.742 Euro.
